Trostloser Welthandel
Im Januar diesen Jahres bot der Frachtverkehr vor Singapur ein trostloses Bild:

Die Beladung der abgebildeten Containerschiffe entspricht dem eingebrochenen Welthandel.
Erstmals seit 1982 erwartet die Weltbank für 2009 mit -2,1% einen rückläufigen globalen Handel (*) nachgeschätzten +6,2% für 2008. Das globale Handelsvolumen ist auf dem besten Weg den größten Rückgang seit 80 Jahren zu notieren. Die größten Kontraktionen werden im ostasiatischen Handel erwartet.
Die bisher veröffentlichten Daten unterstreichen die Einschätzung. Das Exportvolumen schrumpft zweistellig zum Vorjahr; Deutschland publizierte -18,4% (Jan.), die USA -16,4% (Jan.), Japan -45,7% (Jan.) und China -25,7% (Feb.). Diese vier Staaten alleine machten nach dem jüngsten CIA Factbook im Jahr 2008 gut 30% des weltweiten Exporthandels aus. Die prognostizierten -2,1% könnten bei weitem unterboten werden.
In der Übersicht aus dem Weltbank-Bericht Global Economic Prospects 2009 die Wachstumsraten für das reale Bruttoinlandsprodukt wie der Exporte. Erwartet wird der starken Einbruch in den Industrieländern, während die Schwellenländer reduziert weiterwachsen sollen.

Links (Weltbank):
- Global Economic Prospects 2009
- Tabelle mit Kernindikatoren
- (*) Weltweiter Konjunktureinbruch trifft Entwicklungsländer, da Kreditkrise Wachstum und Handel hemmt; Lage an Rohstoffmärkten weniger angespannt
- (**) Crisis Reveals Growing Finance Gaps for Developing Countries
Die entsprechenden Frachtratenindizes kollabierten bereits. Der ‘Howe Robinson Container Index‘ bildet die Charterraten von Containerschiffen mit den gängigen Größenklassen ab. Seit Mitte letzten Jahres befindet sich die jährliche Wachstumsrate bereits in negativem Terrain. Der Index wie auch die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr sind unten stehend abgebildet:
Der Index hat allerdings bereits seit 2005 kräftig abgegeben.
Seit diesem Zeitpunkt überragte die Wachstumsrate der Schiffsflotte die Wachstumsrate des globalen Handels.
Der Chart seit 2000 ist rechts dargestellt.
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Nicht besser ist es dem Baltic Dry Index (BDI) ergangen; zum Absturz des Index hatten wir einen Beitrag Ende Oktober 2008 (Frachtraten – Baltic Dry Index kollabiert). Dieser repräsentiert die Frachtraten für Schüttgüter (Getreide, Eisenerz, Kohle).
Von den Tiefständen zum Jahreswechsel hat sich der Index allmählich kräftig erholt; bis zur letzten Notierung am 13. März bei 2122 hat sich der Index nahezu verdreifacht.
Nachfolgend sind die jährlichen Wachstumsraten des BDI und die des globalen Handelsvolumen dargestellt:




