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Abbau der US Nettovermögen geht weiter

Aus dem ‘Flow of Funds’ Bericht folgt jetzt die Darstellung der privaten US Haushalte (B.100 Balance Sheet of Households and Nonprofit Organizations).

Die Entwicklung der Vermögenssituation der privaten US Haushalte setzt sich fort, im Einzelnen heißt das:

  1. das Nettovermögen schwindet dahin
  2. Verbindlichkeiten werden abgelöst
  3. trotz sinkender Einkommen ist eine Sparneigung zu beobachten
  4. auf der Suche nach sicheren Finanzanlagen wurde das Portfolio umgeschichtet
  5. die US Hausbesitzer nennen nur noch 41,4% des Immobilienvermögens ihr Eigen; im Vorquartal waren dies 42,9%

Zunächst die Übersicht:

Tabelle

Das Nettovermögen beläuft sich auf 50,4 Billionen USD, hat im Vergleich zum Vorquartal um -2,6% oder auf Jahresbasis um -16,2% abgenommen. im vierten Quartal 2008 lag das Tempo des Vermögensabbau aus bei jährlich -17,4%. Seit dem Hoch im zweiten Quartal 2007 notiert der Verlust bei 13,9 Billionen USD oder 19,5%.

Im Bild zunächst die eingebrochene, jährliche Wachstumsrate:

jährliche Wachstumsrate der Nettovermögen

Folgend ist das nominale Nettovermögen in Billionen USD dargestellt:

Nettovermögen in Billionen US-Dollar

Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 liegen die Verbindlichkeiten um 0,8% niedriger; zum Vorjahreszeitraum notieren diese 2,1% tiefer. Dabei markiert die jährliche Wachstumsrate der Hypothekenverschuldung mit -1,0% ein Allzeittief, die Rate der Verbraucherkredite liegt mit -0,4% auf dem tiefsten Niveau seit dem zweiten Quartal 1992; nachfolgend sind beide abgebildet:

Jahresrate der Hypothekenverschuldung/Verbraucherkredite

Die Gesamtverschuldung zum frei verfügbaren Einkommen beläuft sich auf 131,1%, zuletzt waren dies noch 133,9%. Das Allzeithoch datiert vom vierten Quartal 2007 bei 138,6%. Hier manifestiert sich eine Trendwende.

Der historische Verlauf ist im nachfolgenden Chart abgebildet:

Gesamtverschuldung / Einkommen

Bei nachgebenden Aktienkursen haben die US Verbraucher ihre Finanzanlagen umgeschichtet. Insgesamt legte das Volumen der Kreditmarktinstrumente im Vergleich zum Vorquartal um 13,3% zu. Die Zunahme von knapp 500 Mrd. USD fokussiert sich auf US Staatsanleihen (+377,3 Mrd. USD) und Unternehmensanleihen (+451,2 Mrd. USD). Getrennt haben sich die privaten US Haushalte von Agency Bonds (-344,0 Mrd. USD).

1 Kommentar

1 Jabberwock - 23.06.2009 um 18:49

Danke, Cordula!

Die beiden Ökonomen Glick und Lansing der Ferderal Reserve Bank von San Francisco haben zu dem Thema Entschuldung der US-Haushalte einen interessanten Beitrag geschrieben – U.S. Household Deleveraging and Future Consumption Growth.

Würden die US-Haushalte sich in ähnlichem Umfang entschulden wie seinerzeit die japanischen Haushalte in dem „verlorenen Jahrzehnt“ nach der japanischen Immobilienkrise Anfang der neunziger Jahre, müsste die US-Sparquote von derzeit ca. 4 Prozent bis 2018 auf 10 Prozent steigen. Ob die US-Verbraucher die USA wieder aus der derzeitigen Krise führen werden und können, ist also derzeit fraglich. Dies auch, weil der Zusammenhang zwischen Netto-Haushaltsvermögen (das in dieser Krise besonders stark gesunken ist) und den zukünftigen Konsumausgaben zu den empirischen Fragestellungen gehört, die heute noch nicht richtig verstanden werden.

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