Sitemap  |  Feedback  |  RSS  |  Kontakt  |  Links

Markt-Daten.de    web

US Gesamtverschuldung steigt weiter (Flow of Funds Accounts)

Das Federal Reserve Board publizierte den Flow of Funds Accounts Bericht für das vierte Quartal 2012. Diese erbrachte eine Ausweitung der US-Gesamtverschuldung; die US Kreditmarktinstrumente stiegen im Vergleich zum dritten Quartal 2012 um 1,1%, auf Jahresbasis notierte das Vol. 3,1% höher.
Rückläufige Verbindlichkeiten im Finanzsektor stehen einer ausgeweiteten Gesamtstaatsverschuldung, zunehmenden Verbindlichkeiten der Unternehmen wie privaten Haushalte gegenüber.

Übersicht Flow of Funds Accounts

Im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt beläuft sich die US Gesamtverschuldung auf 355,1%.

US Gesamtverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt seit 1920Ausgeweitete Konsumentenkredite der privaten US Haushalte erhöhten ihre Verschuldung, die Verschuldungsquote in Bezug auf das Einkommen reduzierte sich allerdings im Vergleich zum Vorquartal, liegt nun bei 110,7% (siehe nachfolgender Chart). Das Nettovermögen kletterte um +1,8% gegenüber dem Vorquartal.

Private US Haushalte: Verschuldung zum Einkommen

Laut Federal Reserve Board notierte die US Gesamtstaatsverschuldung bei 91,9% vom Bruttoinlandsprodukt, im Vergleich zum Vorquartal lag sie 2,0% höher; die Neuverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt beläuft sich auf 7,2%.

Die US Gesamtverschuldung/BIP laut FRB; der IMF weist höhere Werte aus:

US Verschuldung des gesamten Staates (föderal, Bundesstaaten und Gemeinden)

Das Ausland trägt 16,9% dieser Gesamtverschuldung; alleine 47,9% der langfristigen US Staatsanleihen liegen in ausländischer Hand, davon ca. 21% bei chinesischen Adressen (Notenbank).

Teil der US Gesamtverschuldung in den Händen ausländischer Gläubiger

Im Verlauf der letzten zwölf Jahre verdoppelte sich der Teil der US Gesamtverschuldung, die vom Ausland gehalten wird. In der gleichen Zeit vervierfachte sich allerdings das Volumen nahezu.

(Link öffnet im neuen Fenster)

Flow of Funds Q3 2009 – öffentliche Kredite steigen, private Kredite fallen weiter

Die Gesamtverschuldung der USA notierte im dritten Quartal 2009 bei 52,6 Mrd. US-Dollar marginal niedriger als im zweiten Quartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal liegt diese 1,4% höher.

Der jüngste ‘Flow of Funds’ Bericht weist  lediglich für den Staat positiven Wachstumsraten aus, so stieg das Kreditvolumen in Washington um 5,2% zum Vorquartal und 29,9% zum Vorjahr. Die Bundesstaaten/Gemeinden nahmen 1,3% respektive 3,3% mehr Kredite auf, während auf privater Seite entschuldet wurde.

Der tabellarische Überblick:

Tabelle

In Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt beläuft sich die US Verschuldung auf 370,1% im dritten Quartal 2009 nach zuvor 373,1%; damit werden für jeden Dollar Wachstum rund 3,7 US-Dollar Schulden gemacht.

Im Blick die US Verschuldung/BIP seit 1952:

US Verschuldung/BIP

Charts des ‘ Flow of Funds’ Berichtes erweitern die Wirtschaftsdaten-Charts:
Flow of Funds Accounts Chart-Galerie.

Näheres zur finanziellen Situation der privaten Haushalte folgt (einschl. einer erstaunlichen Revision).

