Sitemap  |  Feedback  |  RSS  |  Kontakt  |  Links

Markt-Daten.de    web

Deflation oder Inflation?

Die Differenz zwischen dem Bruttoinlandsprodukt, das eine Volkwirtschaft potentiell hervorbringen könnte, und dem tatsächlichen BIP wird als Output Lücke bezeichnet. Die wirtschaftliche Lage ist weltweit geprägt von niedrig ausgelasteten Kapazitäten, wobei die Preissetzungsmacht auf der Anbieterseite, gering ist. Damit einher gehen niedrige Inflationsraten. Das Potentialwachstum der verschuldeten Staaten von Amerika wurde bereits nach unten angepasst. Dennoch ist die Outputlücke nach wie vor sehr groß.

BCA Research stellt diesen Zusammenhang im Kontext der G7 Länder dar.

Helmut Wüllenweber

ECRI Frühindikatoren drehen ins Plus

Genauer gesagt weist die Wachstumsrate der ECRI Frühindikatoren erstmals seit der Woche zum 24.8.2007  mit + 2,1 einen positiven Wert auf. Der Index selbst markiert mit 117,6 ein 37-Wochen-Hoch nach abwärts revidierten 117,0. In den vergangenen 28 Wochen erholte sich die Wachstumsrate stetig von dem Allzeittief des Wertes bei  -29,7.

Der  nachstehende Chart unterstreicht die positive Korrelation zwischen dem Rezessionsende in den USA und dem Drehen der Wachstumskurve ins Positive.

ECRI Frühindikatoren - Wachstumsrate

Ein weiterer Parameter, der das Rezessionsende anzeigt, hat noch nicht eindeutig gedreht. Die jährliche Wachstumsrate der ‘Continued Claims’  lässt noch auf sich warten:

In den nächsten Wochen wird die Veröffentlichung der harten Fakten ein Rezessionsende untermauern müssen. Die Stimmungsindikatoren sind dem bekannterweise voraus gelaufen. Wir warten auf die ‘Green Shoots’ …

Da sich das NBER in der Vergangenheit sehr zurückhaltend gezeigt hat eine Rezession offiziell für beendet zu erklären, gilt es auch hier Geduld zu beweisen. Äußerungen von Martin Feldstein, dem Vorsitzenden des entsprechenden NBER-Ausschusses, bekommen mehr Gewicht.

Da gerade die jüngsten Flow of Funds Daten einen langwierigen ‘Deleveraging’-Prozess bei den Verbraucher Finanzen erwarten lassen, wird der US Verbraucher nur sehr bedingt als Konjunkturlokomotive zur Verfügung stehen. Ein Fortführen vergangener Wachstumsjahre erscheint unwahrscheinlich, vielmehr rückt eine ‘Double-Dip’- Rezession und ein Szenario vergleichbar den 80er Jahre in den Fokus.

Abschreibungen im Bankensektor (Update)

In ‘Banken in Schwierigkeiten‘ hatten wir das globale, potenzielle Abschreibungsvolumen im Finanzsektor laut letzter Schätzung des IMF tabellarisch dargestellt – siehe nachstehende Tabelle:

Tabelle

Von den geschätzten 4.054 Mrd. US-Dollar sind alleine 2.712 Mrd. US-Dollar in den USA beheimatet.

Doch wie sehen die aktuellen Zahlen aus?

Laut Bloomberg hat der Finanzsektor weltweit bisher Verluste der Kredit und Finanzkrise in der Höhe von 1.469,4 Mrd. US-Dollar (19.6.2009) abgeschrieben. Regional verteilen sich diese wie folgt; Amerika 66%, Europa 31% und Asien 3%. Rekapitalisiert wurden dabei global per 19.6.2009 1.255,1 Mrd. US-Dollar; zu 59% in den USA, 35% in Europa und 6% in Asien – siehe Chart, links:

Es fällt die aktuelle Finanzierungslücke für den USA ins Auge. Zieht man zudem einen früheren Datenbestand heran, so hat die USA trotz des höheren Bedarfs erst später mit den Abschreibungen begonnen.

