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Globaler Abschwung – Update

Einblick zurück auf das erste Quartal 2009:

Es ging mit zunehmender Geschwindigkeit weiter bergab mit der globalen Bruttowertschöpfung. In Japan schrumpfte die Jahresrate des realen, saisonbereinigten Bruttoinlandsproduktes um -8,4%, in Deutschland um -6,9%, in der Euro-Zone um -4,9% und in den USA um -2,5%. Noch im vierten Quartal 2008 notierten die revidierten Werte deutlich höher (Japan -4,4%, USA -0,8%, EU -1,7%, Deutschland -1,8%).

Im Bild der aktualisierte Chart:

Bruttoinlandsprodukt im Vergleich

Etwas zeitnäher ist die Industrieproduktion des verarbeitenden Gewerbes; für Japan und Deutschland deutet sich hier eine Bodenbildung ab. Der Fall der Industrieproduktion in den USA wie der EU hat allerdings an Tempo zugelegt; letztere ist jedoch erst per April veröffentlicht.
Die saisonbereinigte Veränderung auf Jahresbasis notiert in Japan zuletzt bei -27,5%, in den USA bei -15,2%, in der EU bei -20,4% und in Deutschland bei -18,1%.

Auch hier der Chart:

Industrieproduktion im Vergleich

2 Kommentare

1 Time Traveller - 11.07.2009 um 20:28

Mit Bodenbildung wäre ich sehr vorsichtig. Zur Industrieproduktion in Deutschland haben die Querschüsse die Jubelmeldungen relativiert bzw. die realen Werte aufgezeigt. Ich zitiere aus den Querschüssen:

Die Industrieproduktion stieg unbereinigt um nur +0,45%, während die Medien den bereinigten Anstieg von +5,1% bejubeln, die höchste Rate seit 1991!

Diese fragwürdige Diskrepanz lässt sich mit dem statistischen Verfahren erklären, das X12-ARIMA enthält nämlich auch eine Trendkomponente und zusätzlich fließen sogar Prognosen für zukünftige Beobachtungen auf Basis stochastischer Zeitreihenmodelle mit ein. Ziel der Bereinigung und der anderen Komponenten ist es, die konjunkturellen Umschwünge und Wendepunkte zu erkennen.”

Quelle: http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/07/deutsche-industrieproduktion-mit.html

Gott sei Dank gibt es diesen Blog mit seinen wunderbaren Analaysen. Ich möchte mir erst gar nicht vorstellen , wenn es diesen Blog nicht mehr gäbe. Die Mainstreampresse, mit ein paar ganz wenigen Ausnahmen, die es tatsächlich noch gibt, kann man eigentlich vergessen.
Es ist schon beängistigend, wie Statistiken verbogen werden, die Wahrheit ignoriert und die P-Machinery auf Hochtouren läuft.
Das kann letztendlich nur bedeuten, dass die Wahrheit sehr sehr grausam ist und dass die Zukunft spannend sein wird.

Als Wahrheitslektüre empfehle ich den Beitrag auf der World Socialist Web Site:

“Das Kapitalistische Manifest” des Herausgebers der Newsweek International – ein verzweifelter Beruhigungsversuch

Quelle: http://www.wsws.org/de/2009/jul2009/mani-j11.shtml

2 Jabberwock - 13.07.2009 um 9:47

Hallo, Time Traveller,

Nur ein Hinweis vor dem Hintergrund Deiner Skepsis die statistische „Massage“ veröffentlichter Konjunkturindikatoren betreffend – die ich teile. (Die Arbeitslosenstatistik ist wohl international das übelste Beispiel.)

Destatis (Statistisches Bundesamt) veröffentlicht auch (noch) die „unmassierten Originalwerte“ der meisten Zeitreihen und auch die entsprechenden Graphiken. Hier die Zeitreihen für den Produktionsindex
und
hier die entsprechende Graphik dazu.

Die nachstehende Aussage von „Querschüsse“ ist also auch „öffentlich” nachvollziehbar:
Der unbereinigte Produktionsindex mit den Orginaldaten von Mai, fällt um -0,34% bzw. auf 88,8 Indexpunkte, nach 89,2 Indexpunkten im April 2009.

Aber natürlich rechtfertigt dies nicht die „mediale Irreführung“ durch das BMWi und die nachgeschaltete Wirtschaftspresse; denn obwohl das Census X-12-ARIMA Verfahren dort in der Fußnote erwähnt wird, sind alle diese ‚Filterverfahren’ selbst für Fachleute kaum noch nachvollziehbar und selbst für Fachleute interpretationsbedürftig, weil Schätzungen in die Berechnung eingehen.

Das Census X-12-ARIMA-Verfahren gibt es übrigens beim US Census Bureau als PC-Version zum download.
Grüße

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