Griechenland unter Druck

Nachdem die Ratingagentur Standard & Poor’s gestern griechische Staatsanleihen auf die Beobachtungsliste setzte, erfolgte heute von Fitch eine Herabstufung des Länderratings von A- auf BBB+ (Quelle: Bloomberg). Erst am 22. Oktober diesen Jahres hatte Fitch den Daumen von A auf A- gesenkt.

Die gesamte Historie der Fitch-Ratings gibt es als xls-Datei: Fitch – Complete Sovereign Rating History (nettes Teil ;-) ).

Unregelmäßigkeiten bei der Dokumentation des Haushaltsdefizites hatten zu einer EU-Rüge geführt. Für 2008 liegt dieses bei 7,7% vom BIP, für 2009 schätzt Eurostat ein Haushaltsdefizit von 12,7% vom BIP.

Quelle: Economic Downturn Challenges Public Finances

Die Märkte quittieren die griechischen Turbulenzen mit einer Anhebung der Risikoprämie für den Ausfall fünfjähriger, griechischer Staatsanleihen:

Credit Default Swaps (CDS)

Mit 211 notieren die Credit Default Swaps (CDS)  auf dem höchsten Niveau seit dem April diesen Jahres.

Nachtrag am 9.12.2009:

Forex – Tageskommentar von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank,
EUR wegen Griechenland unter Druck – Moody’s Einlassungen zu USA und UK ignoriert!

Nahezu ein Viertel der amerikanische Hypothekenschuldner mit negativem Eigenkapital

First American CoreLogic schätzt, dass bei 10,7 Mio Eigenheimbesitzern in den USA, die Hypothek auf die Immobilie den Wert des beliehenen Objekts übersteigt. Der Anteil der Kreditnehmer mit negativem Eigenkapital unter den Hypothekenschuldnern betrage nach einer neuen Berechnungsmethode bundesweit 22,6 Prozent. Die bisherige Erfassungsmethode ergäbe einen Prozentsatz von 33,8 Prozent Pleitiers.

Eine Landkarte nebst sortierbarer Tabelle mit näheren Angaben über den Verschuldungsgrad kann man auf der Seite des Wall Street Journal in Augenschein nehmen.

Im Unterschied zu den Beleihungsrichtlinien unserer Kreditinstitute haften die amerikanischen Schuldner jedoch nicht mit ihrem gesamten Vermögen für ihre Verbindlichkeiten, sondern ausschließlich mit ihrem Haus oder der Wohnung, die beliehen wurde.

Mfg Helmut Wüllenweber

Subprime Darlehen erleben eine Renaissance

Die Notenbank von San Francisco berichtet, dass der Anteil der Subprime-Darlehen an den Hypotheken in den USA wieder auf über 20 Prozent gestiegen ist. Dieser Wert entspricht dem Marktanteil aus dem Jahr 2006.

Die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA teilt mit, dass auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms sogar knapp die Hälfte der Darlehen ohne Einkommensnachweis vergeben wurde.

Derweil haben nach Angaben der OECD die konsumfreudigen Briten im Jahr 2008 private Verbindlichkeiten inklusive Hypotheken in Höhe von 183 Prozent eines verfügbaren Jahreseinkommens angehäuft. Die amerikanische Privathaushalte stehen mit 134 Prozent, die Deutschen mit 99 Prozent eines Jahreseinkommens in der Kreide.

MfG Helmut Wüllenweber

Telomerase Kreditfaszilität: US Immobilienbesitzer machen Kasse

Die diesjährigen Nobelpreisträger für Medizin wurden für ihre Forschungsarbeiten um ein Enzym ausgezeichnet, das die DNA davor schützt, bei der Zellteilung einen Teil der Erbinformation zu verlieren. Die Enden der Erbgutfäden werden nach einer Verdopplung immer wieder durch das Enzym Telomerase aufgefüllt. Das fortlaufende Auffüllen der DNA durch dieses Enzym verhindert, dass Zellen altern.