Abbau der US Nettovermögen geht weiter

Aus dem ‘Flow of Funds’ Bericht folgt jetzt die Darstellung der privaten US Haushalte (B.100 Balance Sheet of Households and Nonprofit Organizations).

Die Entwicklung der Vermögenssituation der privaten US Haushalte setzt sich fort, im Einzelnen heißt das:

  1. das Nettovermögen schwindet dahin
  2. Verbindlichkeiten werden abgelöst
  3. trotz sinkender Einkommen ist eine Sparneigung zu beobachten
  4. auf der Suche nach sicheren Finanzanlagen wurde das Portfolio umgeschichtet
  5. die US Hausbesitzer nennen nur noch 41,4% des Immobilienvermögens ihr Eigen; im Vorquartal waren dies 42,9%

Zunächst die Übersicht:

Tabelle

Das Nettovermögen beläuft sich auf 50,4 Billionen USD, hat im Vergleich zum Vorquartal um -2,6% oder auf Jahresbasis um -16,2% abgenommen. im vierten Quartal 2008 lag das Tempo des Vermögensabbau aus bei jährlich -17,4%. Seit dem Hoch im zweiten Quartal 2007 notiert der Verlust bei 13,9 Billionen USD oder 19,5%.

Im Bild zunächst die eingebrochene, jährliche Wachstumsrate:

jährliche Wachstumsrate der Nettovermögen

Folgend ist das nominale Nettovermögen in Billionen USD dargestellt:

Nettovermögen in Billionen US-Dollar

Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 liegen die Verbindlichkeiten um 0,8% niedriger; zum Vorjahreszeitraum notieren diese 2,1% tiefer. Dabei markiert die jährliche Wachstumsrate der Hypothekenverschuldung mit -1,0% ein Allzeittief, die Rate der Verbraucherkredite liegt mit -0,4% auf dem tiefsten Niveau seit dem zweiten Quartal 1992; nachfolgend sind beide abgebildet:

Jahresrate der Hypothekenverschuldung/Verbraucherkredite

Die Gesamtverschuldung zum frei verfügbaren Einkommen beläuft sich auf 131,1%, zuletzt waren dies noch 133,9%. Das Allzeithoch datiert vom vierten Quartal 2007 bei 138,6%. Hier manifestiert sich eine Trendwende.

Der historische Verlauf ist im nachfolgenden Chart abgebildet:

Gesamtverschuldung / Einkommen

Bei nachgebenden Aktienkursen haben die US Verbraucher ihre Finanzanlagen umgeschichtet. Insgesamt legte das Volumen der Kreditmarktinstrumente im Vergleich zum Vorquartal um 13,3% zu. Die Zunahme von knapp 500 Mrd. USD fokussiert sich auf US Staatsanleihen (+377,3 Mrd. USD) und Unternehmensanleihen (+451,2 Mrd. USD). Getrennt haben sich die privaten US Haushalte von Agency Bonds (-344,0 Mrd. USD).

US Verschuldung vom Ausland gehalten (Flow of Funds) – Q1 2009

Letzte Woche publizierte das FRB in die Daten zu den Flow of Funds Accounts für das erste Quartal 2009.

Die Entwicklung der Gesamtverschuldung in den letzten zwei Quartalen in der Übersicht:Tabelle

Die privaten US Haushalte reduzieren ihre Verbindlichkeiten, während die der öffentlichen Haushalte expandieren.

Die gesamten Kreditmarktinstrumente wachsen 4,4% gegenüber dem Vorjahr und beliefen sich im ersten Quartal 2009 auf 52,9 Billionen USD. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt lag die Verschuldung bei 375,9%. Der historische Verlauf ist weiter unten im Chart zu sehen.

Verschuldung/Bruttoinlandsprodukt

Außerhalb des Finanzsektors liegt die Verschuldung bei 33,9 Billionen USD oder 241,1% vom Bruttoinlandsprodukt.

Der Anteil der US Verschuldung, der vom Ausland gehalten wird, belief sich im ersten Quartal 2009 auf 15,0%. Das Allzeithoch von 15,2% wurde im zweiten Quartal 2008 markiert. Bei einer gesamten Verschuldung von 52,9  Bill. USD waren es 7931,0 Mrd. USD, die vom Ausland getragen werden. Die Jahresrate beläuft sich auf 5,1%.

