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zum G-20 Treffen

Auf der Seite des Brookings Instiution stehen diverse Artikel zum bevorstehenden G-20 Treffen.

Eine Reihe von Ratschlägen geben Brookings Experten: Recommendations for Global Policy Coordination
- oder als PDF Dokument

Aus dem Artikel Understanding and Addressing Political Instability von Raj Desai stammt ein Chart, der den ungenauen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Volkswirtschaften in Rezession und politischen Unruhen zeigt, trotzdem bedingen die beiden einander. Im Artikel heißt es:

History shows that political instability and recession generally track each other—but very imprecisely.

Rezessionen und Instabilität

Geht man davon aus, dass die Weltbank über 50 Millionen Menschen in die weitere Armut abrutschen sieht und legt die Weltkarte des vorherigen Beitrages zu Grunde, dann lässt sich anhand der roten Flächen das zunehmende Konfliktpotenzial erahnen.

Des weiteren beschäftigen sich Eswar Prasad und Isaac Sorkin mit den globalen Konjunkturprogrammen.
Assessing the G-20 Stimulus Plans: A Deeper Look

Sie präsentieren ein interaktive Landkarte, auf der für jedes Land die Höhe der jeweiligen Subventionen ausgewiesen ist und in Relation zum Bruttoinlandsprodukt gesetzt ist.
Aus der Publikation stammen folgende Daten, die für die G-20 Staaten zum einen mit der Gesamthöhe der Konjunkturspritzen in Relation zum BIP wie auch der Staatsverschuldung zum BIP.

 Tabelle

Datenquelle ( PDF)

Bei einer aktuellen Staatsverschuldung von 62,6% vom BIP wird für Deutschland ein Konjunkturpaket in der Höhe von 3,4% vom Bruttoinlandsprodukt berechnet. Deutlicher fallen die Konjunkturprogrammen in Saudi-Arabien (9,4%), USA (5,9%), China (4,8%) und Spanien (4,5%) aus.

Update: globale Rezession (Ende März 2009)

Was hat sich am globalen Rezessionsbild seit Mitte Februar verändert?

Links das aktualisierte Bild, rechts das Mitte Februar gezeigte Bild (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

Globale Rezession

zum Vergrößern auf das Bild klicken

Quelle: Moody’s Economy.com

Nahezu die gesamte nördliche Hemisphäre befindet sich in einer Rezession. In den beobachteten europäischen Staaten bewegen sich die Volkswirtschaften Norwegens, Sloweniens, Österreichs und der Slowakei am Rande einer Rezession. Lt. Eurostat schrumpfte die österreichische Volkswirtschaft im vierten Quartal 2008 bereits um -0,2%, sodass ein weiterer  “roter” Staat hinzukommt.

Auf der südlichen Hemisphäre haben sich laut Moody’s Economy.com Chile, Ekuador und Südafrika dazugesellt.

Jetzt gilt´s: Der Verkauf von britischen Staatsanleihen kommt in Stocken

Robert Stheeman, Chef des britischen Debt Management Office, welches im Auftrag der Regierung die Verkäufe von britische Staatsanleihen abwickelt, äußert sich zur Attraktivität dieser Papiere: “Yields at these levels are not all that attractive” to buyers such as pension funds.  “Yields have shifted downward. Why have they shifted down? It’s partly because of the Bank of England’s announcement about quantitative easing.”

Anlass zu dieser mit entlarvender Ehrlichkeit vorgetragenen Äußerung,  bot eine nervöse Reaktion der Teilnehmer am Rentenmarkt auf einen Weckruf des britischen Notenbankchefs Mervyn King in Richtung Gordon Brown, man möge sich in der Downing Street 10 mit Ausweitung des Defizit-Spending mäßigen. “Given how big these deficits are, I think it would be sensible to be cautious about going further in using discretionary measures to expand the size of those deficits”.  Das Schatzamt möge legislativ “targeted and selected measures” im Auge behalten.

