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Globale Stahlproduktion im September 2009

Während des zweiten Halbjahres 2008 war die globale Stahlproduktion um ca. 1/3 von 121,1 Mio. Tonnen im Mai 2008 auf ein zyklisches Tief bei 82,1 Mio. Tonnen gesunken. Von diesen Tiefständen setzte sukzessiv eine Erholung ein.

World Steel Association (worldsteel) meldete zuletzt für den September 2009  eine globale Produktion von 107,0 Mio. Tonnen; damit wurde der fünfte Monatsanstieg infolge verbucht, im Vergleich zum Vorjahresmonat notiert die Produktion lediglich -0,6% tiefer.

Im Bild das Produktionsvolumen (gelb) wie auch die jährliche Wachstumsrate (blau):

Globale Stahlproduktion - Volumen vs. Jahresrate

Regional verläuft die Erholung sehr unterschiedlich; getrieben wird die globale Entwicklung vornehmlich durch China, aber auch Japan weist bessere Wachstumszahlen als zum Beispiel die EU oder NAFTA aus. Seit dem Juni diesen Jahres markiert das Volumen der chinesischen Stahlproduktion neue Allzeithochs, in der EU oder NAFTA liegt das Niveau 70,2% respektive 60,3% unter dem des Hochs vom Mai 2008.

Folgender Chart demonstriert die unterschiedliche regionale Entwicklung:

globale Stahlproduktion - regionale Entwicklung

China hat jetzt einen Anteil an der globalen Stahlproduktion von 47,4%, gefolgt von Japan mit 7,7%. Der deutsche Anteil liegt bei 3,0%; die EU insgesamt produziert 12,3%. Nimmt man die BRIC-Staaten zusammen, kommen diese auf 58,7%.

Die prozentualen Verteilung der Regionen zeigt nachstehender Chart:

Globale Stahlproduktion - prozentuale Verteilung

100 insolvente US Banken – kein Jubiläum, das zum Feiern einlädt

Die Marke von 100 insolventen US Banken in 2009 ist gefallen. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Diesen Freitag wurden sieben weitere US Banken von der FDIC geschlossen, sodass die Anzahl der insolventen Banken für das Jahr 2009 bereits bei 106 liegt. Die Partners Bank in Naples, Florida, hat die runde Anzahl komplettiert. Im Rahmen der aktuellen Kreditkrise ereilte bisher 131 Banken ein vergleichbares Schicksal. Seit 1992 (181) ist dies die größte Anzahl; für ein einzelnes Jahr datiert der Höchststand bei 534 insolventen Banken aus dem Jahre 1989.

Das Gesamtvermögen der insolventen Banken beläuft sich bisher in 2009 auf gut 107 Mrd. USD. Im Vergleich zu 2008 hat die Anzahl der betroffenen Bundesstaaten deutlich zugelegt; in 2008 waren es noch 12 Bundesstaaten, während die Anzahl bisher bei 31 notiert. Die Bankenschwäche fokussiert sich vornehmlich auf Georgia mit 20 geschlossenen Banken, Illinois (17), Kalifornien (10) und Florida (9).

Im Bild die Anzahl der jährlich geschlossenen Banken, die beim US amerikanischen Einlagensicherungsfond FDIC versichert waren:

Anzahl der insolventen Banken

Die zuletzt veröffentlichte “Liste der Problembanken” wies zum Ende des zweiten Quartal 2009 416 Banken aus.

John Mauldin hat in seinem Wochenbericht “The Hole in FDIC” (19.9.2009) eine IRA-Studie (Institutional Risk Analytics) zitiert, die aktuell von 2256 problembehafteten Banken ausgeht. Es wird damit gerechnet, dass 1000 Banken im Rahmen der aktuellen Krise entweder Pleite gehen oder übernommen werden.

Tabelle

Sheila Bair, die FDIC-Vorsitzende, sieht sich veranlasst den US Bürgern per Youtube-Video zu versichern, ihre Spareinlagen seien sicher. Eine Phrase, die hierzulande an Altersbezüge erinnert.

UK GDP (BIP) 3. Quartal 2009 – Minus 0,4 Prozent gegenüber 2. Quartal; Minus 5,3 Prozent gegenüber Vorjahresquartal

Contributions to Growth
Contributions to Growth

Details

Ein desolates Detail aus der Oppenheim-Arcandor-Saga

Hat Lord Griffith George Orwell gelesen ?

