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Euro-Indikatoren: Bruttoinlandsprodukt (5)

Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone schrumpfte im vierten Quartal 2012 mit -0,6% zum Vorquartal, das fünfte Mal in Folge. Zwölf der bisher 14 gemeldeten Staaten der Eurozone verzeichnen ein rückläufiges Wachstum, allein in Estland und der Slowakei wächst die Wirtschaft. Der stärkste Rückgang ist in Portugal (-1,8%) zu beobachten.

Definiert man eine Rezession als zwei Quartale in Folge rückläufigen Wachstums, dann befinden sich 6 von 14 Staaten der Eurozone in einer Rezession, als da wären Spanien, Italien, Zypern, die Niederlande, Portugal und Slowenien. Griechenland wäre der siebte Staat in Rezession, die zuletzt verfügbaren Daten stammen aber aus dem ersten Quartal 2011.

In der folgenden Tabelle sind die vierteljährlichen Wachstumsraten der EU-Staaten wie auch der Kandidatenländer abgebildet; noch nicht alle Staaten haben ihre Daten publiziert.

EU: Bruttoinlandsprodukt in % Q/Q

Auf Jahresbasis sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,9%; der nachstehende Chart stellt die jährlichen Wachstumsraten in Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien und der Eurozone gegenüber. In dem kurzen Zeitabschnitt lässt sich beobachten, dass Deutschland im positiven wie im negativen Bereich die Extreme auslotet.

Bruttoinlandsprodukt, jährliche Wachstumsrate im Vergleich

Der nächste Chart bildet die jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes in der Eurozone ab wie auch den EuroSTOXX 50

Bruttoinlandsprodukt der Eurozone (% J/J) vs. EuroSTOXX 50

Schauen wir mal, ob und wie weit sich die Rezession der Eurozone im Aktienmarkt wiederspiegelt.

Fondszuflüsse im Januar 2013: Anleger ändern ihr Investitionsverhalten

Das Investment Company Institute (ICI) publizierte die Daten der US Fondszuflüsse für den Januar 2013. Traditionell notieren die Fonds Zuflüsse zu Beginn des Jahres. Im Januar wurde bei Aktienfonds mit +37,91 Mrd. USD der höchste Stand seit Januar 2004 gesehen. Nennenswerte Zuflüsse gab es zuletzt zu Beginn 2011. Nahe zu gleiche Anteile wurden in Fonds, die primär in den USA anlegen, wie auch außerhalb der USA investiert.

Im folgenden Chart sind die Zuflüsse der Aktienfonds dargestellt:

Fondszuflüsse (Aktien) vs. S&P500

Im Rahmen der Kredit-und Finanzkrise wurde zunehmend in sicher geltende Rentenpapiere investiert; in dem Maße wie Gelder aus Aktienfonds abgezogen wurde, flossen diese in Rentenfonds. Die aktuelle Rentenblase wurde – von Angst getrieben – aufgepäppelt. Das entgegengesetzte Bild bot sich zu Zeiten der Internetblase, nur wenig Gelder flossen in Rentenfonds, der Großteil in Aktienfonds.

Der Chart zeigt den historischen Ablauf seit 1995:

Fondszuflüsse (Aktien vs. Rentenpapiere)

Erstmals seit dem Jahreswechsel 2010/2011 notierten die Zuflüsse der Aktienfonds über denen der Rentenfonds. Ob dies eine nachhaltige Bewegung wird, bleibt zu beobachten.
Folgend ist die Differenz der Zuflüsse in Aktien-wie Rentenfonds abgebildet:

Differenz Fondszuflüsse Aktien-Rentenpapiere

Euro-Indikatoren: Europas Stimmung steigt im Februar unerwartet (4)

Im Vorfeld der italienischen Parlamentswahlen stieg der Economic Sentiment Index (ESI) merklich. Laut EU Kommission stieg der Index für den Berichtsmonat Februar von revidierten 89,5 (zuvor 89,2) auf 91,1. Analysten hatten mit einem Wert von 89,8 gerechnet.

Getragen wurde der Anstieg vom verarbeitenden Gewerbe, dem Dienstleistungssektor sowie einer geringfügig aufgehellten Verbraucherstimmung. Abschlägig wirkten die Bauwirtschaft wie auch der Einzelhandel.