Abgebildet der Anteil der US Verschuldung,  der vom Ausland gehalten wird:

Das Volumen der US Treasuries wurde erneut kräftig ausgeweitet, im Jahresvergleich lag der Zuwachs bei 29,3%. 49,1% der US Treasuries befindet sich in ausländischem Besitz – der langfristige Verlauf ist im Chart unten zu sehen.

China hat sich als größter Halter von langfristigen US Staatsanleihen etabliert; die TIC-Daten für den Berichtsmonat April wiesen für China ein Volumen von 763,6 Mrd. USD oder 23,4% der US Treasuries aus; es folgen Japan mit 685,9 Milliarden USD (21,0%), karibische Bankencenter mit 204,7 Mrd. USD (6,3%) und Ölexportierende Staaten mit 189,5 Mrd. USD (5,8%).

Das Ausland hat seine Agency Bonds weiter merklich reduziert; so werden nun noch 16,2% getragen. Im Vergleich zum Vorjahr notiert der Bestand 17,9% tiefer.

Die Zentralbanken halten mittlerweile nahezu 70% der US Staatstitel – US Treasuries (67,6%) und Agency Bonds (69,6%).

Abgebildet ist jeweils der Anteil der Zentralbanken:

Ergänzend findet sich eine aktualisierte Version von ‘Flow of Funds Accounts’ – US Verschuldung im Ausland entweder als PDF oder bei den Einzel-Themen zusammen mit älteren Ausgaben.

Jetzt mit korrigiertem Link für die PDF.

US Industrieproduktion: größter Rückgang seit knapp 63 Jahren

Die US Industrieproduktion nimmt weiter Fahrt auf in der Abwärtsbewegung; im Berichtsmonat Mai sank diese um 1,1% zum Vormonat nach revidierten -0,7% (zuvor: -0,5%). Bis auf den Oktober 2008 sank die Industrieproduktion in den letzten 16 Monaten. So ergibt sich eine jährliche Wachstumsrate von -13,4%, im Vergleich zum Vorjahr der deutlichste Rückgang seit dem Juli 1946 (-16,0%)

Die Autobauer notierten einen Rückgang von -7,9% zum Vormonat oder -38,4% auf Jahresbasis, somit sank die Produktion im verarbeitenden Gewerbe um -1,0%/-15,2% (M/J). Aber auch ohne die Autobauer befindet sich die Industrieproduktion im Rückwärtsgang mit -0,9%/-12,2% (M/J).

Dank der Produktion der Verbrauchsgüter hielt sich der Rückgang der Konsumgüter in Grenzen (-0,8%/-7,1%); gemäßigt auch der Abfall der Versorger (-1,4%/-3,4%). Lange Zeit trotzte die Hightech – Branche der Rezession, seit Mitte letzten Jahres geht es kontinuierlich abwärts, zuletzt mit -1,1% zum April und -14,9% zum Vorjahresmonat.

Im Bild die Jahresrate der gesamten Industrieproduktion:

US Industrieproduktion

Das Frühlingserwachen der Industrieproduktion lässt auf sich warten; “Green Shoots” lassen sich nicht ausmachen.

US Arbeitsmarkt im Mai 2009: kritische Anmerkungen

Zunächst die vordergründigen Eckpunkte:

Herauspickt wird zunächst die Stellenveränderung. Die positive Meldung lag bei einem Abbau von 345.000; die Konsensschätzungen hatten bei -550.000 gelegen. Zudem wurde der Vormonatswert von -539.000 auf -504.000 revidiert.

Eine Wende im Arbeitsmarkt lässt sich konstatieren, aber in der Ausprägung?

Das CES Net Birth/Death Model generierte im abgelaufenen Mai 220.000 Stellen. Laut dem BLS soll das Stellenwachstum von Unternehmensgründungen abgedeckt werden  “employment growth generated by new business formations”. Diesen Optimismus nehmen wird zur Kenntnis, insbesondere da die Stellenschöpfung 25,0% über der des Vorjahres lag.

