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Marktsentiment, Anfang März 2009

Die Stimmung der von der ‘American Association of Individual Investors‘ befragten Privatinvestoren ist in einem Tal angekommen. Zum einen notierte der Bären-Anteil letzte Woche bei 70% auf einem Mehrjahreshoch, zum anderen befand sich der Bullen-Anteil auf dem tiefsten Niveau seit dem Januartief.

Zwei Charts zu den Privatinvestoren, zunächst ein geteilter, oben der bärisch gestimmte Anteil unten der Bullen-Anteil:

Marktsentiment

dann ein Chart oben der Index ‘Bulls/(Bulls + Bears)’ unten der S&P500:

Marktsentiment

Die Börsenbriefschreiber des vom Investors Intelligence Index haben das Stimmungstief aus dem Oktober letzten Jahres nicht erreicht. Zuletzt zeigten sich 44% bärisch und knapp 30% waren bullisch aufgelegt. Im Oktober 2008 lag der Bären-Anteil bei maximal 54,4% und der Bullen-Anteil bei höchstens 22,2%.

Achtung Zeitumstellung

Zeitumstellung

Am Wochenende (7./8.3.) wurden in den USA die Uhren bereits von Winter- auf Sommerzeit  umgestellt!

Für die nächsten drei Wochen haben jetzt das zweifelhafte Vergnügen uns auf veränderte Handelszeiten und Veröffentlichungstermine einzustellen, da  wir in Europa erst am 28./29.3. auf Sommerzeit umstellen.

Im Wirtschaftsdatenkalender sowie in der Indikatorenliste ( alphabetische Einordnung) wurden die veränderten Termine berücksichtigt.

Von Mitteleuropa aus zur Eastern Standard Time (EST), also einschließlich New York, sind es nun vorübergehend -5 Stunden.

US Arbeitsmarktbericht: im Rezessionstakt

Der gestrige US Arbeitsmarktbericht für den Februar offenbart die aktuelle Rezessionstiefe. Die Kernzahlen in der Übersicht:
Tabelle
In Anbetracht der Bevölkerungsentwicklung notieren diverse absolute Parameter wie die Arbeitslosenanzahl mit 12,5 Millionen auf einem Allzeithoch, aber die prozentualen Veränderungen können dieses düstere Bild kaum aufhellen.

Im Februar wurden 651.000 Stellen vernichtet, die Konsensschätzung hatte bei -615.000 gelegen. Der Vormonat wurde zudem von -598.000 auf -655.000 nach unten revidiert. Stellenstreichungen wurden im produzierenden wie Dienstleistungsgewerbe gesehen, einzig im öffentlichen Sektor wurden Stellen geschaffen (+ 9.000). Die Datenreihe notiert zwar auf dem tiefsten Niveau seit knapp 60 Jahren, aussagekräftiger ist allerdings die jährliche Wachstumsrate der Stellenveränderungen, wenn man den historischen Vergleich anstellt. Mit -3,0% zum Vorjahr weist diese den größten Rückgang seit ca. 50 Jahren auf.

Dazu der Chart:

Stellenveränderungen - die jährliche Wachstumsrate

Heute noch zwei Charts, die zwar nicht im öffentlichen Fokus stehen, aber trotzdem Verwerfungen des US Arbeitsmarkt aufzeigen.

Nicht nur wächst die Arbeitslosenanzahl, die betroffenen Menschen sind auch länger arbeitslos.

Der Anteil der Arbeitslosen, die weniger als fünf Wochen arbeitslos sind, befindet sich mit 26,9% auf einem Allzeittief. Gleichzeitig ist der Anteil der Arbeitslosen, die länger als 15 Wochen arbeitslos sind, mit 41,7% auf einem Allzeithoch.

Ab 1948 der Chart dazu:

Arbeitslosenanteil

Der Anteil der Bevölkerung, die eine Beschäftigung haben, ist während der laufenden Rezession rapide zurückgegangen. Vor Rezessionsbeginn lag dieser bei 62,7%, im Februar wurde mit 60,3 Prozent das tiefste Niveau seit 22 Jahren gemessenen.

