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Schwimmübungen

Am Wochenende meldeten sich die Weltbank wie auch die asiatische Entwicklungsbank (ADB) zu Wort.

Für das Treffen der G20-Staaten am nächsten Wochenende hat die Weltbank ein Papier fertig gestellt mit dem Titel “Swimming Against the Tide: How Developing Countries Are Coping with the Global Crisis”.

Konstatiert wird für das vierte Quartal 2008 eine Kontraktion der globalen Industrieproduktion von -20% (dabei Industrieländer -23%, Schwellenländer -15%). Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wird ein negatives, globales Bruttoinlandsprodukt erwartet. Der Welthandel soll dabei den größten Rückgang seit 80 Jahren erfahren, mit den größten Verlusten in Fernost, eine Kombination aus sinkenden Volumina, Preisen und Währungsabwertung.

Für die Industrieländer wie die Weltbank eine Finanzierungslücke von 200 bis 700 Mrd. USD. Prognostiziert wird eine drastisch steigende Ausgabe von Staatsanleihen durch die Industrieländer.
Für die Schwellenländer wird ein geringerer Kapitalzustrom die nächsten 7 bis 8 Jahre erwartet, der zu niedrigeren Investitionen und einem langsameren Wachstum führen dürfte.

The financial crisis will have long-term implications for developing countries.
Sovereign debt issuance by high-income countries is set to increase dramatically, crowding out many developing country issuers (private and public). Many institutions that have provided financial intermediation for developing country clients have virtually disappeared. Developing countries are likely to face higher spreads, and lower capital flows than over the past 7-8 years, leading to weaker investment and slower growth in the future.

Crisis Reveals Growing Finance Gaps for Developing Countries

Das potenzielle Ausfallrisiko nicht bedienter EM-Bonds, das bei Banken aus Industrieländern liegt, zeigt folgender Chart. Zu Grunde gelegt wurden Daten der Bank of International Settlement (BIS) aus dem Juni 2008. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt ist die Verstrickung österreichischer Banken am größten.

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Die asiatische Entwicklungsbank veröffentlichte heute eine Studie zum Vermögensverlust vornehmlich der asiatischen und lateinamerikanischen Schwellenländer. Insgesamt wird der globalen Vermögensverlust für das letzte Jahr mit 50 Billionen USD veranschlagt.
In den asiatischen Schwellenländer wurden in 2008 9,6 Billionen USD vernichtet, bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt waren dies 108,8%. Die Löwenanteil machten die implodierenden Aktienmärkte aus.

Eine Übersicht aus der Studie:

Tabelle

Quelle: Global Financial Market Losses Reach $50 Trillion, Says Study

Studie: Global Financial Turmoil and Emerging Market Economies: Major Contagion and a Shocking Loss of Wealth?
(das Laden dauert eine Weile; den Server hat es niedergestreckt).

Marktsentiment, Anfang März 2009

Die Stimmung der von der ‘American Association of Individual Investors‘ befragten Privatinvestoren ist in einem Tal angekommen. Zum einen notierte der Bären-Anteil letzte Woche bei 70% auf einem Mehrjahreshoch, zum anderen befand sich der Bullen-Anteil auf dem tiefsten Niveau seit dem Januartief.

Zwei Charts zu den Privatinvestoren, zunächst ein geteilter, oben der bärisch gestimmte Anteil unten der Bullen-Anteil:

Marktsentiment

dann ein Chart oben der Index ‘Bulls/(Bulls + Bears)’ unten der S&P500:

Marktsentiment

Die Börsenbriefschreiber des vom Investors Intelligence Index haben das Stimmungstief aus dem Oktober letzten Jahres nicht erreicht. Zuletzt zeigten sich 44% bärisch und knapp 30% waren bullisch aufgelegt. Im Oktober 2008 lag der Bären-Anteil bei maximal 54,4% und der Bullen-Anteil bei höchstens 22,2%.