Die offizielle Arbeitslosenanzahl von gut 14 Millionen befindet sich auf einem Allzeithoch. Hinzugerechnet werden muss allerdings die Anzahl der Menschen, die entmutigt sind (5.861 Tsd.); somit sind mehr als 20 Millionen Menschen arbeitslos. Nicht zu vergessen die Anzahl der Menschen, die bedingt durch die aktuelle  Konjunkturlage Teilzeit arbeiten, derzeit gut 9 Millionen.

Immer wieder thematisiert, die alternative Arbeitslosenquote (U-6); berücksichtigt werden hier auch die Menschen, die lediglich einen Teilzeitjob finden oder ansonsten die Kriterien für den Arbeitslosenstatus nicht erfüllen. Diese Quote notierte im Mai bei 16,4%.

Hier im Bild mit der offiziellen Arbeitslosenquote:

Zuletzt die aggregierte Wochenarbeitszeit; diese fällt um -6,7% zum Vorjahr. Die Menschen, die Arbeit haben, arbeiten spürbar weniger. Ein vergleichbarer Rückgang wie vergleichbares Niveau wurde zuletzt in den siebziger Jahren gesehen (siehe Chart).

Haushaltslöcher hinterlassen ihre Spuren

Der in Philadelphia ansässige The Pew Charitable Trusts hat eine Studie veröffentlicht wie 13 US-amerikanische Städte der Rezession begegnen:

Tough Decisions and Limited Options: How Philadelphia and Other Cities are Balancing Budgets in a Time of Recession

Das größte Haushaltsloch offenbart die Autobauerstadt Detroit, die Finanzierungslücke beläuft sich auf 20 Prozent. Zu schaffen macht den Stadtkämmerern sinkende Steuereinnahmen (Einkommensteuer, Verbrauchssteuer, Grund- und Immobiliensteuer). An erster Stelle der Sorgenliste stehen allerdings die fallenden Aktienkurse; diese bewirken eine zu geringe Kapitalisierung der Pensionsfonds, sodass diese bezuschußt  werden müssen.

Ausgabekürzungen wie Erhöhungen der Einnahmen sind vonnöten. Vier dieser 13 Städte erwägen bereits Steuererhöhungen. Einige Städte versuchen ihre Einnahmen mit dem Verkauf oder Leasing öffentlichen Eigentums aufzubessern.
Ausgabekürzungen heißt Reduzierung der kommunalen Leistungen und damit Personalabbau. Schaut man sich an wie die Städte Detroit, Atlanta und Philadelphia bisher ihren Personalstamm reduziert haben, dann droht noch einiges an Ungemach.

US Unternehmensgewinne

Nach offizieller Lesart des Bureau of Economic Analysis stellt sich der Verlauf der Unternehmensgewinne, abgeleitet aus der volkswirtschafttlichen Gesamtrechnung, wie folgt dar:

Helmut Wüllenweber

US Staatshaushalt: Einnahmen brechen weg

Der US Staatshaushalt im Monat April markierte ein Defizit von -20,91 Mrd. USD nach einem Überschuss von +159,28 Mrd. USD  im Vorjahresmonat. Üblicher Weise gehört der April zu den steuerstärksten Monaten, die einen Überschuss generieren; private Steuerzahlungen werden im April fällig. Im Jahr 2009 machen steigende Ausgaben wie sinkende Einnahmen einen Strich durch die Rechnung.

Die folgende tabellarische Übersicht verdeutlicht die prekäre Situation; verglichen werden die kumulierten Positionen der Finanzjahre 2007/08 mit 2008/09:

Tabelle

So sind die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um -18,9% gesunken, während die Ausgaben um 20,9% gestiegen sind.

Der Einnahmerückgang von 293,6 Mrd. USD liegt zwar grossteils bei der privaten Einkommensteuer (181,2 Mrd. USD), geringer bei der Unternehmenssteuer (100,4 Mrd. USD). Prozentual macht sich der Rückgang allerdings bei der Unternehmenssteuer deutlicher bemerkbar, -58,6% im Vergleich zu -24,2%.
Auf der Ausgabenseite fallen steigende Sozialausgaben sowie Ausgaben im Rahmen der Immobilienkrise ins Gewicht.