So titelte heute der Telegraph. Lord Griffith ist Vice President von Goldman Sachs International.

(sozusagen Hillary Clinton`s Schatten)

Zur Rechtfertigung der Bankster Boni meinte seine Lordschaft :

In St Paul’s Cathedral yesterday he told the public, “tolerate the inequality as a way to achieve greater prosperity for all”.

In chapter three of Animal Farm, Squealer told the animals: “The whole management and organization of this farm depend on us. Day and night we are watching over your welfare. It is for your sake that we drink that milk and eat those apples.”

Bernanke fordert von Asien den Dollar schneller fallen zu lassen …

Klarer kann man die Richtung des $ Index eigentlich nicht mehr formulieren :

U.S. Federal Reserve Chairman Ben Bernanke warned on Monday that Asian export-promotion policies and large U.S. budget deficits could refuel global economic imbalances and put efforts to achieve more durable growth at risk if not curbed.

“One way to address it would be through some greater exchange rate flexibility,” Bernanke said.

Irgendwie muss ich Geithner´s und Obama´s Strong Dollar Policy nicht richtig verstanden haben.

Sehr treffend auch noch diese Bemerkung :

“Trade surpluses achieved through policies that artificially enhance incentives for domestic saving and the production of export goods distort the mix of domestic industries and the allocation of resources, resulting in an economy that is less able to meet the needs of its own citizens in the longer term, he said.

Schön dass die amerikanische Wirtschaft die Bedürfnisse ihre Bürger selbst befriedigen kann …

Nobelpreisträger Krugman …

Dr. Krugman gewährte in dieser Woche den Lesern der NYT wieder einmal Einblicke in seine brillianten geld- und wirtschaftspolitischen Erkenntnisse :

Misguided Monetary Mentalities

Auszüge :

“One lesson from the Great Depression is that you should never underestimate the destructive power of bad ideas. And some of the bad ideas that helped cause the Depression have, alas, proved all too durable: in modified form, they continue to influence economic debate today.”

Mit Bad Ideas meint Herr Dr. Krugman die seltsamen Vorstellungen anderer Ökonomen die in der hemmungslosen Schuldenmacherei der Staaten nicht die Lösung der Krise sondern Inflation und eine Gefahr für das globale System sehen.

… good news :

“Consider first the current uproar over the declining international value of the dollar.  The truth is that the falling dollar is good news. For one thing, it’s mainly the result of rising confidence…”

Er glaubt also der Grund für den Verkauf einer Währung ist Ausdruck steigenden Vertrauens  in diesselbe….und weiter:

And a lower dollar is good for U.S. exporters, helping us make the transition away from huge trade deficits to a more sustainable international position.

Dazu meinte Marc Faber vor Jahren in einem anderen Zusammenhang” to spend it on prostitutes and beer, since these are the only products still produced in US.” Das ist natürlich stark übertrieben, unsere amerikanischen Freunde können doch immerhin noch großartige Massenvernichtungswaffen herstellen und dieser Markt wird trotz des neuen Friedensnobelpreisträgerpräsidenten sicher weiter wachsen. Ich bin auch schon sehr gespannt zu sehen wie sich das Handelsdefizit bei einem Ölpreis von 80 oder 100 USD entwickelt … und dann liefert Dr. Krugman sozusagen das Sahnehäubchen :

“I don’t know what analysis lies behind these itchy trigger fingers. ( damit meint er die Forderung nach vorzeitige Anhebung der Fed Zinsen )  But it probably isn’t about analysis, anyway — it’s about mentality, the sense that central banks are supposed to act tough, not provide easy credit. And it’s crucial that we don’t let this mentality guide policy.”

Mit einer Inflationistenmentalität kann es demnach nur besser werden  … wie sagen die Bayern … schaun mer mal! Vielleicht gibt es schlimmeres als 10 Jahre ohne Wachstum ?

KID Konjunktur-Indikator Deutschland im Oktober 2009

Auf dem Entscheidungspunkt

die aktuelle Ausgabe des KID Konjunktur-Indikators Deutschland:
KID Konjunktur-Indikator Deutschland im Oktober 2009

hier bitte weiterlesen…

Calculated Risk – House Buying Frenzy

CR (Bill McBride) berichtete gestern schon unter dem oben abgesetzten Titel, dass sich der Immobilienmarkt – zumindest in einigen der von der Krise am schwersten getroffenen Regionen (San Diego, Las Vegas, Silicon Valley etc.) – gedreht hat.

