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KID Konjunktur-Indikator Deutschland im Juni 2009

V-förmige Erholung (?)

Auch die erste Woche des neuen Berichtsmonats begann sofort mit einem erneuten Knaller: Der ZEW-Index legte satte 18.1 Zähler auf 31.1 nach 13 Punkten zu. Er notiert dadurch jetzt sogar wieder deutlich über seinem historischen Mittelwert bei aktuell 26.2 und erreichte im Mai den höchsten Stand seit Juli 2006. Wer den direkten Chartvergleich wagt, sieht sofort, dass der ZEW-Index, von zwischenzeitlichen Schwankungen abgesehen, seine Hoch- und Tief-Punkte stets mit mehreren Monaten Vorlauf vor dem DAX aufs Parkett legt und damit ganz klar ein Trendsetter ist. Der DAX folgte sofort dieser Vorgabe und zeigte am 19. Mai zum ersten Mal seit Jahresanfang wieder die 5 vorn. Der V-DAX (neu) sank vice versa am nächsten Tag zum ersten Mal seit September 2008 wieder unter die 30er Vola-Marke. WTI Crude Oil nutzte parallel den anstehenden Kontraktwechsel von Juni auf Juli zu nahezu mühelosem Überwinden der 60-Dollar-Marke und erreichte mit 62.26 umgehend ein neues Halbjahreshoch. Dezember 2009 notierte über 65.-, Dezember 2010 bei runden 70.- US-Dollar, bei deutlich reduziertem Contango. Die Normalität kehrt mit großen Schritten zurück.

Einen kleinen Ausreißer nach unten zeigten diesmal die wöchentlichen US-Chain-Store-Sales. Schwächer fielen auch die Baugenehmigungen und Neubaubeginne am US-Immobilienmarkt für den April aus. Dagegen schoss, wie hier vorhergesagt und zeitlich ideal passend am Himmelfahrtstag der TCB US-Leading-Index gleich um einen vollen Prozentpunkunkt von revidierten 98.- auf 99.- in die Höhe und verdoppelte im Anstieg praktisch die vorherige Konsens-Erwartung. Er hat damit nun auch die vom KID zuvor angezeigte Bewegungsrichtung nachvollzogen. Der aus dem April noch fehlende deutsche Erzeugerpreis-Index brachte im Vergleich mit dem Vorjahresmonat einen optisch kräftigen Rückgang um -2.70%. Jedoch muss man dabei, wie auch noch in den nächsten Monaten, die relative Vergleichsgröße der überaus kräftigen Preissteigerungsraten des Vorjahres berücksichtigen. Das Fazit lautet also auch hier: zunächst nur Rückkehr zur Normalität, keinerlei erkennbare deflationäre Tendenzen. Für einen versöhnlichen Wochenausklang sorgten hoffnungsvolle Signale aus Japan, ein weit über den Erwartungen liegender Vorab-Wert bei den Euroland-Einkaufsmanagern, der Baltic Dry mit einem rasanten weiteren Anstieg bis auf 2707 Punkte, sowie ein mit 111.10 weiter freundlicher ECRI Weekly Leading Index, der in der im Trend steil anziehenden Wachstumsrate inzwischen wieder den Stand von Anfang September 2008 mit einem 35-Wochen-Hoch egalisierte. “It is increasingly obvious, that the ‘Green Shoots’ will blossom this Summer”, lautete der blumig-freundliche Kommentar dazu. Wir nutzen diesen Vergleich für eine kurze Gedenkminute mit Rückblick auf die Einleitung vom Februar-KID und auf den Trampel, der ohne Verstand und Weitblick mit seinen alten konjunkturellen Winterstiefeln blindwütig durch die Frühlingsblumen stampft.

KID Konjunktur-Indikator Deutschland im Juni 2009

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