Folgender Chart dokumentiert die fallenden, jährlichen Wachstumsraten der privaten Einkommensteuer wie der Unternehmenssteuer:

US Staatshaushalt

Den April als starker Steuermonat spiegelt folgender Chart wider. In den vergangenen knapp 40 Jahren wurde lediglich 1983 zuvor ein Defizit beobachtet. Der April 2009 fällt hier – wie bereits erwähnt – aus der Reihe.

US Staatshaushalt: Aprildefizit im Vergleich

Es steht schlecht um die Bären!

Das gilt zumindets für die Leerverkäufer am Aktienmarkt.

In den US Arbeitsmarktstatistiken finden Aktienmarktbullen erste ermutigende Signale.

Die hartgesottenen Akionäre haben dieser positiven Entwicklung bereits Rechnung getragen und vorausgekauft: Die Panikstimmung bei den Aktionären ist jedenfalls abgeklungen. Nachdem die Kurse bereits kräftig gestiegen sind, werden Aktien vereinzelt auch wieder zum Kauf empfohlen. O-Ton: “Der Dax kann nur steigen”.

Nicht auszuschließen ist eine Entwicklung wie zu Beginn der 80er Jahre. Zunächst ruft das NBER das Ende der Rezession aus, anschliessend kommt eine zweite Phase des Konjunkturrückgangs.

Helmut Wüllenweber

US Bruttoinlandsprodukt tiefrot

Die erste Schätzung des inflationsbereinigten US Bruttoinlandsproduktes für das erste Quartal 2009 spiegelte eine Volkswirtschaft tief in der Rezession. Annualisiert schrumpfte diese um -6,1% zum Vorquartal; nach europäischer Zählweise notierte der Rückgang auf Jahresbasis bei -2,6%, dem tiefstem Niveau seit dem III. Quartal 1982 (-2,7%) und nach -0,8% im Vorquartal. Erwartet worden war eine Kontraktion um 5,0%.

Für den größten Abschlag sorgten die Anlageinvestitionen (-6,04%), gefolgt von den rückläufigen Exporten (-4,06%) und den Lagerbeständen (-2,79%). Positiv bemerkbarer machten sich die sinkenden Importe, diese werden hinzu addiert, sowie der private Verbrauch.

Im Bild der Prozentsatz, den die einzelnen Sektoren zum Bruttoinlandsprodukt beitragen:

Anteil am Bruttoinlandsprodukt

Wenn man dann Hoffnungsvolles aus der Veröffentlichung schöpfen möchte, dann bietet sich der private Verbrauch an, der annualisiert um +2,2%, nach zuletzt -4,3%, stieg. Zudem wurden die Konsensschätzungen von + 0,9% geschlagen; die Jahresrate notiert allerdings immer noch bei -1,2%.
Entsprechend hat die Dynamik der implodierenden Binnennachfrage nachgelassen; im ersten Quartal 2009 waren es -5,1% nach zuvor -5,9%.

Der Immobiliensektor zeigte im ersten Quartal noch keine Erholungstendenzen; der Anteil der Immobilieninvestitionen am Bruttoinlandsprodukt betrug lediglich 2,7%. Erneut wurde ein Allzeittief markiert.
Hier im Bild mit den US Rezessionen:

Immobilieninvestitionen (BIP)

Banken in Schwierigkeiten – GFSR April 2009

Der IMF publizierte letzte Woche seinen halbjährlichen Global Financial Stability Report; konstatierte eine anhaltende, schwerwiegende Belastung des Weltfinanzsystems in dem Maße wie die Finanzkrise private Haushalte, Unternehmen und den Finanzsektor in Industriestaaten wie auch Schwellenländer erfasst.

