KID Konjunktur-Indikator Deutschland im August 2009
Die harten Daten liefern …
… und die deutsche Wirtschaft wächst wieder.
So läßt sich kurz und knapp das Fazit unter den letzten Berichtszeitraum ziehen, der sich für ausgewiesen trendfolgende und trendfortschreibende Wirtschaftsexperten wie eine saisonal sehr frühe, dafür Monate lang hingezogene Weihnachtszeit gestaltete: eine schöne Überraschung jagte buchstäblich die nächste. Nach der Stimmungswende lieferte, getreu dem mantrischen Motto “Stimmung zieht Realwirtschaft” ganz besonders in emotionalen Extremphasen, nun auch die Realwirtschaft die hier seit Monaten erwartete und relativ allein auf weiter Flur gegen die versammelten Propheten des Untergangs angekündigte Wende. Wer sich nun jedoch, spät aber dennoch, vor Freude über den ausgebliebenen Weltuntergang regelrecht zu überschlagen droht, muss dennoch aufpassen, dabei nicht auf die Nase zu fallen. So wie erhebliche Skepsis mindestens beim letzten Dax-Achttausender zum Jahreswechsel 2007/08 zwingend angesagt war und vorsichtig zunehmende Euphorie im Frühjahr 2009 ob der mehrheitlich panisch-depressiven Untergangs- und Ausverkaufsstimmung, so ist inzwischen der Blick kritisch auf das rasant hingelegte gewaltige Anstiegstempo vieler Assets in diesem fantastischen halben Jahr zu richten.
In dem Tempo kann, darf und wird es nicht permanent weitergehen. Der mediale Mainstream und, last but extremely least, die ausgewiesen zukunftsorientierten Prognose-Experten entdecken die wirtschaftliche Erholung, während sich in einigen vorlaufenden Daten bereits vermehrt wieder leichte Bremsspuren zeigen. Zwar haben sich die “Erwartungs-Gap´s” nicht ins Extrem vergrößert, sondern zuletzt sogar wieder verringert und damit einem möglichen Enttäuschungspotential durch die rechtzeitige Lieferung kräftig positiver harter Daten deutlich die Brisanz genommen – dennoch befinden wir uns noch nicht mittendrin in einem neuen Aufschwung, sondern bis dato “nur” weiter überaus erfreulich auf dem Weg zurück in die wirtschaftliche Normalität nach dieser größten geistig-moralischen Krise seit den punischen Kriegen. Zwischen “dato” und dem möglichen nächsten Aufschwung liegt erstens noch einiges an Zeit, weil Konjunktur nun mal ein langsamer stetiger Prozess ist, und zweitens der Wiedereintritt in die Erdumlaufbahn der konjunkturklimatischen Normalzone, der noch erfolgreich zu bewältigen wäre und trotz bislang erfolgreicher Mission in sich noch relative Risiken birgt. Damit wie gewohnt zum ungefähr chronologischen Datenfluss der letzten Wochen:




3 Kommentare
Die Börse ist kräftig gestiegen. Es gibt in den USA erste Zeichen für eine Bodenbildung am Immobilienmarkt. Bis sich jedoch der Häusermarkt nachhaltig erholt hat, werden Jahre vergehen. Insofern bin ich etwas vorsichtig derzeit nach dem starken Anstieg
Werter Herr Spörer,
“der deutsche Verbraucher…” wie blöd muß man eigentlich sein, um das was Sie da absondern ernst nehmen zu sollen ?
Der Immobilienmarkt in den USA ist eine einzige Katastrophe! 32,5% der Hausbesitzer sind “underwater” haben mehr also mehr Schulden als ihr Haus wert ist. Die Deutsche Bank schätzt, dass die Zahl auf 48 % bis 2011 steigt. Die kurzfristige Erholung ist ausschließlich auf Kurzzeit-Staatsprogramme zurückzuführen! 8,000 $ ! Die FDIC hat fast 50% ihrer Reserven bereits ausgegeben!
“Residential real estate (8.84%) and consumer credit card (6.7%) delinquencies are at the highest levels since the Fed started tracking the data (since Q1 ‘91)” Calculated risk blog. In Deutschland laufen die Konjunkturprogramme (Abwrackprämie) aus oder werden wohl ab der Wahl nicht mehr genutzt (Kurzarbeit). Es wird wohl kein weiteres Programm mehr geben.
65% oder 876 Millionen des Vorsteuergewinns der Deutschen Bank sind auf Umbewertungen bei toxischen Papieren zurückzuführen(s.15 Quartalsbericht).
Das Kartenhaus ist ins Wanken geraten.
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