Das ist eine Entwicklung, die wahrscheinlich eine ganze Reihe Ursachen hat, nicht zuletzt aber von der Erwartung getragen wird, dass die Krise nun überstanden ist und nun eine inflationäre Entwicklung ins Haus steht.

Besonders interessant aus meiner Sicht: 40 Prozent aller Hauskäufe werden ohne die Inanspruchnahme eines Hypothekenkredites getätigt.
Lesenswert die verlinkte E-Mail „Lunacy in Las Vegas Housing“.

Gepaart mit einem Schlusskurs des
DJIA von über 10.000 Punkten muss die Frage erlaubt sein – are markets rational?

ECRI´s Prognosen

ECRI hat ja als eines der ersten Institute das Ende dieser “Rezession” angekündigt. Mish´s

betrachtet in seinem Blog Global Economic Trend Analysis mal die Werthaltigkeit dieser stolzen Behauptung : “The [WLI] is an index that’s been around for over a quarter of a century, and over that time (shown here) it has correctly predicted every recession and recovery in real-time.”

Leitzinsen im Aufwind

Nachdem ab dem Herbst 2007 die Zentralbanken  weltweit begannen ihre Leitzinsen auf neue Tiefsstände zu senken, hebt jetzt die erste Zentralbank der G20 Staaten ihren Leitzins. Die Reserve Bank of Australia hob vergangene Woche das Ziel der  ‘Cash Rate’ von 3,00% auf 3,25% an. Die Konjunkturerholung ‘downunder’ schreite gut voran bzw. die Konjunktur sei nicht im erwarteten Maß eingebrochen. Bei den asiatischen Handelspartner wird ein stabiles Wachstum ausgemacht.

Die Konjunktureinschätzung der Europäischen wie Englischen Zentralbank fiel nicht annähernd so optimistisch aus, sodass beide Banken ihren Leitzins bei 1,00% respektive 0,50% beibehielten (Quellen: EZB, BoE).

Die Übersicht über das Ausmaß der globalen Zinssenkungsrunden:
Globale Zinssenkungen

Geschäftsideen … nicht nur für Landwirte ….

Rt Hon David Miliband MP
Secretary of State.
Department for Environment, Food and Rural Affairs (DEFRA),
Nobel House
17 Smith Square
London
SW1P 3JR

16 July 2009

Dear Secretary of State,

My friend, who is in farming at the moment, recently received a cheque for £3,000 from the Rural Payments Agency for not rearing pigs.. I would now like to join the “not rearing pigs” business.

In your opinion, what is the best kind of farm not to rear pigs on, and which is the best breed of pigs not to rear? I want to be sure I approach this endeavour in keeping with all government policies, as dictated by the EU under the Common Agricultural Policy.

I would prefer not to rear bacon pigs, but if this is not the type you want not rearing, I will just as gladly not rear porkers. Are there any advantages in not rearing rare breeds such as Saddlebacks or Gloucester Old Spots, or are there too many people already not rearing these?

As I see it, the hardest part of this programme will be keeping an accurate record of how many pigs I haven’t reared. Are there any Gove rnment or Local Authority courses on this?

My friend is very satisfied with this business. He has been rearing pigs for forty years or so, and the best he ever made on them was £1,422 in 1968. That is – until this year, when he received a cheque for not rearing any.

If I get £3,000 for not rearing 50 pigs, will I get £6,000 for not rearing 100?  I plan to operate on a small scale at first, holding myself down to about 4,000 pigs not raised, which will mean about £240,000 for the first year. As I become more expert in not rearing pigs, I plan to be more ambitious, perhaps increasing to, say, 40,000 pigs not reared in my second year, for which I should expect about £2.4 million from your department. Incidentally, I wonder if I would be eligible to receive tradable carbon credits for all these pigs not producing harmful and polluting methane gases?

Another point: These pigs that I plan not to rear will not eat 2,000 tonnes of cereals. I understand that you also pay farmers for not growing crops. Will I qualify for payments for not growing cereals to not feed the pigs I don’t rear?

I am also considering the “not milking cows” business, so please send any information you have on that too. Please could you also include the current Defra advice on set aside fields? Can this be done on an e-commerce basis with virtual fields (of which I seem to have several thousand hectares)?

