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Statistik ohne Kommentar

Gestern (07-10-09):

Die Auftragseingänge in der Industrie haben sich vorläufigen Angaben zufolge im August preis- und saisonbereinigt um 1,4 % erhöht.“

Die dazu veröffentlichte Graphik:
Auftragseingang 08-2009

Graphik der Originalwerte

Tabelle der Originalwerte

Heute (08-10-09)

Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe ist im August vorläufigen Angaben zufolge preis- und saisonbereinigt um 1,7 % angestiegen.“

Die dazu veröffentlichte Graphik:
Produktion 08-2009

Graphik der Originalwerte

Tabelle der Originalwerte

Quelle: Statistisches Bundesamt
hier
und
hier

Telomerase Kreditfaszilität: US Immobilienbesitzer machen Kasse

Die diesjährigen Nobelpreisträger für Medizin wurden für ihre Forschungsarbeiten um ein Enzym ausgezeichnet, das die DNA davor schützt, bei der Zellteilung einen Teil der Erbinformation zu verlieren. Die Enden der Erbgutfäden werden nach einer Verdopplung immer wieder durch das Enzym Telomerase aufgefüllt. Das fortlaufende Auffüllen der DNA durch dieses Enzym verhindert, dass Zellen altern.

Den Statistiken von Freddie Mac über das Kreditvolumen so genannter Cash-Out-Finanzierungen, kann man entnehmen, in welcher Höhe die amerikanische Hausbesitzer in einem Prozess der telomeren Bargeldbeschaffung ihre Geldmittel immer wieder aufgefüllt und ihrem Immobilienbestand extrahiert haben, um Konsumausgaben zu tätigen, vorhandene Konsumentenkredite umzuschulden oder andere Ausgaben vorzunehmen.

Stellt man dieses Finanzierungsvolumen dem Betrag gegenüber, um den sich das US-BIP gegenüber dem Vorjahr verändert hat, wird deutlich, wie stark diese Kredite zum Wachstum der amerikanischen Volkswirtschaft beigetragen haben. In einigen Jahren entsprach das Cash-Out-Finanzierungsvolumen über 40 % der Steigerung des nominalen BIP gegenüber dem Vorjahr.

Der Beitrag der Cash-Out-Finanzierungen am BIP-Wachstum, erlaubt Rückschlüsse darüber, um wieviel Prozentpunkte das US Wirtschaftswachstum aufgeblasen war und in Zukunft geringer ausfallen dürfte.


MfG Helmut Wüllenweber

Schätzung: S&P 500 Gewinne 3. Qrtl. vs. 2. Qrtl. 2009 – deutlich abwärts

Standard & Poors veröffentlicht laufend Gewinnprognosen für zukünftige Quartale. (Excel Datei – Zeilen 36 -52, Spalten C, D und E).

Ausschnitt
S&P 500 Earnings Estimate 07-10-09

Für das zweite Quartal (99% der Berichte liegen vor) stiegen die veröffentlichten Gewinne/Aktie (Reported Earnings) von $ 7,52/Aktie im ersten Quartal auf $ 13,51/Aktie im zweiten Quartal – also um knapp 80 Prozent.

Im Gegensatz dazu sehen die Schätzungen für die veröffentlichten Gewinne/Aktie im dritten Quartal wieder magerer aus. Nur $ 9,83/Aktie – so die Auguren – werden die Unternehmen im dritten Quartal an Gewinn/Aktie ausweisen. Gegenüber dem zweiten Quartal 2009 entspräche das einem Rückgang von rund 27 Prozent. Nach heutigem Stand der Schätzungen gäbe es dann im vierten Quartal 2009 einen weiteren Rückgang der ausgewiesenen Gewinne/Aktie gegenüber dem dritten Quartal 2009 um rund 14 Prozent.

Auch die Aussichten für 2010 beflügeln nur mäßig: 2010 lägen die veröffentlichten Ergebnisse für das gesamte Jahr noch etwa 30 Prozent unter den Gewinnen/Aktie für 2007. Aber wir sind sicherlich alle froh – wenn es so kommt.

“Good judgment comes from experience, and experience – well, that comes from poor judgment.”

A. A. Milne

Mons. Credit ist tod

Mons Credit ist tod2

Quellen:
Bild: Gravur, Deutschland frühes 18. Jh., Künstler unbekannt (27,5 x 18 cm)
Aus der sehenswerten Baker Collection „Coin & Conscience“

Text oben (hängende Tafel)

Es ist jetztund die größte klag
Daß niemand nichts mehr borgen mag
Es will alls bar bezahlet seyn
Das ist ja recht vertruß u. Pein

Text unten

Es ist ein großes Trauer Leid, ein schmertzliches weh-klagen,
Der beste Helfer, wird jetztund zu Grab getragen,
Wer meinst du wer es sey? Mons. Credit ist tod,
Der mir, und dir, so offt geholffen aus der Noth.

Mit dieser Reminiszenz sei auf die nachstehenden Beiträge der Bundesbank hingewiesen:

Die Entwicklung der Kredite an den privaten Sektor in Deutschland während der globalen Finanzkrise (Monatsbericht 09-2009)

Sonderumfrage zum Kreditgeschäft deutscher Banken
mit inländischen Unternehmen
(08-2009)

Stabilisierung am US Immobilienmarkt auf wackeligen Füßen

Die Amherst Wertpapier Gruppe hat eine Studie vorgelegt (Housing Overhang/Shadow Inventory = Enormous Problem), die von sich reden macht. Amherst hat sich auf festverzinsliche Wertpapiere mit Immobilienbetrug (MBS et al) spezialisiert und kommt zu dem Schluss, dass die Stabilisierung der US Immobilienpreise nur vorübergender Natur sei. Aufgestauter Verkaufsdrucks im Volumen von errechneten 7 Mio Einheiten aus noch anstehenden Zwangsverkäufen stehe ein Jahresumsatz am US Immobilenmarkt von 5,2 Mio Bestandsimmobilien gegenüber.

Abgewrackt …

Beidseits des Atlantiks hat die Automobil-Lobby erfolgreich gearbeitet; Steuermilliarden wurden in Form der Abwrackprämiere oder der “Cash for Clunkers” – Rabatte der Branche zugeführt, Wahlkampfgeschenke im ökologischen Mäntelchen (Abwrackprämie und Umwelt – eine erste Bilanz).

In Deutschland wurden die im Januar genehmigten 2,5 Milliarden EUR zunächst auf 5 Milliarden  aufgestockt und dann bis Anfang September aufgebraucht. Das konjunkturelle Strohfeuer brannte in den USA etwas kürzer; die vom Repräsentantenhaus genehmigten 3 Milliarden USD sorgten lediglich im Juli bis zum 24.  August für steigende Automobilumsätze (CARS – car allowance rebate system).

Der Einbruch der Absatzdaten nach Beendigung des jeweiligen Programms ist folgerichtig; im nachstehenden Chart sind jeweils die jährlichen Wachstumsraten der Neuwagen-Umsätze in Deutschland und den USA dargestellt:

Automobil-Umsätze in Deutschland vs. USA

Hedonisches BIP?

„….it is the greatest happiness of the greatest number that is the measure of right and wrong…“ (*) schrieb Jeremy Bentham (1748-1832) im Jahr 1776 in seinem Werk „A fragment on goverment…(Preface, Seite ii) – übrigens im gleichen Jahr in dem Adam Smith sein Buch ..the Wealth of Nations… veröffentlichte.

Man glaubte – zumindest im Bereich der Ökonomie – den Utilitarismus, der diesem Fachgebiet im 19. Jh. wichtige Denkanstöße geliefert hatte, längst überwunden, da reckt er wieder seinen Schweinekopf (John Stuart Mill: …„a doctrine worthy only of swine“… [+]) und als Geburtshelfer fungiert der französische Staatspräsident.

Der war 2007 mit großen Plänen angetreten und nun sollen ihm u.a. zwei reputierliche Träger des sog. Wirtschaftsnobelpreises (Joseph E. Stiglitz & Amartya Sen) helfen die Unerreichbarkeit der großen Ziele zu kaschieren.

In einem 291 Seiten langen Bericht (langsamer Download – englisch) breiten die Autoren aus, was das BIP alles nicht messen kann und warum das BIP keine Meßlatte für viele sozioökonomischen Variablen, insbesondere für das gesellschaftliche und individuelle Wohlbefinden ist. Last not least und ganz nebenbei wird dem Leser vor Augen geführt warum das Leben in Frankreich doch gar nicht so schlecht ist.
Stiglitz & Sen are honourable men; So are they all, all honourable men. Und wer es kürzer haben will, sei auf den exzellenten Beitrag zum gleichen Thema von Stefan Bergheim verwiesen …in der Landessprache.

Ein hedonisches Wochenende!

(*) Übersetzung: …es ist das größte Glück der größtmöglichen Zahl [von Menschen], das der Maßstab von richtig und falsch ist….

[+] Übersetzung: eine Lehre, die nur Schweinen würdig ist

DAX und Dow Jones: Performance

Der DAX mit + 3,9% und der Dow Jones  Industrial mit + 2,3% verbuchten beide saisonal untypische Anstiege im September. Über das Jahr gesehen, ist der September, der Monat, der die schlechteste Performance generiert. Nur in diesem Monat notiert der Mittelwert wie auch der Medianwert beider Indizes im negativen Terrain, d. h. der Durchschnitt wie auch der Wert, bei dem die Hälfte der monatlichen Performance oberhalb wie unterhalb liegt, trägt ein Minuszeichen.

Für den DAX ab 1960 gilt Mittelwert: -2,1%; Medianwert: -1,5%
Dow Jones ab 1920 Mittelwert:  -1,4%; Medianwert: -0,8%

Im Bild zunächst die Verteilung der monatlichen Performance für den DAX; jeder Monat wird mit einem Punkt markiert, das aktuelle Jahr ist hervorgehoben.

DAX - monatliche Performance

Nun die entsprechende Darstellung für den Dow Jones:

Dow Jones - monatliche Performance