Die größten Zuwächse gab es in Österreich (+4,9 Punkte), Belgien und Schweden mit jeweils +3,6 Punkte, Malta (+3,4 Punkte) und Deutschland (+2,5 Punkte). Rückläufige Werte wurden lediglich in Ungarn (-0,2 Punkte), Lettland (-0,4 Punkte) und Großbritannien (-0,5 Punkte) notiert. Das unklare Ergebnis der italienischen Wahlen ging in die Befragung nicht mit ein.

Im Bild der Economic Sentiment Index für die Eurozone (blaue Linie) sowie einzelner Staaten:

Economic Sentiment Index (ESI) im Februar 2013

Euro-Indikatoren: Verbraucherstimmung (3)

Seit Frühjahr 2011 hat sich die Verbraucherstimmung in der Eurozone zunehmend im Rahmen der europäischen Schuldenkrise eingetrübt. Auch hier notiert das deutsche Sentiment auf einem hohen Niveau. Italien hat mittlerweile das Niveau vom Frühjahr 2009 unterschritten. In Spanien verdunkelt sich die Stimmung zunehmend.

Folgender Chart bildet die Verbraucherstimmung einiger europäischer Staaten ab:

Eurozone: Verbraucherstimmung

Fragt man nach der finanziellen Lage in den letzten zwölf Monaten, so wird diese insbesondere von den Spaniern und Italienern zunehmend enger eingeschätzt. Aber auch britische Konsumenten spüren die flaue, heimische Konjunktur. Bei deutschen Verbrauchern hat die europäische Schuldenkrise wenig Spuren hinterlassen. Auf einem, seit zwei Jahren nahe zu unverändertem Niveau,  fällt die Einschätzung zur eigenen finanziellen Situation aus.

Nachfolgender Chart stellt den historischen Ablauf seit 1990 dar:

Eurozone: Verbraucher zur finanziellen Lage in den letzten zwölf Monaten

Euro-Indikatoren: Industrieproduktion (2)

Europaweit finden sich nur wenige Staaten mit einer positiven, jährlichen Wachstumsrate der Industrieproduktion im verarbeitenden Gewerbe, so das Baltikum, Malta, die Niederlande, die Slowakei und die Türkei. Die Wachstumsrate der Eurozone baute das rückläufige Tempo zuletzt aus, im November 2012 notierte dies bei -3,7% ggü. dem Vorjahr.
Den größten Rückgang verzeichnete Zypern mit -10,9%.

Im Bild die negativen Jahresraten der Eurozone (dunkelblau), Deutschlands (rot), Spaniens (grau), Frankreichs (orange), Italiens (grün) und Großbritanniens (hellblau):

20130127-industrieproduktion-wachstum

Der Index relativiert zumindest den Rückgang der deutschen Industrieproduktion, immer noch liegt dieser auf einem hohen Niveau, während insbesondere das verarbeitende Gewerbe der Mittelmeeranrainer zum Teil deutlich unter dem Krisenniveau vom März 2009 notiert.

Abgebildet der Index Vergleich:

Industrieproduktion im europäischen Vergleich (Index)

Euro-Indikatoren: Arbeitslosigkeit (1)

In loser Folge werden einige Euro Indikatoren ins Bild gesetzt. Verglichen wird die Entwicklung in der Eurozone, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und Großbritannien.

Zuletzt notierte die Arbeitslosenrate im Euroraum auf Allzeithoch bei 11,8%; dabei notiert die Arbeitslosenquote in Spanien mit 26,6% ebenfalls auf Allzeithoch. In Frankreich und Italien nähert sich die Quote dem Höchststand.
Der nachfolgende Chart zeigt die Arbeitslosenquote seit 1990:

Eurozone: Arbeitslosenquote

Dramatisch hat sich insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit entwickelt; 24,4% der erwerbstätigen Menschen unter 25 Jahre hat in Europa keine Arbeit. Unter spanischen Jugendlichen wird auch hier der höchste Stand mit 56,5% markiert. Aber auch die italienische und französische Quote liegt mit 37,1% respektive 27,0% über dem europäischen Mittel. Insgesamt liegt die Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa auf einem erschreckend hohem Niveau und birgt reichlich Frustrationspotenzial.

Die tabellarische Übersicht der Jugendarbeitslosigkeit in der gesamten EU:

Jugendarbeitslosigkeit in der EU (Tabelle)

Für die Eurozone, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und Großbritannien ergibt sich folgendes Bild:

Eurozone: Jugendarbeitslosigkeit

In Deutschland ist die Entwicklung der Arbeitslosenrate seit Mai 2005 rückläufig. Nach IAA-Definition betrug diese insgesamt zuletzt 5,4%, für Jugendliche 8,1%.

Gewinner und Verlierer 2012

In 2012 war der DAX im internationalen Vergleich einer der großen Gewinner. Die Jahresperformance in Euro notierte 2012 bei +29,1% nach einem Rückgang von 14,7% im Vorjahr. Die Euro-Stärke zum Ende des Jahres brachte dann noch einen Anstieg des DAX in US-Dollar; über das Jahr hinweg waren dies +31,7%.

Geringer sahen die Zugewinne in den USA aus; der breit aufgestellte S&P500 legte in US-Dollar 13,4% zu; in Euro waren es dann noch 11,3%. Größere Verwerfungen gab es in Japan bedingt durch die Yen-Stärke; so konnte der heimische Nickei225 in Yen +22,9% zum Vorjahr notieren, in US-Dollar waren es dann nur noch +10,0%, in Euro blieben +7,7%.

Die Benchmark der Vermögensverwalter, der MSCI World Index (NET), schaffte 2012 in US-Dollar +15,8% und in Euro +14,0%.

In der Übersicht hier einige Indices; eine umfangreichere Zusammenstellung findet sich in Jahreszusammenfassung 2012 (PDF, 45 Seiten):

Jahresperformance 2012

Für den DAX war es das stärkste Jahr seit 2003 mit +37,1 %; nachfolgender Chart zeigt die jährliche Entwicklung seit 1960

DAX - Jahresperformance seit 1960

Bei den Edelmetallen lag Platin mit einem zweistelligen Zuwachs vorn; Gold und Silber verzeichneten einstellige Anstiege. Das Bild bei den Industriemetallen war durchmischt. Abschlägigen Nickelpreisen standen Preisgewinne bei Zinn von etwas über 20% gegenüber.
Während das nordamerikanische Rohöl (WTI) einen Rückgang verzeichnete, notierte das europäische Brent nahezu unverändert.

Die Rohstoffe in der Übersicht:

20130110-rohstoffe2012

Einige Charts stehen nachfolgend jeweils für den Jahresverlauf 2012, zunächst der DAX:

DAX, Jahresverlauf in US-Dollar vs. Euro

Der S&P500:

S&P500, Jahresverlauf in US-Dollar vs. Euro

Der Nickei225, die gelbe Kurve bildet den Index in Yen ab:

Nickei225, Jahresverlauf in Yen, US-Dollar und Euro

Die Edelmetalle jeweils in Euro:

Edelmetalle in Euro

weitere Charts finden sich in der:

Jahreszusammenfassung 2012 (PDF, 45 Seiten)

US Unternehmensvorstände zunehmend pessimistisch

Anstehende Steuererhöhungen sowie Ausgabekürzungen der öffentlichen Hand (”Fiscal Cliff”) mit ihren negativen Auswirkungen auf die Konjunktur lassen in den USA die Vorstände großer Unternehmen pessimistisch werden. Der kürzlich veröffentlichte CEO Confidence Survey des Conference Board für das dritte Quartal 2012 zeigt einen erneuten Abschwung des Gesamtindex von 47 auf 42 Punkte. Ein Niveau oberhalb von 50 Punkten spiegelt mehr positive als negative Antworten wider. Laut Conference Board sind angesichts eines langsamen Wirtschaftswachstums sowie einer anhaltenden Unsicherheit Ausgabekürzungen der Unternehmen geplant.