Den Statistiken von Freddie Mac über das Kreditvolumen so genannter Cash-Out-Finanzierungen, kann man entnehmen, in welcher Höhe die amerikanische Hausbesitzer in einem Prozess der telomeren Bargeldbeschaffung ihre Geldmittel immer wieder aufgefüllt und ihrem Immobilienbestand extrahiert haben, um Konsumausgaben zu tätigen, vorhandene Konsumentenkredite umzuschulden oder andere Ausgaben vorzunehmen.

Stellt man dieses Finanzierungsvolumen dem Betrag gegenüber, um den sich das US-BIP gegenüber dem Vorjahr verändert hat, wird deutlich, wie stark diese Kredite zum Wachstum der amerikanischen Volkswirtschaft beigetragen haben. In einigen Jahren entsprach das Cash-Out-Finanzierungsvolumen über 40 % der Steigerung des nominalen BIP gegenüber dem Vorjahr.

Der Beitrag der Cash-Out-Finanzierungen am BIP-Wachstum, erlaubt Rückschlüsse darüber, um wieviel Prozentpunkte das US Wirtschaftswachstum aufgeblasen war und in Zukunft geringer ausfallen dürfte.


MfG Helmut Wüllenweber

Flow of Funds: US Verschuldung im Ausland (Q2 2009)

Die Veröffentlichung der Flow of Funds – Daten wurde bereits angesprochen (Flow of Funds Accounts (Q2 2009) – private Haushalte entschulden weiter, öffentliche Haushalte legen nach ); heute folgen nun einige Aspekte der US Verbindlichkeiten im Ausland.

Tabellarische Übersicht:

Tabelle

Die US Verschuldung von 52,8 Bill. USD wird zu 14,6% oder mit 7,716 Bill. USD vom Ausland finanziert.

Im Bild der historische Verlauf:

Die Wachstumsgeschwindigkeit der Auslandverschuldung hat sich deutlich reduziert; im zweiten Quartal 2009 lag sie nur noch bei 1,8% im Vergleich zum Vorjahr. Rückläufig war weiterhin das ausländische Interesse an US Unternehmensanleihen (-12,6%) und Agency Bonds (-16,6%), während langfristige US Staatsanleihen mit einer jährlichen Rate von 34,3% Abnehmer im Ausland fanden.

Nachfolgender Chart zeigt das jährliche Wachstum sämtlicher US Kreditmarktinstrumente:

Zuletzt ein Chart zu den US Treasuries; im zweiten Quartal 2009 hielten Zentralbanken 73,7% von den Anleihen in ausländischer Hand, der Rest lag bei privaten Investoren. Für beide Gruppen ist der nominale Verlauf in Mrd. USD dargestellt, insbesondere der sprunghafter Anstieg der letzten Jahre dürfte Sorgenfalten bei asiatischen Zentralbänkern hervorrufen.

Das PDF Dokument zur US Verschuldung, die vom Ausland gehalten wird, wurde aktualisiert.

das

Flow of Funds Accounts (Q2 2009) – private Haushalte entschulden weiter, öffentliche Haushalte legen nach

Letzten Donnerstag veröffentlichte das FRB den Flow of Funds Accounts Bericht für das zweite Quartal 2009; daraus der Schuldenstand in der Übersicht:

Tabelle

Der Bericht lässt sich auf die einfache Formel bringen, die privaten Haushalte fahren ihre Verschuldung weiter runter und die öffentlichen Haushalte nehmen weiter Schulden auf.

Der gesamte Schuldenstand notierte bei 52,8 Billiarden US-Dollar nach 52,9 Billiarden US-Dollar im Vorquartal. Auf Quartalsbasis ist dies das zweite Mal seit der vierteljährlichen Datenerfassung, 1952, dass der Schuldenstand sank;  jetzt um -0,2%. Zuvor war dies im ersten Quartal 1954 (-0,4%) der Fall. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Verschuldung um + 3,0%. Rückläufig war die Verschuldung der privaten Haushalte  (-0,4%), des Finanzsektors (-3,1%) und der Unternehmen (-0,5%). Während privat entschuldet wird, fordern die staatlichen Subventionen Tribut; der Bundeshaushalt nimmt weitere Schulden auf, + 7,0% zum ersten Quartal 2009 und + 35,7% im Jahresvergleich.

