KID Konjunktur-Indikator Deutschland im April 2009
Ampel auf Grün
Lange genug hat es diesmal gedauert:
Passend zum Frühlingserwachen liefert der KID endlich das seit Wochen erwartete, ausführlichst mit Details untermauerte und vom KID-Oszillator schon lange angekündigte positive Signal. Dem ist heute daher auch kaum noch etwas hinzuzufügen. In den vergangenen Monaten wurde an dieser Stelle im Text sehr weit vorgegriffen – was dem ursprünglichen Sinn einer prognostischen “Voraussage” entspricht. Sie ist nun eingetroffen, nach der Stimmungsaufhellung beginnen, wie angekündigt, auch die “harten Daten” mit ersten zaghaften Erholungsansätzen, sodass die Ampel auf Grün umspringen konnte. Die meisten treffenden Argumente wurden in den letzten Ausgaben alle schon mehrfach angeführt – sie heute erneut zu wiederholen, würde gebetsmühlenartig in eine Endlosschleife münden. Wer dennoch nachlesen möchte, was heute warum und wie abläuft, kann dies im KID-Archiv der letzten Monate hier auf markt-daten.de ausführlich studieren.
Die Farbe Grün dominierte den Datenkranz der letzten Wochen, er glich praktisch einem frischen Frühlingskranz mit einigen roten “Blüten”, deren Farbe jedoch teils schon zu verblassen begann. Die unverbesserlich ewiggestrigen Pessimisten erlebten zuweilen regelrecht ihr (weiß)blaues Wunder – so dass sich das erfreuliche Gesamtbild bereits dem typisch bayrischen Maibaum anzunähern begonnen hat. Damit ist ab sofort hinreichend Anlass gegeben, in gepflegter Ruhe ein frisches Mai-Ur-Bock zu genießen: Bodenbildung und Ansätze zur Wende waren querbeet bei sonnig warmem Frühlingswetter überall weiterhin zu beobachten. Selbst an Stellen, wo niemand gedacht hatte, dass hier die Sonne jemals wieder hinscheint, sprießte für alle Schwarzseher und -Hörer völlig überraschend plötzlich helles frisches Frühlingsgrün. Sogar der totgeglaubte, totgesagte und totgeschriebene US-Immobiliensektor zeigte in etlichen Datenreihen regelrecht Frühlingserwachen. Die US-Auftragseingänge drehten kräftig aufwärts, bei den deutschen Aufträgen wurde eine starke Revision nach oben in den schwachen Vormonatszahlen durchgeführt. Die jüngsten Daten zeigten selbst danach nur noch eine marginale Abschwächung. Diesen Trend gilt es jetzt zu nutzen und fortzuschreiben.




7 Kommentare
Hallo, Thomas – mutig, mutig diese Ansage, die ich mit sehr viel Skepsis betrachte.
In meinen Augen haben wir es sehr viel eher mit einer saisonalen, aber leider temporären Frühlingsbelebung als mit einer Trendwende zu tun. Der lange Winter mag diese ‚Belebung’ noch akzentuiert haben.
Aber Prognosen sind ja dazu da, dass man seine eigne Ansicht überprüft, deshalb auf jeden Fall – Dankeschön!
Nachstehend ein paar alternative Daten:
Hier der ‚Konjunkturmonitor’ des Statistischen Bundesamtes. (Das rechts unten abgesetzte blau/graue Kästchen bedient die „Maschine“.):
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Grafiken/SVG/Konjunkturmonitor,templateId=renderSVG.psml
Der FAZ-Konjunkturbericht vom 1. April macht auch keinen Mut:
http://www.faz.net/s/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928/Doc~E2C9336AAD0A744C2AFD305142A39F1F0~ATpl~Ecommon~SMed.html
Die letzten (Feb.) ‘US Economic Conditions’ sind hier graphisch dargestellt:
http://www.newyorkfed.org/research/directors_charts/econ_fin.pdf
Der Conference Board veröffentlicht die nächste Serie der leading, lagging und coincident Indikatoren am 20. April (für März); die von Februar sind hier beschrieben:
http://www.conference-board.org/economics/bci/pressRelease_output.cfm?cid=1
Den Mutigen gehört die Welt! Aber dann – es gibt mutige Piloten und alte Piloten, aber keine mutigen, alten Piloten.
Grüße
…einfach nur peinlich.
“…journalistisch investigativ direkt hart am Puls der Zeit…”
Und meine Großmutter fährt Sonntags mit einem 50-Tonnen-Panzer zur Kirche.
“…heuer…”
Ach, sie sind Österreicher? Jetzt verstehe ich Ihre Verzweiflung, Stichwort Island. Ansonsten ist der Text eigentlich keinen Kommentar wert und marktschreierisch ist hier nur einer. Viel Spass noch im Biergarten, demnächst gibt’s Dosenbier.
Sehr geehrter Herr Spörer,
ich muss gestehen…ich bin ein Fan von ihrem “KID” und genieße die pointierte und treffliche Art ihres Journalismus.
Besonders gefällt mir ihre Kritik ” an den Dinosaurieren”, welche ihren Elfenbeintürmen nicht entfliehen können und sich damit beschäftigen ihre “ceteris Paribus”- Bedingungen im begrenzten Feld ihres “newtonschen´und gauß´schen Weltbilds” anzupassen….ohne zu merken, dass die Welt sich als Kugel weiterdreht.
Weiter so !
sonnige Grüße
Uwe Paul
Offenbar wurde der Mai-Ur-Bock schon während der Analyse getrunken…
Sehr geehrter Herr Sprörer,
treffsicher haben Sie Mitte July 2007
den Konjunktureinbruch signalisiert,
auch die USA Indikatoren zeigten dies an.
Hier die web-Seite:
http://www.conference-board.org/economics/bci/pressRelease_output.cfm?cid=1.
Eine Ampelumschaltung der Konjunktur in USA, bzw Europa sehen die Economen des Conferenceboard noch nicht.
Gruss
Norbert Schwegler
@Gesundbeter: keinen weiteren Kommentar mehr wert ist hier eigentlich nur Ihr Kommentar. Jede Analyse und Prognose hat sicherlich Ihre Schwachpunkte und eine gegensätzliche Meinung muss erlaubt sein. Aber bitte mit konstruktiver Kritik!
Schicken Gruß,
Psycho
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