Insgesamt bietet der Arbeitsmarktbericht keine Erholungszeichen; abhängige Parameter wie die Konsumausgaben dürften weiter sinken bzw. wie die Zahlungsverzögerungen/Zwangsversteigerungen weiter steigen. Sind finanzielle Reserven vorhanden, wird gespart; die Sparquote liegt mit 5,0% auf dem höchsten Niveau seit 13 Jahren.

Auf der anderen Seite hat die Verschuldungsbereitschaft wie -fähigkeit, um sich an den Aktienmärkten zu engagieren, deutlich nachgegeben. Dazu:

Wertpapierkredite schrumpfen mit zunehmender Geschwindigkeit

allseits ein schönes Wochenende

US Zwangsversteigerungen brechen Rekordstände

… oder auch: Immobilienbesitzer im Würgegriff der Rezession.

 ZahlungsverzögerungenDer von der Mortgage Bankers Association (MBA) gestern publizierte National Delinquency Survey für das vierte Quartal 2008 wies die Zahl der Zahlungsverzögerungen mit 7,88% der Hypothekendarlehen auf dem höchsten je notiertem Stand aus. Seit 1972 ermittelt die MBA diese Daten. Ebenfalls auf Rekordniveau befindet sich die Quartalsveränderungen von 89 Punkten. Im Chart sind die Zahlungsverzögerungen in Abhängigkeit des Immobilienkredites (Laufzeit, Bonität des Schuldners) abgebildet.

Zum Ende des vierten Quartals 2008 befanden sich 3,3% der Hypothekendarlehennehmer im Zwangsversteigerungsprozess. Ein Zuwachs von 33 Punkten im Vergleich zum Vorquartal; auf Jahresbasis macht dies dann + 126 Punkte. In argen finanziellen Nöten (Kombination aus Zwangsversteigerung und mindestens eine Zahlungsverzögerung) befinden sich 11,93% der Hypothekenschuldner. Man braucht es kaum erwähnen, auch hier wurden neue Rekordniveaus erreicht.

Am stärksten sind weiterhin die Hypothekenbesitzer mit geringer Bonität und variabler Verzinsung (subprime ARM) betroffen. Landesweit sind 48% dieser Hypothekennehmer mindestens eine Ratenzahlung im Rückstand, in Florida sind es bereits 60%.

Die MBA sieht zunehmend Zahlungsverzögerungen infolge reduzierter Einkommen oder als Folge von Arbeitslosigkeit. Im Bild sind nachfolgend die Stellenveränderungen (inverse Skalierung) den gesamten Zwangsversteigerungen gegenübergestellt:

Zwangsversteigerungen vs. Stellenveränderungen

Die Zahlungsverzögerungen konzentrieren sich weiterhin auf die Bundesstaaten Kalifornien, Florida, Nevada, Arizona und Michigan, aber gerade bei den Zahlungsverzögerungen > 90 Tage wurden deutliche Anstiege in Louisiana, New York, Georgia, Texas und Mississippi infolge der Rezession gesehen.

zur Presseerklärung

US Autoabsatz Feb. – 50% und noch ein paar Meldungen

Was heißt das wohl für das GDP im 1. Q ? Könnte das dann so bei – 10% liegen ?

Hidden Pension Fiasco May Foment Another $1 Trillion Bailout

… The misleading numbers posted by retirement fund administrators help mask
this reality: Public pensions in the U.S. had total liabilities of $2.9 trillion as of Dec. 16, according to the
Center for Retirement Research at Boston College. Their total assets are about 30 percent less than that,
at $2 trillion.
With stock market losses this year, public pensions in the U.S. are now underfunded by more than
$1 trillion. http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=newsarchive&sid=alwTE0Z5.1EA

und passed dazu Merrill Lynch’s Top 10 Earned $209 Million in 2008

und als weiteres Zeugnis für die Weisheit von Politikern noch das hier :

HEARING ON THE PRESIDENT’S BUDGET
PROPOSAL FOR FISCAL YEAR 2010

MARCH 3, 2009
SPEAKERS:
REP. CHARLES B. RANGEL, D-N.Y.
CHAIRMAN
REP. PETE STARK, D-CALIF.
REP. SANDER M. LEVIN, D-MICH.
REP. JIM MCDERMOTT, D-WASH.
<snip>
REP. LINDA T. SANCHEZ, D-CALIF.
SANCHEZ: Thank you, Mr. Chairman.
And thank you, Secretary Geithner, for being with us this
afternoon. I was absent for part of the hearing, so pardon me if I’m
asking questions that have already been answered.
But I know that a lot of criticism has been leveled at this
budget because of a fear of future debt. That’s what we keep hearing.
We can’t burden, you know, future generations. My question to you is
a very specific one. Do we really need to balance the budget in order
to reduce our future deficit — or our future — pardon me — debt
burden, or can we reduce our debt burden while still running deficits,
because some people would have you believe that the two must go hand
in hand?