Im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt notierte die US Verschuldung im zweiten Quartal 2009 bei 373,1%; die des Finanzsektors bei 116,6%, die der Unternehmen bei 78,8% und die der privaten Haushalte bei 96,8%. Für diese drei Sektoren wie auch für die Gesamtverschuldung (inklusive der öffentlichen Hand) ist die Entwicklung seit 1920 in folgendem Chart dargestellt:

US Verschuldung/BIP

Die US Verbindlichkeiten im Ausland und Vermögenslage der US Haushalte wird später gesondert abgehandelt.

Beleben Aktienkurse des S&P500 die US-Kreditnachfrage?

Das Chart von Helmut „US Konsumentenkredite“ zeigt recht deutlich, dass die Nachfrage nach Konsumentenkredite aktuell historisch betrachtet negative Veränderungsraten aufweist.

Ist es diesmal anders? Können die Verbraucher in den USA an das alte Konsumverhalten anknüpfen? Blicken wir auf den S&P 500 mit seinen monatlichen Veränderungsraten in Prozent, entsteht der Eindruck, das steigende Aktienkurse eventuell eine expansive Nachfrage nach Kredite auslösen.

Um das Bild etwas klarer hervorzuheben, habe ich die monatlichen Veränderungsraten über die S&P 500 Schlusskurse mit einem 12 Monatsdurchschnitt geglättet. Steigende Aktienkurse könnten grundsätzlich als Motivation für Konsumentenkredite dienen. Rein visuell suggeriert das Chart eine positive Korrelation zwischen Aktienkurse und Kreditnachfrage.

Nun wird sich die Geschichte entscheiden, was wir in Zukunft diskutieren dürfen. Werden die Probleme der hohen Verschuldung amerikanischer Verbraucher ernsthaft angegangen und die motivierte Entschuldung favorisiert? Die Sparrate der verfügbaren Einkommen spricht bis jetzt eine klare Sprache. Dies könnte bedeuten, die Aktienkurse in den befindlichen Aufwärtstrend werden ein Ende finden. Unter anderem Vermögenswerte verkaufen, um Schulden zu tilgen? Die Kreditnachfrage bleibt weiter schwach oder geht noch weiter zurück? Wie können Banken die Zunahme weiterer insolventer Verbraucher geschäftspolitisch verarbeiten?

Oder die andere Möglichkeit kommt alternativ in Betracht und die Symptome „zum Wachstum verdammt“ werden als Alternative gewählt. Der Konsum geht weiter, die Nachfrage nach Krediten wird wieder belebt und die aktuellen Probleme geraten vorerst in Vergessenheit. Nur wie lange?

US Konsumentenkredite

US Immobilienkrise: gelebte Statistik

Die Eigentümer des Anwesens, 121 W Avenida San Antonio im südkalifornischen San Clemente, haben die US-Immobilienblase in vollen Zügen miterlebt. Zu Beginn der Blase wurde eine Immobilie erworben, mehrfach refinanziert, von einer hypothekenbesicherten Kreditlinie massiv Gebrauch gemacht, schlussendlich nachdem die Blase geplatzt war, wurde die Immobilie zum Verkauf gestellt, dabei mehrfach der Preis reduziert.