In seiner Zusammenfassung spricht der IMF:

The global financial system remains under severe stress as the crisis broadens to include households, corporations, and the banking sectors in both advanced and emerging market countries. Shrinking economic activity has put further pressure on banks’ balance sheets as asset values continue to degrade, threatening their capital adequacy and further discouraging fresh lending. Thus, credit growth is slowing, and even turning negative, adding even more downward pressure on economic activity. Substantial private sector adjustment and public support packages are already being implemented and are contributing to some early signs of stabilization. Even so, further decisive and effective policy actions and international coordination are needed to sustain this improvement, to restore public confidence in financial institutions, and to normalize conditions in markets. The key challenge is to break the downward spiral between the financial system and the global economy. Promising efforts are already under way for the redesign of the global financial system that should provide a more stable and resilient platform for sustained economic growth.

Quelle: Zusammenfassung (PDF)

Eine weitere Aufstockung der potenziellen Abschreibungen des Finanzsektors bis 2010 wurde bekannt gegeben. Der IMF schreitet jetzt forsch voran; für sämtliche globalen Kredite und Finanzprodukte wird ein Volumen von 4.054 Mrd. US-Dollar ausgemacht, der Großteil hat seine Herkunft in den USA (2.712 Mrd. US-Dollar). Alleine die Höhe dieses Anteils verdoppelte sich nahezu, noch vor einem Jahr ging der IMF von 1.405 Mrd. US-Dollar aus.

Gut 60% (2.470 Mrd. US-Dollar) liegt bei den Banken, der Rest wird von Versicherungen und anderen Marktteilnehmern gehalten.

Nachfolgende Tabelle schlüsselt die potenziellen Abschreibungen hinsichtlich ihrer Herkunft auf; die ausstehenden Verbindlichkeiten haben ein globales Gesamtvolumen von 57.719 Mrd. US-Dollar, stehen in der Spalte ganz links.

Tabelle

Stimmungsaufhellung – Verbrauchervertrauen (Conference Board)

Das Verbrauchervertrauen nach Lesart des Conference Boards stieg im April um 12,3 Punkte auf 39,2 Punkte. Damit wurde der höchste Stand seit dem November letzten Jahres markiert. Ausschlaggebend war der Anstieg in der Erwartungskomponente, dieser Index kletterte um 19,3 Punkte auf 49,5. Der Index, der die aktuelle Situation abbildet, stabilisierte sich und konnte erstmals seit acht Monaten leicht zulegen (+ 1,8 Punkte). Nach 21,9 notiert er nun bei 23,7.

Nicht ganz so deutlich verbesserte sich im April das Verbrauchersentiment der Uni Michigan; die erste Schätzung ergab für den April einen Anstieg von 4,6 Punkten auf 61,9. Beide Umfragen sind nachfolgend abgebildet:

Verbrauchervertrauen nach Lesart des Conference Boards

Quelle: Conference Board

Die ‘weichen’ Konjunkturindikatoren  zeigen allerorten  Verbesserungen; es fehlt allerdings noch an der Untermauerung durch die ‘harten’ Indikatoren.

Stimmungsaufhellung – The Moody’s Economy.com Survey of Business Confidence

Das globale Unternehmenssentiment hat die vierte Woche infolge von -24,1 auf zuletzt -21,9 zugelegt. Es notiert jetzt auf dem höchsten Niveau seit Oktober letzten Jahres. Das Allzeittief von Ende letzten Jahres wurde im März noch einmal angetestet, aber nicht unterschritten.

Das Sentiment in den Unternehmen sei laut Moody’s Economy.com immer noch schwach; wesentliche Verbesserungen waren in Asien und Südamerika zu beobachten, wenn auch anderen Orts die Stimmung gehobener war. Das Ende der globalen Rezession anzunehmen sei verfrüht; die jüngsten Umfragen allerdings durchaus hoffnungsvoll.

Global business sentiment is improving. Confidence remains very weak, but it improved last week to its best level since late last October. Much of the improvement has been in Asia and South America, although sentiment is more upbeat everywhere. Expectations regarding the outlook six months hence are particularly buoyant. Current sales strength remains the notable weak spot; it has yet to show any gains. It is premature to conclude that the global recession is ending, but recent survey results are somewhat encouraging.

Quelle: The Moody’s Economy.com Survey of Business Confidence