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Wöchentlichen Arbeitsmarktdaten: Rezessionsende in den USA

Die Frühindikatoren des ECRI haben das Rezessionsende bereits angezeigt, heute folgten die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche zum 11.7. wurden mit 522.000 publiziert, nach revidierten 569.000 in der Vorwoche; alleine in den letzten drei Wochen reduzierten sich die Anträge um gut 100.000. Saisonale Verwerfungen dürften hier angesichts des US-amerikanischen Unabhängigkeitstages eine Rolle spielen.

Die Anzahl der Menschen, die permanent arbeitslos sind, die sogenannten ‘Continued Claims’ haben in der Vorwoche noch ein Allzeithoch bei 6,915 Mio. notiert, die jährliche Wachstumsrate ist jetzt aber deutlich rückläufig. Von ihrem zyklischen Hoch bei 119,7% vor vier Wochen hat sich die Rate mit zuletzt 101,3% markant entfernt. Diese Zeitreihe zeigt sich nicht annähernd so volatil wie die Erstanträge, eignet sich daher eher um eine Rezessionsende zu datieren.

Im Bild die jährliche Wachstumsrate:

Um es fest zu halten: Ende der US Rezession im Juni/Juli mit positivem Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2009.
Weit aus dem Fenster gelehnt, hoffentlich ohne Absturz ;-)

7 Kommentare

1 Helmut - 17.07.2009 um 16:04

In der letzten Umfrage unter den Finanzvorständen von US Unternehmen, die Anfang Juni veröffentlicht wurde, haben sich bereits wieder 53,7 % der Befragten, eher optimistisch als pessimistisch bezüglich der US Ökonomie gezeigt. Im vierten Quartal waren 80,5 % eher pessimistisch. Aktuell erwarten nur noch 15,2 % der Finanzvorstände eine weitere Verschlechterung der US Konjunktur gegenüber dem Vorquartal.

2 georg - 17.07.2009 um 19:38

So schön bunt hier.. Jedem seine Befragung und seinen Index. Den hundertausenden neuer Arbeitslosen hilft das überhaupt nicht.
Und dann noch das: Zwangsversteigerungen in den US + 33% im Vergleich zum Vorjahresmonatmonat, Industrieproduktion US -13,6% im vergleich zum Vorjahresmonat Kapazitätsauslastung 68 % im Juni. So so das ist das Ende der Rezession ???
Hier mal ne kritische Stimme aus dem Amiland , weit weg vom Einheitsbrei der Wohlführpresse die den Aufschwung unbedingt herbeierzwingen will.
What the nation — including President Obama — can’t seem to get through its head is that the USA has entered a period of epochal economic contraction. Instead of growth, as measured in conventional econometrics, we can only expect (in the best case) transformation to a different economy within the limits of real contraction. The president has got to stop promising renewed growth
wer mehr will
http://kunstler.com/blog/2009/07/wobble-time.html#more
gruss georg

3 Reinhard - 19.07.2009 um 16:02

Konjukturprognosen auf US Arbeitslosenstatistiken zu stützen ist wie Wetterprognosen mit einem feuchten Finger im Wind zu machen -;)
Die Continued Claims zeigen doch nur die regulären 6 Monate Ansprüche, dann gibts noch die Extended Claims 9 Monate und dann fällt man raus und ist nur noch in den U6 Alternative Measures… erfasst und die bewegen sich langsam auf 17% zu, aber mach mal schön weiter auf gute Stimmung … besonders wo Obama immer weiter in den Umfragen sinkt, die ja letztlich ein Indikator für die schwindende Zuversicht von Joe and Jane sind.

4 Cordula - 19.07.2009 um 17:22

@Reinhard
Definitiv schwierig nicht zum Cheerleader der US Konjunktur zu mutieren, aber einzelne Parameter haben sich erholt und weisen eindeutig Richtung Rezessionsende. Hier ist es die nachlassende Dynamik mit der die Arbeitslosenzahlen steigen.

Man sollte sich vergegenwärtigen, dass das Rezessionsende als Konjunkturtalsohle definiert ist, von dort aus geht es aufwärts. So wie der Arbeitsmarkt zu Beginn der Rezession zeitverzögert reagiert hat, wäre ein ähnliches Verhalten jetzt auch nicht verwunderlich.

Außerdem, was kommt nach der Rezession. Angesicht der anstehenden Konsolidierung der privaten Haushalte, darf man wohl allenfalls von einem moderaten Wachstum ausgehen. Aktuell rechne ich eher mit einer ‘Double Dip’ – Rezession.

5 Reinhard - 20.07.2009 um 15:14

Die konjunkturelle Talsohle wird nach meiner laienhaften Vorstellung frühestens im Q4 erreicht, aber Du könntest schon recht haben… und abgesehen davon, die Arbeitsmarktzahlen werden m.E. nur besser geredet bzw. gemauschelt, wahrscheinlich ist Government Sachs zZ. long. Das kann sich schnell ändern …
Gruß!

6 georg - 20.07.2009 um 15:28

Noch was zur Jubelpropaganda.
500,000 Will Exhaust Unemployment Benefits by September, 1.5 Million by Year-end
hier mehr
http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/2009/07/500000-will-exhaust-unemployment.html
gruss georg

7 alex - 28.07.2009 um 1:48

Leider helfen die Continued claims nicht weiter. Alle die über ein Jahr arbeitslos sind fliegen aus der Statistik!
Die zu Grunde liegenden Probleme bestehen weiter und bei diesen schaut es eher nach Verschlechterung aus (Ausbreitung auf Credit Cards und Comercial real estate). Der Zustand der Banken ist aufgrund der veränderten Bilanzierung völlig unbekannt.
Ich fürchte, dass das Licht am Ende des Tunnels ist “just a freight train coming our way”.
Wie soll sich der amerikanische Konsum verbessern wenn immer noch mehr arbeitslos werden, die wöchentliche Arbeitszeit immer noch sinkt und die Häuser monatlich an Wert verlieren.
Nochwas: Die Erholung kommt – laut Ökonomen nur eine Frage ob V oder U förmig. Frühere Rezessionen waren viel schlimmer. So war der Ton des WSJs Mitte 1930.
Und hier mal die hässliche Wahrheit über heute:
http://voxeu.net/index.php?q=node/3421
Lasst uns erst mal die “Trümmer” richtig wegräumen bevor wir über “Wiederaufbau” reden.

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