Doch im Einzelnen, dem Irvine Housing Blog (HELOC Abuse San Clemente Style) sind folgende Daten entnommen:

  • die erwähnte Immobilie wurde am 5.1.1996 für 310.000 USD gekauft, der Eigenkapitalanteil lag bei 10%, die aufgenommene Hypothek bei 279.000 USD.
  • 03.12.1998: Refinanzierung der Hypothek, nun 341.000 USD, dabei den kompletten Eigenanteil + 31.000 USD entnommen.
  • 29.09.1999: Refinanzierung der Hypothek, nun 368.000 USD
  • 17.10.2000: erste hypothekenbesicherte Kreditlinie, HELOC (Home Equity Line of Credit), von 30.000 USD.
  • 02.08.2001: HELOC von 50.000 USD
  • 18.06.2002: Refinanzierung der Hypothek, jetzt 495.000 USD
  • 25.03.2003: HELOC von 242.000 USD
  • 07.06.2005: Refinanzierung von nun 750.000 USD mit kurzfristig, variablem Zinssatz (ARM)
  • 29.11.2005: HELOC von 150.000 USD
  • 09.02.2007: HELOC von 250.000 USD
  • 26.06.2007: Refinanzierung der Hypothek, nun 980.000 USD
  • 26.06.2007: HELOC von 140.000 USD

Das macht eine Gesamtverschuldung von 1.120.000 USD; vom Dezember 1998 bis Juni 2007 wurden 841.000 USD eingecasht,  Mortgage Equity Withdrawal (MEW). Pro Monat gab es ein zusätzliches, steuerfreies Einkommen von 8.245 USD, auf das Jahr hochgerechnet waren es knapp 100.000 USD.

Einmal Appetit bekommen, konnten die fiktiven Besitzer Joe und Jane während des Immobilienbooms ihre Kreditlinie stetig ausweiten, da diese sich an den steigenden Immobilienpreisen orientierte. Doch nach der Gier kam auch hier die Angst. Mit fallenden Immobilienpreisen schnurrte die Kreditlinie zusammen.

Erstmals zum Verkauf gestellt, wurde das Anwesen am 13.10.2007 für 1.299.000 USD. Da sich offensichtlich kein Käufer fand, wurde der Preis sukzessive nach unten angepasst.

  • 22.11.2007: 1.199.000 USD
  • 01.02.2008: 1.099.000 USD
  • 02.04.2008: 995.000 USD
  • 07.05.2008: 799.000 USD
  • 04.06.2008: 798.000 USD

Inwieweit die Immobilie in die Zwangsvollstreckung geht und die Besitzer den finalen Akt des Immobilienbooms miterleben, ist nicht bekannt.

Im Bild zum einen die regionalen Hauspreisindizes (Case-Shiller-Indices) sowie der zeitliche Ablauf der Finanzierungen:

Dies ist sicherlich ein extremer Fall, zeigt aber umso eher, warum zum einen die Hypothekenverschuldung der US Amerikaner exponentiell stieg, zum anderen der Eigenanteil am Immobilienbesitz sank, aber letztendlich ein fortwährender Konsum gewährleistet war.

Laut dem letzten Survey of Consumer Finances (SCF) hatten in 2007 18,4% der Immobilienbesitzer mit einer Hypothek eine HELOC (Home Equity Line of Credit), Gebrauch davon machten allerdings nur 12,4%. Zu Beginn der Immobilienblase waren dies 1995 7,9% respektive 4,4%.

Das US Treasury Departement berichtet in seinem letzten Monthly Bank Lending Survey für den Berichtsmonat Mai, dass neue HELOCs oder Erhöhungen für die beobachteten 21 Banken mittlerweile 32,6% unter denen des Volumens vom Oktober 2008 liegen. Einzelne Banken wie Morgan Stanley haben die Kreditlinien gänzlich eingefroren.

US Haushaltssaldo weitet sich aus

Das US Haushaltssaldo weitet sich bei sinkenden Einnahmen und steigenden Ausgaben aus.

Der Überblick  mit den kumulierten Haushaltspositionen der Fiskaljahre 2007/08 und 2008/09 per Juni im Vergleich:

Tabelle

Während die Ausgaben per Juni im Fiskaljahr 2008/09 20,5% über denen des Vorjahreszeitraumes lagen, notieren die Einnahmen 17,9% unter denen des Vergleichszeitraumes 2007/08. Dabei brechen auf der Einnahmenseite die Unternehmenssteuer weg (-56,9%), aber auch die Einkommenssteuer liegt 20,9% tiefer (Chart weiter unten).