Wir werden subtil belogen

Albrecht Müller war unter den Bundeskanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt Leiter der Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes.

Auszüge :

“Die Unsicherheit ist groß. Das Grundgefühl: Ohnmacht. Wenn ich höre, 10 Milliarden Steuergelder für die IKB, 18,2 Milliarden für die Commerzbank, 102 Milliarden für die Hypo Real Estate usw., hunderte von Milliarden zur Begleichung der Wettschulden und der fortlaufenden Boni für Investmentbanker, die die Misere angerichtet haben, dann kommt zur Ohnmacht Wut. Aber eine Mehrheit gibt bei Umfragen immer noch an, den politisch Verantwortlichen über den Weg zu trauen.”

Das ist vor dem Hintergrund der ständig größer gewordenen Korruption und der weitverbreiteten Selbstbedienungmentalität vieler Manager und Politiker tatsächlich erstaunlich, liegt aber vielleicht daran, daß immer noch viele glauben auf Kosten der anderen Leben zu können ?

“Die politisch Verantwortlichen haben uns erzählt, sie seien von der Finanzkrise überrascht worden. Er sei wie von einem „Springinsfeldteufel“ „ohne Vorankündigung” von „Risiken aus neuartigen Finanzprodukten angegriffen” worden, meinte Bundesfinanzminister Steinbrück im April 2008. Tatsächlich waren zu diesem Zeitpunkt die Milliarden-Verluste der Industriekreditbank (IKB) in Düsseldorf schon fast ein ganzes Jahr bekannt.”

mehr hier

„Eine Demokratie kann als ständige Regierungsform nicht existieren. Sie kann nur solange existieren bis die Wähler herausfinden, dass sie sich durch ihreStimmabgabe großzügige Gaben aus der Staatskasse beschaffen können. Von dem Augenblick an wählt die Mehrheit stets die Kandidaten, die die meisten Unterstützungsleistungen aus der Staatskasse in Aussicht stellen mit dem Ergebnis, dass eine Demokratie stets wegen einer laxen Finanzpolitik scheitert, auf die immer eine Diktatur folgt.“ Alexander Tyler

KGV vs Dividendenrendite

Schon die Tatsache, das S&P zwei “Earnings”-Kategorien veröffentlicht („operating“ & „as reported“) wirft für den Anleger die Frage auf an welcher dieser „Gewinnzahlen“ er sich orientieren sollte. Berücksichtigt man zusätzlich, dass der durchschnittliche Anleger kaum noch in der Lage ist, die komplexen Bewertungsregeln nach IAS / IFRS oder US-GAAP in einem konkreten Jahresabschluss nachzuvollziehen, drängt sich die Dividenden-Rendite als Messlatte wieder mehr in den Vordergrund.

Dies scheint mir nicht der schlechteste Zeitpunkt, sich in Erinnerung zu rufen, dass der Anleger von zwei Komponenten lebt – Kursgewinne und Dividenden.
Dies auch, weil die Flucht in „sichere“ Staatsanleihen nun vielleicht deutliche Opportunitätskosten ausweist. (Rendite US-Staatsanleihen & Rendite Bundeswertpapiere).

Die durchschnittliche nominale Dividendenrendite des S&P 500 der letzten 50 Jahre betrug 3,18%, die reale -0,961% (Martin Capital Graphik). Die aktuelle (12 Monate) vorwärtsblickende Dividendenrendite des S&P 500 wird von „indexArb“ (für Details auf das rote Knöpfchen klicken) mit 3,34% berechnet – gut 30 Basispunkte besser als die einer 10-jährigen US-Staatsanleihe. Beim DJIA liegt dieser Spread sogar deutlich über 100 Basispunkten.

