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Telomerase Kreditfaszilität: US Immobilienbesitzer machen Kasse

Die diesjährigen Nobelpreisträger für Medizin wurden für ihre Forschungsarbeiten um ein Enzym ausgezeichnet, das die DNA davor schützt, bei der Zellteilung einen Teil der Erbinformation zu verlieren. Die Enden der Erbgutfäden werden nach einer Verdopplung immer wieder durch das Enzym Telomerase aufgefüllt. Das fortlaufende Auffüllen der DNA durch dieses Enzym verhindert, dass Zellen altern.

Den Statistiken von Freddie Mac über das Kreditvolumen so genannter Cash-Out-Finanzierungen, kann man entnehmen, in welcher Höhe die amerikanische Hausbesitzer in einem Prozess der telomeren Bargeldbeschaffung ihre Geldmittel immer wieder aufgefüllt und ihrem Immobilienbestand extrahiert haben, um Konsumausgaben zu tätigen, vorhandene Konsumentenkredite umzuschulden oder andere Ausgaben vorzunehmen.

Stellt man dieses Finanzierungsvolumen dem Betrag gegenüber, um den sich das US-BIP gegenüber dem Vorjahr verändert hat, wird deutlich, wie stark diese Kredite zum Wachstum der amerikanischen Volkswirtschaft beigetragen haben. In einigen Jahren entsprach das Cash-Out-Finanzierungsvolumen über 40 % der Steigerung des nominalen BIP gegenüber dem Vorjahr.

Der Beitrag der Cash-Out-Finanzierungen am BIP-Wachstum, erlaubt Rückschlüsse darüber, um wieviel Prozentpunkte das US Wirtschaftswachstum aufgeblasen war und in Zukunft geringer ausfallen dürfte.


MfG Helmut Wüllenweber

Schätzung: S&P 500 Gewinne 3. Qrtl. vs. 2. Qrtl. 2009 – deutlich abwärts

Standard & Poors veröffentlicht laufend Gewinnprognosen für zukünftige Quartale. (Excel Datei – Zeilen 36 -52, Spalten C, D und E).

Ausschnitt
S&P 500 Earnings Estimate 07-10-09

Für das zweite Quartal (99% der Berichte liegen vor) stiegen die veröffentlichten Gewinne/Aktie (Reported Earnings) von $ 7,52/Aktie im ersten Quartal auf $ 13,51/Aktie im zweiten Quartal – also um knapp 80 Prozent.

Im Gegensatz dazu sehen die Schätzungen für die veröffentlichten Gewinne/Aktie im dritten Quartal wieder magerer aus. Nur $ 9,83/Aktie – so die Auguren – werden die Unternehmen im dritten Quartal an Gewinn/Aktie ausweisen. Gegenüber dem zweiten Quartal 2009 entspräche das einem Rückgang von rund 27 Prozent. Nach heutigem Stand der Schätzungen gäbe es dann im vierten Quartal 2009 einen weiteren Rückgang der ausgewiesenen Gewinne/Aktie gegenüber dem dritten Quartal 2009 um rund 14 Prozent.

Auch die Aussichten für 2010 beflügeln nur mäßig: 2010 lägen die veröffentlichten Ergebnisse für das gesamte Jahr noch etwa 30 Prozent unter den Gewinnen/Aktie für 2007. Aber wir sind sicherlich alle froh – wenn es so kommt.

“Good judgment comes from experience, and experience – well, that comes from poor judgment.”

A. A. Milne