Im Bild die Ausgaben wie die Einnahmen im 12-Monatstrend seit 1980:
US Staatshaushalt: Einnahmen/Ausgaben

Die Unternehmenssteuer (blau) wie die private Einkommenssteuer (gelb); auch hier der gleitende 12-Monatstrend:

US Staatshaushalt: Einkommensteuer/Unternehmenssteuer

Die Ausgaben steigen exponentiell, die Einnahmen trocknen aus; wie Barack Obama angesichts einer derartigen Entwicklung bis zum Ende seines ersten Präsidentschaftsterms das Defizit herunterfahren will, bleibt ein Rätsel.

Abschreibungen im Bankensektor (Update)

In ‘Banken in Schwierigkeiten‘ hatten wir das globale, potenzielle Abschreibungsvolumen im Finanzsektor laut letzter Schätzung des IMF tabellarisch dargestellt – siehe nachstehende Tabelle:

Tabelle

Von den geschätzten 4.054 Mrd. US-Dollar sind alleine 2.712 Mrd. US-Dollar in den USA beheimatet.

Doch wie sehen die aktuellen Zahlen aus?

Laut Bloomberg hat der Finanzsektor weltweit bisher Verluste der Kredit und Finanzkrise in der Höhe von 1.469,4 Mrd. US-Dollar (19.6.2009) abgeschrieben. Regional verteilen sich diese wie folgt; Amerika 66%, Europa 31% und Asien 3%. Rekapitalisiert wurden dabei global per 19.6.2009 1.255,1 Mrd. US-Dollar; zu 59% in den USA, 35% in Europa und 6% in Asien – siehe Chart, links:

Es fällt die aktuelle Finanzierungslücke für den USA ins Auge. Zieht man zudem einen früheren Datenbestand heran, so hat die USA trotz des höheren Bedarfs erst später mit den Abschreibungen begonnen.

Abbau der US Nettovermögen geht weiter

Aus dem ‘Flow of Funds’ Bericht folgt jetzt die Darstellung der privaten US Haushalte (B.100 Balance Sheet of Households and Nonprofit Organizations).

Die Entwicklung der Vermögenssituation der privaten US Haushalte setzt sich fort, im Einzelnen heißt das:

  1. das Nettovermögen schwindet dahin
  2. Verbindlichkeiten werden abgelöst
  3. trotz sinkender Einkommen ist eine Sparneigung zu beobachten
  4. auf der Suche nach sicheren Finanzanlagen wurde das Portfolio umgeschichtet
  5. die US Hausbesitzer nennen nur noch 41,4% des Immobilienvermögens ihr Eigen; im Vorquartal waren dies 42,9%

Zunächst die Übersicht:

Tabelle

Das Nettovermögen beläuft sich auf 50,4 Billionen USD, hat im Vergleich zum Vorquartal um -2,6% oder auf Jahresbasis um -16,2% abgenommen. im vierten Quartal 2008 lag das Tempo des Vermögensabbau aus bei jährlich -17,4%. Seit dem Hoch im zweiten Quartal 2007 notiert der Verlust bei 13,9 Billionen USD oder 19,5%.

Im Bild zunächst die eingebrochene, jährliche Wachstumsrate:

jährliche Wachstumsrate der Nettovermögen

Folgend ist das nominale Nettovermögen in Billionen USD dargestellt:

Nettovermögen in Billionen US-Dollar

Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 liegen die Verbindlichkeiten um 0,8% niedriger; zum Vorjahreszeitraum notieren diese 2,1% tiefer. Dabei markiert die jährliche Wachstumsrate der Hypothekenverschuldung mit -1,0% ein Allzeittief, die Rate der Verbraucherkredite liegt mit -0,4% auf dem tiefsten Niveau seit dem zweiten Quartal 1992; nachfolgend sind beide abgebildet:

Jahresrate der Hypothekenverschuldung/Verbraucherkredite

Die Gesamtverschuldung zum frei verfügbaren Einkommen beläuft sich auf 131,1%, zuletzt waren dies noch 133,9%. Das Allzeithoch datiert vom vierten Quartal 2007 bei 138,6%. Hier manifestiert sich eine Trendwende.