Für Deutschland habe ich ähnliche Statistiken leider nicht gefunden. Aber ein Artikel im Handelsblatt gibt wenigstens grobe Hinweise. Danach dürfte die in 2009 gezahlten Dax-Dividenden ca. 15 bis 20 Prozent niedriger sein als in 2008. Bezogen auf den DIVDAX ETF von ISHARES würde das auf dem aktuellen Kursniveau des ETF einer Ausschüttungsrendite von über 7 % entsprechen.

Nein, die Dividendenrendite ist nicht die Wundermethode für richtige Anlageentscheidungen. Aber zumindest gibt es an einer Dividende nichts zu deuteln und diese Messlatte außer Acht zu lassen ist sträflich. Wer eine langfristige Perspektive hat, wird deshalb den Beitrag von James Hamilton mit Gewinn lesen.

Harvard – Dummheit oder Korruption ? Schon wieder diese Frage …

March 3 (Bloomberg) — Harvard’s interest costs are set to increase as much as $550 million over three decades because the U.S.’s wealthiest and oldest university took advice from Goldman Sachs Group Inc., JPMorgan Chase & Co. and Morgan Stanley.

Earlier, those same Wall Street banks sold Harvard — then led by Lawrence Summers, now an Obama administration adviser — derivatives that soured. When that worsened a cash squeeze, they recommended that the AAA rated school pay as much as 1.41 percentage points more than yields on identically rated corporate debt for a $1.5 billion Dec. 5 bond sale. Five days later, they helped Harvard borrow $1 billion more at up to 5.80 percent — to repay floating-rate debt that effectively cost it 3.4 percent.

By accepting those terms, the college that trained such finance-world elites as John Thain and Gary Crittenden enriched initial buyers who sold the bonds as prices rose as much as 4.7 percent in two days.   It also reduced underwriters’ risks: If the bonds hadn’t sold out, Goldman, JPMorgan and Morgan Stanley would have had to buy the rest when they were hoarding cash and relying on government guarantees to sell their own debt.

http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601109&refer=home&sid=a1CK7RmhOeSM

LT interest rates and PE Ratios

Interessanter Graph :

Schon früh erkannt: Die wahren Ursachen der Finanzkrise!

Im folgenden Zitat, man möge mir verzeihen, dass ich die deutsche Textstelle im Original nicht gefunden habe – das Werk aus dem zitiert wird, steht nicht in meinem Bücherregal – wird mit einem Satz der Weg in die Finanzkrise skizziert:

“Owners of capital will stimulate the working class to buy more and more of expensive goods, houses and technology, pushing them to take more and more expensive credits, until their debt becomes unbearable. The unpaid debt will lead to bankruptcy of banks, which will have to be nationalised, and the State will have to take the road which will eventually [Anmerkung: hopefully not!] lead to communism” Karl Marx, Das Kapital, 1867

Einflussreiche Privatbanken, the “owners of the Fed”, konnten offensichtlich, vertreten durch Herrn Greenspan, die notwendige Stimulierung der Konsumenten administrieren, während die Wall Street eigene Abgeordnete der Finanzwirtschaft in der Regierung entsandte, um für die notwendige laisses-faire Politik zu sorgen.

Im Unterschied zu Herrn Marx aber, träumt die durch Boni korrumpierte Kommune der Kaufleute im Kreditgewerbe, ganz sicher nicht vom Kommunismus, sondern die “Masters of the Universe” haben – überwiegend ausgestattet mit der Qualifikation eines Lokführers – einfach die Kontrolle über ihre Raumschiffe im Weltall der Derivate verloren und sich bei der Ausübung ihres Spieltriebs mit strukturierten Produkten am Fegefeuer der Eitelkeiten die Finger verbrannt.