In der Vergangenheit zog ein fallender Gesamtindex einiger Quartale später rückläufige gewerbliche Anlageinvestitionen im Bruttoinlandsprodukt nach sich. Im folgenden Chart ist die jährliche Wachstumsrate der gewerblichen Anlageinvestitionen um vier Quartale nach hinten versetzt; dargestellt ist die Rate gegen den Gesamtindex des CEO Confidence Survey:

CEO Confidence Survey

Eine andere Befragung von CEOs zeigt ebenfalls nachgebende Werte. Der Business Roundtable’s CEO Economic Outlook Survey hat ebenfalls in den letzten drei Quartalen deutlich Federn lassen müssen, zuletzt notierte dieser bei 66 Punkten. Die Unternehmensvorstände werden hinsichtlich ihrer Umsatzaussichten, geplanten Kapitalinvestitionen und Beschäftigungsabsichten in den nächsten 6 Monaten befragt. Ein Gesamtindex kann zwischen -50 bis +150 liegen, dabei gehen Werte oberhalb von 50 Punkten mit einer Expansion einher.

Der Gesamtindex seit dem 4. Quartal 2002:

Business Roundtable's CEO Economic Outlook Survey

661 Big Mac für eine Feinunze Gold …

Alles wird bei der aktuellen Gold-Blase in Gold gewertet. Neben Aktienindices, Immobilienpreisen, Anzügen stellen wir heute mit einem gewissen Augenzwinkern einen weiteren Maßstab, der sich insbesondere für Vergleiche zwischen den Ländern/Währungen heranziehen lässt, vor.

Legt man den Big Mac Index des britischen Magazins “The Economist” zu Grunde, bekommt man in China für eine Feinunze Gold im Juli 2012 die größte Anzahl Kalorien. Die asiatischen Währungen sind zum US-Dollar erheblich untergewichtet, der Yuan zuletzt mit ca. 40%. In China erhält man gut 2,5 mal so viele Burger wie in der Schweiz. Im guten Mittel liegt Deutschland bzw. die Eurozone mit 373 Burgern.

Im zeitlichen Ablauf manifestiert sich die Preisentwicklung des Goldes in der jeweiligen Landeswährung. Mit Ausnahme von China bekam man allseits 100-200 Burger in den neunziger Jahren, erst ab 2005 wurden zuerst in Südkorea/Japan, später in den USA und 2009 in Deutschland die 200-Burger-Marke geknackt.

Ein Bild folgt auch:

Anzahl der Big Mac für eine Feinunze Gold

Für den Big Mac Index wird die Kaufkraft einer Währung für den Warenkorb “Big Mac” ermittelt; der jeweilige Burger-Preis in USD in Relation gesetzt zum Preis in den USA. Es ergibt sich so eine Über- bzw. Untergewichtung der Landeswährung.
Angesichts unterschiedlicher Arbeitslöhne und Materialpreise ist eine Vergleichbarkeit mit Vorsicht zu genießen.

Nichtsdestotrotz sind einige Charts aktualisiert; der Euro hat die Überbewertung der vergangenen Jahre abgebaut, liegt jetzt pari zum US-Dollar.  Dargestellt ist im nachfolgenden Chart allerdings der DM Kurs zum US-Dollar:

Euro vs. Big Mac Index

Der japanische Yen ist im Vergleich zu einigen anderen asiatischen Währungen nur geringgradig unterbewertet:

Big Mac Index vs. japanischer Yen

Ende Juli 2012 wurde der Index aktualisiert, die Entwicklung der turbulenten Jahre 2007-2012 aufgezeigt.
The Big Mac index: Calories and currencies (28. Juli 2012)

Ältere Beiträge aus dem Blog zum Big Mac Index:

Burgernomics – der Big Mac Index

Big Mac Index – Update

Wie gewonnen, so zerronnen …

Am Freitag konnten in den USA die Auftragseingänge der langlebigen Wirtschaftsgüter für den Berichtsmonat Juli überraschen. Im Konsensus wurden +2,5% im Monatsvergleich erwartet, geliefert wurden +4,2%. Allseits quittierten die Märkte den unerwarteten Anstieg mit einem Kursfeuerwerk.

Der volatile Transportsektor hielt die Auftragseingänge über Wasser; Autobauer und Zulieferer konnten sich über ein plus von 12,8% freuen, der Flugzeugbau verbuchte im Monatsvergleich +35,9%. So verzeichneten die Auftragseingänge ohne den Transportsektor einen Rückgang von 0,4%. Auf Jahresbasis notierten diese bei -0,3%.

