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Wir werden subtil belogen

Albrecht Müller war unter den Bundeskanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt Leiter der Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes.

Auszüge :

“Die Unsicherheit ist groß. Das Grundgefühl: Ohnmacht. Wenn ich höre, 10 Milliarden Steuergelder für die IKB, 18,2 Milliarden für die Commerzbank, 102 Milliarden für die Hypo Real Estate usw., hunderte von Milliarden zur Begleichung der Wettschulden und der fortlaufenden Boni für Investmentbanker, die die Misere angerichtet haben, dann kommt zur Ohnmacht Wut. Aber eine Mehrheit gibt bei Umfragen immer noch an, den politisch Verantwortlichen über den Weg zu trauen.”

Das ist vor dem Hintergrund der ständig größer gewordenen Korruption und der weitverbreiteten Selbstbedienungmentalität vieler Manager und Politiker tatsächlich erstaunlich, liegt aber vielleicht daran, daß immer noch viele glauben auf Kosten der anderen Leben zu können ?

“Die politisch Verantwortlichen haben uns erzählt, sie seien von der Finanzkrise überrascht worden. Er sei wie von einem „Springinsfeldteufel“ „ohne Vorankündigung” von „Risiken aus neuartigen Finanzprodukten angegriffen” worden, meinte Bundesfinanzminister Steinbrück im April 2008. Tatsächlich waren zu diesem Zeitpunkt die Milliarden-Verluste der Industriekreditbank (IKB) in Düsseldorf schon fast ein ganzes Jahr bekannt.”

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„Eine Demokratie kann als ständige Regierungsform nicht existieren. Sie kann nur solange existieren bis die Wähler herausfinden, dass sie sich durch ihreStimmabgabe großzügige Gaben aus der Staatskasse beschaffen können. Von dem Augenblick an wählt die Mehrheit stets die Kandidaten, die die meisten Unterstützungsleistungen aus der Staatskasse in Aussicht stellen mit dem Ergebnis, dass eine Demokratie stets wegen einer laxen Finanzpolitik scheitert, auf die immer eine Diktatur folgt.“ Alexander Tyler

KGV vs Dividendenrendite

Schon die Tatsache, das S&P zwei “Earnings”-Kategorien veröffentlicht („operating“ & „as reported“) wirft für den Anleger die Frage auf an welcher dieser „Gewinnzahlen“ er sich orientieren sollte. Berücksichtigt man zusätzlich, dass der durchschnittliche Anleger kaum noch in der Lage ist, die komplexen Bewertungsregeln nach IAS / IFRS oder US-GAAP in einem konkreten Jahresabschluss nachzuvollziehen, drängt sich die Dividenden-Rendite als Messlatte wieder mehr in den Vordergrund.

Dies scheint mir nicht der schlechteste Zeitpunkt, sich in Erinnerung zu rufen, dass der Anleger von zwei Komponenten lebt – Kursgewinne und Dividenden.
Dies auch, weil die Flucht in „sichere“ Staatsanleihen nun vielleicht deutliche Opportunitätskosten ausweist. (Rendite US-Staatsanleihen & Rendite Bundeswertpapiere).

Die durchschnittliche nominale Dividendenrendite des S&P 500 der letzten 50 Jahre betrug 3,18%, die reale -0,961% (Martin Capital Graphik). Die aktuelle (12 Monate) vorwärtsblickende Dividendenrendite des S&P 500 wird von „indexArb“ (für Details auf das rote Knöpfchen klicken) mit 3,34% berechnet – gut 30 Basispunkte besser als die einer 10-jährigen US-Staatsanleihe. Beim DJIA liegt dieser Spread sogar deutlich über 100 Basispunkten.

Für Deutschland habe ich ähnliche Statistiken leider nicht gefunden. Aber ein Artikel im Handelsblatt gibt wenigstens grobe Hinweise. Danach dürfte die in 2009 gezahlten Dax-Dividenden ca. 15 bis 20 Prozent niedriger sein als in 2008. Bezogen auf den DIVDAX ETF von ISHARES würde das auf dem aktuellen Kursniveau des ETF einer Ausschüttungsrendite von über 7 % entsprechen.

Nein, die Dividendenrendite ist nicht die Wundermethode für richtige Anlageentscheidungen. Aber zumindest gibt es an einer Dividende nichts zu deuteln und diese Messlatte außer Acht zu lassen ist sträflich. Wer eine langfristige Perspektive hat, wird deshalb den Beitrag von James Hamilton mit Gewinn lesen.

Harvard – Dummheit oder Korruption ? Schon wieder diese Frage …

March 3 (Bloomberg) — Harvard’s interest costs are set to increase as much as $550 million over three decades because the U.S.’s wealthiest and oldest university took advice from Goldman Sachs Group Inc., JPMorgan Chase & Co. and Morgan Stanley.

Earlier, those same Wall Street banks sold Harvard — then led by Lawrence Summers, now an Obama administration adviser — derivatives that soured. When that worsened a cash squeeze, they recommended that the AAA rated school pay as much as 1.41 percentage points more than yields on identically rated corporate debt for a $1.5 billion Dec. 5 bond sale. Five days later, they helped Harvard borrow $1 billion more at up to 5.80 percent — to repay floating-rate debt that effectively cost it 3.4 percent.

By accepting those terms, the college that trained such finance-world elites as John Thain and Gary Crittenden enriched initial buyers who sold the bonds as prices rose as much as 4.7 percent in two days.   It also reduced underwriters’ risks: If the bonds hadn’t sold out, Goldman, JPMorgan and Morgan Stanley would have had to buy the rest when they were hoarding cash and relying on government guarantees to sell their own debt.

http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601109&refer=home&sid=a1CK7RmhOeSM

LT interest rates and PE Ratios

Interessanter Graph :