Der US Arbeitsmarktbericht schickt den Euro auf Talfahrt
Kurz vor der Veröffentlichung des monatlichen US Arbeitsmarktberichtes notierte der Euro zum US-Dollar knapp unter 1,44. Pünktlich um 14.30 (abgebildet GMT) publizierte das BLS die Arbeitsmarktdaten für den abgelaufenen Juli und schickte den Euro den dritten Monat in Folge auf Talfahrt (nachfolgender Chart).

Die Markterwartungen wurden von der BLS-Publikation geschlagen; die Kerndaten im Einzelnen:

Erneut lohnt ein Blick hinter die Fassade.
Die Arbeitslosenrate sank von 9,5% auf 9,4%; der unerwartete Rückgang kam zu Stande, da sich die Anzahl der Arbeitslosen zwar verringerte. Die Bezugsgröße, die ‘Civilian labor force’, fiel weniger deutlich (-422.000). Allerdings verließen 637.000 Menschen den Arbeitskräftepool, da bleibt zu spekulieren, ob diese nicht der Arbeitslosenfraktion hinzugerechnet werden müssen. Macht man dies, dann erhöht sich die Quote auf 9,8%.
Die Arbeitslosenquote notiert weiterhin nahe des 25-Jahre Höchststandes.
Die breiter gefasste, alternative Arbeitslosenquote U-6 reduzierte sich allerdings von 16,5% auf 16,3%.
Im Juli sollen 237.000 Stellen vernichtet worden sein; der Vormonatswert wurde von -467.000 auf -443.000 nach oben revidiert. Die Konsensschätzungen von -333.000 wurden deutlich geschlagen. seit dem August 2008 ist dies der geringste Stellenabbau. Seit Rezessionsbeginn wurden gut 6,5 Millionen Stellen reduziert, das sind dann durchschnittlich 327.000 pro Monat. Die jährliche Wachstumsrate beläuft sich auf -4,2% und hat damit das zurückliegende Tief aus dem Mai 1958 eingestellt.

Das CES Net Birth/Death Model steuerte im Berichtsmonat 32.000 Stellen bei. Seit der Einführung dieser Berechnung ist dies die höchste Julikorrektur. Ursprünglich waren der Januar und Juli die Monate, in denen das statistische Modell zu einer Stellenreduzierung führte. So ist es schon verwunderlich, dass während der Rezession von einer erhöhten, verdeckten Wachstumsrate ausgegangen wird, die Berücksichtigung erfährt (historische Tabellen).
Die Wochenarbeitszeit konnte um 0,1 Stunden auf 33,1 Stunden zulegen; die jährliche Wachstumsrate der aggregierten Wochenarbeitszeit oszilliert seit ein paar Monaten um die Marke von -6%. Eine Stabilisierung ist hier wahrscheinlich. Aktuell notierte diese bei -6,7% nach -6,9% im Monat zuvor.
Dauer:
Von Monat zu Monat vergrößert sich die Schere zwischen dem Anteil der Menschen, die weniger als 5 Wochen und die, die mehr als 15 Wochen arbeitslos sind. Erfahrungsgemäß steigen bzw. fallen die Anteile erst nach Rezessionsende. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit ist von dem Allzeithoch bei 17,9 Wochen auf 15,7 Wochen gefallen, während die gemittelte Dauer bei 25,1 Wochen, dem ATH liegt.

ein schönes Wochenende!



2 Kommentare
Kann jemand mit einer Hypothese aufwarten, weshalb die positive Korrelation zwischen Euro/Dollar und Aktienmarkt nach der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts so spektakulär ins negative Terrain gedreht ist? Weißes Rauschen oder Schuss vor den Bug der Bullen?
Wie man sich gegen den Absturz des US-Dollar schützen kann
…Es ist ein denkbar einfacher und günstiger Weg, sich gegen das Undenkbare abzusichern. Wieso der US-Dollar zusammenbrechen könnte, ist an dieser Stelle schon oft erläutert worden…..
http://blog.taipan-online.de/559/2009/wie-man-sich-gegen-den-absturz-des-us-dollar-schutzen-kann/
bye
tbx
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