Am aussagekräftigsten gelten die Auftragseingänge für zivile Investitionsgüter ohne den Flugzeugbau. Hier manifestiert sich eine rückläufige wirtschaftliche Aktivität; im Jahresvergleich schrumpft dieser Sektor den zweiten Monat in Folge, nun um -5,6%. Ein Niveau, das zuletzt Ende 2009 gesehen wurde. In den letzten 20 Jahren mündete ein solcher Stand in eine Rezession.

Die Partylaune wurde am Freitag von Qantas eingetrübt, Bloomberg meldete, dass diese 35 Flugzeuge bei Boeing mit einem Auftragsvolumen von 8,5 Milliarden USD stornierten. (Boeing Loses Qantas Order for 35 Dreamliners After Delays).

Gespannt darf die Revision abgewartet werden …

Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter/zivile Investitionsgüter

US Aktien werden verkauft

Am 15. August publizierte das US Schatzamt für den Berichtsmonat Juni die monatliche Nettokapitalbilanz von US Titeln, die so genannten TIC-Daten (Treasury International Capital). Dazugehören neben Staatsanleihen, Agency Bonds, Unternehmensanleihen auch Aktien. Letztere finden zwar weniger Beachtung, lohnen gelegentlich aber einen Blick.

Der Appetit des Auslands auf US-amerikanische Aktien hat sich seit dem Frühjahr 2010 abgeschwächt. Zu Grunde gelegt wird der kumulierte 12-Monatssaldo. Seit nunmehr drei Monaten ist dieser Wert negativ, soll heißen mehr Ausländer verkaufen US Aktien als diese von Ausländern gekauft werden. Immer wieder kam es in der Historie zu solchen Ereignissen, zuletzt im Frühjahr 1995. Auffallend ist, dass im Juni 2012 der größte Abverkauf von US Aktien in der Historie stattfand.

Der nachfolgende Chart verdeutlicht das Bild:

TIC Daten: US Aktien werden verkauft

Länderfinanzausgleich

Der Länderfinanzausgleich im historischen Überblick;  zunächst ein Chart, der die Jahre 1950 bis 1994 abbildet:

Länderfinanzausgleich 1950-1994

Ab 1995 wurden die neuen Bundesländer in den Länderfinanzausgleich mit eingeschlossen; für die Jahre 1995-2010 ergibt sich folgendes Bild:

LFZ-0002

Über die Jahrzehnte hinweg fanden erhebliche Umwälzungen statt. Während Nordrhein-Westfalen in den 50-iger und 60-iger Jahren noch ein maßgeblicher Zahler war und erst in den 80-iger Jahren Empfängerland wurde, erhielten andere Bundesländer kontinuierlich finanzielle Zuwendungen (Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland). Mit wenigen Unterbrechungen gehörte auch Schleswig Holstein zu den Empfängerländern.

Baden-Württemberg und Hessen sind die einzigen beiden Bundesländer, die kontinuierlich in den Länderfinanzausgleichstopf eingezahlt haben. Mit wenigen Unterbrechungen gehört Hamburg ebenfalls dazu. Nachdem Bayern jahrzehntelang bis Mitte der 80-iger Jahre zu den Profiteuren des Finanzausgleichs gehörte und die Entwicklung vom Agrarstaat zum Technologiestandort ermöglicht bekommen hat, findet es sich seit 1992 kontinuierlich bei den zahlenden Bundesländern wieder. Seit 2008 trägt Bayern den größten Anteil bei.

Die neuen Bundesländer sowie Berlin erhalten seit 1995, der Umstrukturierung des Länderfinanzausgleichs, kontinuierlich Zahlungen.