Crawford Perspectives

Man kann Mr. Crawford natürlich im Fach Konspiratisten ablegen, aber das wäre mE. ein Fehler. Wurde zum besten Market Timer in 2008 gekürt :

Perhaps the overwhelming economic tsunami cannot be moderated by anyone, or possibly the real agenda of those near the top of Washington Action Arm is not as advertised. Maybe they will just appear ineffectual. …. This is expected to have an ‘emasculating’ effect on the wielding of outer power in affairs of the world. From the worlds only dominating SuperPower, we have already reduced to being at the mercy of our creditors, mostly China and Japan, as our people are individually and collectively beholden to our banks individually and the Federal Reserve collectively.
Although created and supposedly controlled by Congress, the Federal Reserve, by its printing presses, has bought our supposedly democratic branches lock, stock and barrel. Our elite owners and controllers intend to crush us into a North American Union similar to that of Europe, and from there into a One World Government. We believe that this impending Greater World Depression has that as its purpose. It is here implied that Mr. Bernanke’s background studies of the 1930’s Depression Era was NOT how to cure it, but how to engineer it!

Er ist übrigens seit 23.02.09 long. SP500 stop @706

AIG´s Portfolio

Sind die 328 Milliarden zum größten Teil Treasury Papiere ?

Häuser für 7.500 USD

The median price of a home sold in Detroit in December was $7,500,
according to Realcomp, a listing service. Not $75,000. Remove a zero—it’s seven thousand five hundred
dollars, substantially less than the lowest-price car on the new-car market.
http://www.chicagotribune.com/news/nationworld/chi-detroit-housingjan29,0,5435392.story

Big Mac Index – Update

‘Der Economist’ aktualisierte seinen Big Mac Index per Ende Jan./Anfang Feb.; einen Beitrag zum Index brachten wir im August letzten Jahres.

Bedingt durch die USD-Stärke bzw. Schwäche diverser Währungen in den letzten Monaten bauten sich einige Über-/Unterbewertungen ab. Der Euro war Ende Juli 2008 noch mit 50% überbewertet, jetzt liegt die Überbewertung bei +24%. Die noch im letzten Jahr beschriebenen Unterbewertungen einiger asiatischer Währungen, blieben grossteils bestehen, die Yen-Stärke führte im ‘Hamburgern Standard’ nahezu zu einer Parität Yen-USD (-9%).

Weiterhin stark überbewertet zum US-Dollar zeigt sich der Schweizer Franken (+ 58%) wie auch die norwegische Krone (+ 63%).

Nachfolgend die tabellarische Übersicht:

Tabelle

Die Charts sind aktualisiert worden; links für Deutschland mit dem Euro bzw. DM, rechts für Japan:

Big Mac Index, DeutschlandBig Mac Index, Japan

Prozente

Prozentrechnung scheint in unserer Evolution keinen wesentlichen Beitrag zu besseren Überlebenschancen geleistet zu haben, anders kann ich mir auch meine eigenen Verständnisprobleme nicht erklären. ;-)

Im DGF war kürzlich ein amüsanter Thread mit dem Thema “95% aller (Bank) Schulden werden zurückgezahlt” oder so ähnlich. Der Verfasser witterte nach dieser – möglicherweise richtigen- Beobachtung eine neue Konspiration denn wenn 95% der Schulden bedient werden kann das ja alles gar nicht so schlimm sein bei den Banken. Die  Kommentatoren teilten zwar nicht unbedingt seine Ansicht, aber keiner hat mal nachgefragt worüber man eigentlich diskutiert bzw. was für Konsequenzen könnten diese nicht gezahlten 5% haben ?!

Hier zu ein paar vereinfachte Beispiele :

Das sogenannte tier1 Eigenkapital / Vermögen ( zum größten Teil Kredite ) Verhältnis der großen Banken muß bei ca. 4% – 7% liegen. Liegt in Realität eher darunter.

Eine sehr simple Überlegung würde also bereits darauf hindeuten, daß Abschreibungen von 5% auf diese Kredite die Banken bereits an den Rande des Konkurses bringen.

Fannie Mae alleine hatte bei einem Eigenkapital von ca. 40 Milliarden US$ Hypos in Höhe von 5.300 Milliarden US$ vergeben. Ein Preisrückgang von nur einem Prozent der zum großen Teil mit 100% (und mehr ! ) beliehenen Immobilien hätte theoretisch das Eigenkapital bereits komplett aufgezehrt.

Oder zB. General Electric GE hatte im Sept 08 laut Bilanz 825 Milliarden$ Vermögenswerte und 13 Milliarden$ Eigenkapital. Eine kleine Wertberichtigung von 2% und schon ist GE pleite. Natürlich nur theoretisch.