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Wissenswertes zum Bargeldumlauf, Hortung und Transaktionskassen

Im Juni 2009 hat die Bundesbank eine sehr lesenswerte (auch unterhaltsame) Bestandsaufnahme zum Bargeldumlauf vorgelegt.

Nachstehend einige der Kernaussagen:

- Nach Einführung des Euro-Bargeldes im Jahr 2002 stieg der Banknotenumlauf im gesamten Euro-Währungsgebiet ausgehend von einem Niveau von 221 Mrd. € bis Jahresende 2008 auf 763 Mrd € an. [Ein Anstieg von über 245 Prozent.]

- In Deutschland wuchs der Banknotenumlauf im gleichen Zeitraum von 73 Mrd € auf 328 Mrd €. [Ein Anstieg von über 349 Prozent.]

- Eine im Jahr 2008 im Auftrag der Bundesbank durchgeführte repräsentative Bevölkerungsumfrage zum „Zahlungsverhalten in Deutschland“ ergab, dass circa 58% aller dort erfassten Umsätze mit Bargeld und nur 26% mit Debitkarte bezahlt wurden. Bargeld ist dementsprechend in Deutschland nach wie vor das dominierende Zahlungsmittel.

- Auf Grundlage dieser Berechnungen ergibt sich somit in Deutschland ein für Transaktionszwecke umlaufendes Banknotenvolumen von durchschnittlich circa 31 Mrd €, was ungefähr 10% des deutschen Banknotenumlaufs per Ende 2008 entspricht. Dies macht deutlich, dass das Transaktionsmotiv für die gesamte Bargeldnachfrage in Deutschland von relativ geringer Bedeutung ist und kaum zu dem beobachteten starken Anstieg des Banknotenumlaufs beigetragen hat.

- Unter diesen Annahmen könnte die Netto-Banknotennachfrage aus Ländern außerhalb des Euro-Raums bis zum Ende des Jahres 2008 auf eine Bandbreite von 25% bis 35% des in Deutschland ausgegebenen Banknotenvolumens angestiegen sein und somit beachtlich zu dessen Wachstum beigetragen haben.

- Der besonders starke Anstieg des Banknotenumlaufs in Deutschland in den ersten Jahren nach der Euro-Bargeldeinführung steht in engem Zusammenhang mit der Auflösung der DM-Horte im Vorfeld der Umstellung.

- Geht man von einer Transaktionskassenhaltung von 10% des Banknotenumlaufs aus und legt man des Weiteren eine Auslandsnachfrage von 25% bis 35% zugrunde, so bleibt für die Hortung der Löwenanteil von 55% bis 65% übrig. Dieser Wert ist, da er als Residualgröße ermittelt wird und die Transaktions- und Auslandsanteile auch nur geschätzt werden können, mit vielen Unsicherheiten behaftet.

- Als Folge der Zuspitzung der Krise an den Finanzmärkten im Herbst letzten Jahres wich die Bargeldnachfrage erheblich von ihrem zuvor beobachteten Muster ab. Zwischen der 39. und 43. Kalenderwoche 2008 unterschied sich der Saldo der Ein- undAuszahlungen bei der Bundesbank deutlich gegenüber dem des Vorjahres.

Financial Stability Report England (Juni 2009)

Nur ein Schlaglicht auf den Financial Stability Report der Bank of England, der vor einigen Tagen veröffentlicht wurde.

Der Bericht zeigt unter anderem, dass der Wertverfall der Vermögenswerte bei einer Auswahl repräsentativer Geschäftsbanken noch keineswegs zum Stillstand gekommen ist. Erkennbar ist auch, dass die Restaurierung der Eigenkapitalpositionen bisher weit hinter diesen Wertverlusten der Aktiva zurück bleibt. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass auch in England das Kreditwachstum praktisch zum Erliegen gekommen ist.