Die 50-iger Jahre:

Länderfinanzausgleich 50-iger Jahre

Die 60-iger Jahre:

Länderfinanzausgleich 60-iger Jahre

Die 70-iger Jahre:

Länderfinanzausgleich 70-iger Jahre

Die 80-iger Jahre:

Länderfinanzausgleich 80-iger Jahre

1990-1994:

Länderfinanzausgleich 1990-1994

Der Länderfinanzausgleich (LFA) sowie die Bundesergänzungszuweisungen (BEZ) für die Jahre 1995-2010:

Länderfinanzausgleich und Bundesergänzungszuweisungen 1995-2010

Die Daten für 2011 sind erst vorläufig:

Länderfinanzausgleich 2011

Datenquellen: Bundesministerium für Finanzen und statistisches Bundesamt

Leitzinsen im Aufwind

Nachdem ab dem Herbst 2007 die Zentralbanken  weltweit begannen ihre Leitzinsen auf neue Tiefsstände zu senken, hebt jetzt die erste Zentralbank der G20 Staaten ihren Leitzins. Die Reserve Bank of Australia hob vergangene Woche das Ziel der  ‘Cash Rate’ von 3,00% auf 3,25% an. Die Konjunkturerholung ‘downunder’ schreite gut voran bzw. die Konjunktur sei nicht im erwarteten Maß eingebrochen. Bei den asiatischen Handelspartner wird ein stabiles Wachstum ausgemacht.

Die Konjunktureinschätzung der Europäischen wie Englischen Zentralbank fiel nicht annähernd so optimistisch aus, sodass beide Banken ihren Leitzins bei 1,00% respektive 0,50% beibehielten (Quellen: EZB, BoE).

Die Übersicht über das Ausmaß der globalen Zinssenkungsrunden:
Globale Zinssenkungen

DAX und Dow Jones: Performance

Der DAX mit + 3,9% und der Dow Jones  Industrial mit + 2,3% verbuchten beide saisonal untypische Anstiege im September. Über das Jahr gesehen, ist der September, der Monat, der die schlechteste Performance generiert. Nur in diesem Monat notiert der Mittelwert wie auch der Medianwert beider Indizes im negativen Terrain, d. h. der Durchschnitt wie auch der Wert, bei dem die Hälfte der monatlichen Performance oberhalb wie unterhalb liegt, trägt ein Minuszeichen.

Für den DAX ab 1960 gilt Mittelwert: -2,1%; Medianwert: -1,5%
Dow Jones ab 1920 Mittelwert:  -1,4%; Medianwert: -0,8%

Im Bild zunächst die Verteilung der monatlichen Performance für den DAX; jeder Monat wird mit einem Punkt markiert, das aktuelle Jahr ist hervorgehoben.

DAX - monatliche Performance

Nun die entsprechende Darstellung für den Dow Jones:

Dow Jones - monatliche Performance

Flow of Funds Accounts (Q2 2009) – private Haushalte entschulden weiter, öffentliche Haushalte legen nach

Letzten Donnerstag veröffentlichte das FRB den Flow of Funds Accounts Bericht für das zweite Quartal 2009; daraus der Schuldenstand in der Übersicht:

Tabelle

Der Bericht lässt sich auf die einfache Formel bringen, die privaten Haushalte fahren ihre Verschuldung weiter runter und die öffentlichen Haushalte nehmen weiter Schulden auf.

Der gesamte Schuldenstand notierte bei 52,8 Billiarden US-Dollar nach 52,9 Billiarden US-Dollar im Vorquartal. Auf Quartalsbasis ist dies das zweite Mal seit der vierteljährlichen Datenerfassung, 1952, dass der Schuldenstand sank;  jetzt um -0,2%. Zuvor war dies im ersten Quartal 1954 (-0,4%) der Fall. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Verschuldung um + 3,0%. Rückläufig war die Verschuldung der privaten Haushalte  (-0,4%), des Finanzsektors (-3,1%) und der Unternehmen (-0,5%). Während privat entschuldet wird, fordern die staatlichen Subventionen Tribut; der Bundeshaushalt nimmt weitere Schulden auf, + 7,0% zum ersten Quartal 2009 und + 35,7% im Jahresvergleich.

Im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt notierte die US Verschuldung im zweiten Quartal 2009 bei 373,1%; die des Finanzsektors bei 116,6%, die der Unternehmen bei 78,8% und die der privaten Haushalte bei 96,8%. Für diese drei Sektoren wie auch für die Gesamtverschuldung (inklusive der öffentlichen Hand) ist die Entwicklung seit 1920 in folgendem Chart dargestellt:

US Verschuldung/BIP

Die US Verbindlichkeiten im Ausland und Vermögenslage der US Haushalte wird später gesondert abgehandelt.