Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) – Jahresbericht
Die BIZ hat am 29. Juni ihren Jahresbericht (1. April 2008 bis 31. März 2009) vorgelegt (Deutsch). Der Berichtszeitraum deckt damit zeitlich den (bisherigen?) Höhepunkt der Finanzkrise ab.
Auf den ersten 100 Seiten des Berichtes gibt die „Bank der Zentralbanken“ einen umfassenden Überblick über die Ursachen der Krise und die Entwicklung bis März 2009. Diese zusammenfassende Analyse gehört m. E. zu Besten was man derzeit über „die Finanzkrise“ ihre Ursachen und die Zusammenhänge lesen kann.
Erfahrungsgemäß verschwinden solche und ähnliche Veröffentlichungen schnell wieder „in der Versenkung“. Für all jene die wirtschaftspolitisch interessiert sind und auch Interesse an historischen Entwicklungen haben, könnte es sich lohnen, die ersten 90 Seiten dieses Berichtes nicht nur zu lesen, sondern auch als Referenzmaterial aufzuheben. Dies auch, weil die BIZ dem interessierten Leser das Datenmaterial (xls) des Berichtes zur Verfügung stellt.
Die nachstehende Aussage zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Bericht: „Ein solides Finanzsystem ist eine Grundbedingung für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung. Zieht sich die Sanierung des Finanzsystems länger hin, dann könnte dies die politischen Bemühungen in anderen Bereichen behindern. Damit eine wirtschaftliche Erholung in Gang kommt, ist es unabdingbar, dass die staatlichen Stellen die Sanierung des Finanzsystems entschlossen in Angriff nehmen und ebenso zügig wie konsequent umsetzen.” Dass dies derzeit noch nicht der Fall ist kann man allerorts bestätigt finden und sollte deshalb m. E. die Messlatte für die derzeitige „Erwartungsblase“ sein. M.a.W. in einem Kreditgeldsystem wie unserem, wird es einen nachhaltigen Aufschwung ohne voll funktionsfähige Kreditmärkte nicht geben können. Davon aber sind wir noch ein gutes Stück entfernt – jedenfalls solange Banken für den Jahrestender 1 % bezahlen, um dann über die Hälfte der so „eingekauften“ Liquidität für 0,25 % bei der Zentralbank zu parken (€ 242 Mrd. ganz unten ‚deposit facility’).