Der historische Verlauf ist im nachfolgenden Chart abgebildet:

Gesamtverschuldung / Einkommen

Bei nachgebenden Aktienkursen haben die US Verbraucher ihre Finanzanlagen umgeschichtet. Insgesamt legte das Volumen der Kreditmarktinstrumente im Vergleich zum Vorquartal um 13,3% zu. Die Zunahme von knapp 500 Mrd. USD fokussiert sich auf US Staatsanleihen (+377,3 Mrd. USD) und Unternehmensanleihen (+451,2 Mrd. USD). Getrennt haben sich die privaten US Haushalte von Agency Bonds (-344,0 Mrd. USD).

US Verschuldung vom Ausland gehalten (Flow of Funds) – Q1 2009

Letzte Woche publizierte das FRB in die Daten zu den Flow of Funds Accounts für das erste Quartal 2009.

Die Entwicklung der Gesamtverschuldung in den letzten zwei Quartalen in der Übersicht:Tabelle

Die privaten US Haushalte reduzieren ihre Verbindlichkeiten, während die der öffentlichen Haushalte expandieren.

Die gesamten Kreditmarktinstrumente wachsen 4,4% gegenüber dem Vorjahr und beliefen sich im ersten Quartal 2009 auf 52,9 Billionen USD. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt lag die Verschuldung bei 375,9%. Der historische Verlauf ist weiter unten im Chart zu sehen.

Verschuldung/Bruttoinlandsprodukt

Außerhalb des Finanzsektors liegt die Verschuldung bei 33,9 Billionen USD oder 241,1% vom Bruttoinlandsprodukt.

Der Anteil der US Verschuldung, der vom Ausland gehalten wird, belief sich im ersten Quartal 2009 auf 15,0%. Das Allzeithoch von 15,2% wurde im zweiten Quartal 2008 markiert. Bei einer gesamten Verschuldung von 52,9  Bill. USD waren es 7931,0 Mrd. USD, die vom Ausland getragen werden. Die Jahresrate beläuft sich auf 5,1%.

Abgebildet der Anteil der US Verschuldung,  der vom Ausland gehalten wird:

Das Volumen der US Treasuries wurde erneut kräftig ausgeweitet, im Jahresvergleich lag der Zuwachs bei 29,3%. 49,1% der US Treasuries befindet sich in ausländischem Besitz – der langfristige Verlauf ist im Chart unten zu sehen.

China hat sich als größter Halter von langfristigen US Staatsanleihen etabliert; die TIC-Daten für den Berichtsmonat April wiesen für China ein Volumen von 763,6 Mrd. USD oder 23,4% der US Treasuries aus; es folgen Japan mit 685,9 Milliarden USD (21,0%), karibische Bankencenter mit 204,7 Mrd. USD (6,3%) und Ölexportierende Staaten mit 189,5 Mrd. USD (5,8%).

Das Ausland hat seine Agency Bonds weiter merklich reduziert; so werden nun noch 16,2% getragen. Im Vergleich zum Vorjahr notiert der Bestand 17,9% tiefer.

Die Zentralbanken halten mittlerweile nahezu 70% der US Staatstitel – US Treasuries (67,6%) und Agency Bonds (69,6%).

Abgebildet ist jeweils der Anteil der Zentralbanken:

Ergänzend findet sich eine aktualisierte Version von ‘Flow of Funds Accounts’ – US Verschuldung im Ausland entweder als PDF oder bei den Einzel-Themen zusammen mit älteren Ausgaben.

Jetzt mit korrigiertem Link für die PDF.