In view of the above you will realise that I will be totally unemployed, and will therefore qualify for unemployment benefits.  I shall of course be voting for your party at the next general election.

Yours faithfully,

Nigel Johnson-Hill

Statistik ohne Kommentar

Gestern (07-10-09):

Die Auftragseingänge in der Industrie haben sich vorläufigen Angaben zufolge im August preis- und saisonbereinigt um 1,4 % erhöht.“

Die dazu veröffentlichte Graphik:
Auftragseingang 08-2009

Graphik der Originalwerte

Tabelle der Originalwerte

Heute (08-10-09)

Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe ist im August vorläufigen Angaben zufolge preis- und saisonbereinigt um 1,7 % angestiegen.“

Die dazu veröffentlichte Graphik:
Produktion 08-2009

Graphik der Originalwerte

Tabelle der Originalwerte

Quelle: Statistisches Bundesamt
hier
und
hier

Telomerase Kreditfaszilität: US Immobilienbesitzer machen Kasse

Die diesjährigen Nobelpreisträger für Medizin wurden für ihre Forschungsarbeiten um ein Enzym ausgezeichnet, das die DNA davor schützt, bei der Zellteilung einen Teil der Erbinformation zu verlieren. Die Enden der Erbgutfäden werden nach einer Verdopplung immer wieder durch das Enzym Telomerase aufgefüllt. Das fortlaufende Auffüllen der DNA durch dieses Enzym verhindert, dass Zellen altern.

Den Statistiken von Freddie Mac über das Kreditvolumen so genannter Cash-Out-Finanzierungen, kann man entnehmen, in welcher Höhe die amerikanische Hausbesitzer in einem Prozess der telomeren Bargeldbeschaffung ihre Geldmittel immer wieder aufgefüllt und ihrem Immobilienbestand extrahiert haben, um Konsumausgaben zu tätigen, vorhandene Konsumentenkredite umzuschulden oder andere Ausgaben vorzunehmen.

Stellt man dieses Finanzierungsvolumen dem Betrag gegenüber, um den sich das US-BIP gegenüber dem Vorjahr verändert hat, wird deutlich, wie stark diese Kredite zum Wachstum der amerikanischen Volkswirtschaft beigetragen haben. In einigen Jahren entsprach das Cash-Out-Finanzierungsvolumen über 40 % der Steigerung des nominalen BIP gegenüber dem Vorjahr.

Der Beitrag der Cash-Out-Finanzierungen am BIP-Wachstum, erlaubt Rückschlüsse darüber, um wieviel Prozentpunkte das US Wirtschaftswachstum aufgeblasen war und in Zukunft geringer ausfallen dürfte.


MfG Helmut Wüllenweber

Schätzung: S&P 500 Gewinne 3. Qrtl. vs. 2. Qrtl. 2009 – deutlich abwärts

Standard & Poors veröffentlicht laufend Gewinnprognosen für zukünftige Quartale. (Excel Datei – Zeilen 36 -52, Spalten C, D und E).

Ausschnitt
S&P 500 Earnings Estimate 07-10-09

Für das zweite Quartal (99% der Berichte liegen vor) stiegen die veröffentlichten Gewinne/Aktie (Reported Earnings) von $ 7,52/Aktie im ersten Quartal auf $ 13,51/Aktie im zweiten Quartal – also um knapp 80 Prozent.

Im Gegensatz dazu sehen die Schätzungen für die veröffentlichten Gewinne/Aktie im dritten Quartal wieder magerer aus. Nur $ 9,83/Aktie – so die Auguren – werden die Unternehmen im dritten Quartal an Gewinn/Aktie ausweisen. Gegenüber dem zweiten Quartal 2009 entspräche das einem Rückgang von rund 27 Prozent. Nach heutigem Stand der Schätzungen gäbe es dann im vierten Quartal 2009 einen weiteren Rückgang der ausgewiesenen Gewinne/Aktie gegenüber dem dritten Quartal 2009 um rund 14 Prozent.

Auch die Aussichten für 2010 beflügeln nur mäßig: 2010 lägen die veröffentlichten Ergebnisse für das gesamte Jahr noch etwa 30 Prozent unter den Gewinnen/Aktie für 2007. Aber wir sind sicherlich alle froh – wenn es so kommt.

“Good judgment comes from experience, and experience – well, that comes from poor judgment.”

A. A. Milne