Eine sich anschließende Auktion von Gilts, wurde in den Medien teilweise als Flop gekennzeichnet, weil erstmals seit nahezu sieben Jahren die Nachfrage nach britischen Staatsanleihen unterhalb des Angebots blieb, so dass 1,75 Mrd Pfund Staatsanleihen, die von der britischen Schuldenagentur offeriert wurden, zunächst keinen Abnehmer fanden.

Helmut Wüllenweber

China bläst zum Sturm auf die Dollar-Bastion

Zum bevorstehenden G-20 Treffen am 2. April fordert der chinesische Notenbankchef, Zhou Xiaochuan, eine Reform des internationalen Währungssystems.

Reform the International Monetary System

Die aktuelle Krise offenbare die Verwundbarkeit und systemischen Risiken des bestehenden internationalen Währungssystems. Xiaochuan hat drei Anforderungen an eine Reservewährung:

  1. stabile Bewertung mit festen Regeln
  2. liquide genug um einer wechselnden Nachfrage zu begegnen
  3. unabhängig von wirtschaftlichen Lage und Interessen einzelner Staaten.

Zhou Xiaochuan sieht  nun eine größere Präsenz des IMF, fordert die SDRs als Reservewährung.

Diese Sonderziehungsrechte oder auch Special Drawing Rights (SDRs) sind ein Währungskonstrukt bestehend aus den vier Währungen USD (44%), Euro (34%), Yen (11%) und britische Pfund (11%). Alle fünf Jahre wird diese Zusammensetzung neu festgelegt; zuletzt war dies Ende 2005. Laut dem IMF wurde bei der Gewichtung u.a. das Exportvolumen berücksichtigt aber auch inwieweit andere IMF Mitglieder die Währung als Reservewährung halten.
Der chinesische Yuan findet bisher keine Berücksichtigung. Dies wird frühestens 2010 passieren.

Mehr zu den Special Drawing Rights (SDRs) – IMF
tägliche Notierung

Die chinesischen Währungsreserven bieten einen Überblick auf die zunehmende Verflechtung USA- China:

chinesische Währungsreserven

Chinas Interesse an einem stabilen  US-Dollar lässt sich angesichts des exponentiell gewachsenen Dollar-Volumens nachvollziehen

Verkäufe neuer Eigenheime

Helmut Wüllenweber

S&P 500 mit hohen Kursgewinnen

Während sich die Rettungspläne für die Wall Street konkretisiert haben,  konnte der  S&P 500 Index von seinem Kurstief am 6. März diesen Jahres einen bemerkenswerten Kursanstieg  verzeichnen.

Helmut Wüllenweber

US Verbraucher: Vermögenswerte pulverisieren sich

Nach der neuesten ‘Flow of Funds’-Publikation für das vierte Quartal 2008 wird die Verschuldung der privaten US-Haushalte hier aktualisiert.

Das vormals beschriebene historische Ausmaß für die Vermögensveränderungen hat sich noch ausgeweitet.

Zunächst die tabellarische Übersicht:

Tabelle

Die Vermögenswerte und damit die Altersvorsorge der US Haushalte schmelzen dahin, sodass das Nettovermögen zum Vorquartal um 9% und auf Jahresbasis um 17,9% sank. Im Vergleich zum Allzeithoch des Nettovermögens im zweiten Quartal 2007 liegt der Verlust bei -20,0%.

Im Bild die jährliche Wachstumsrate des Nettovermögens:

Nettovermögen - Jahresrate

Erneut fokussiert sich der Vermögensabbau auf die Finanzanlagen; der Kollaps der Aktienindizes spiegelt sich hier wider. Alleine im vierten Quartal 2008 verringerte sich das Aktienvolumen der US Haushalte um -23,2%, im Vergleich zum Vorjahr sind es -39,9%. Entsprechend fielen die Fondanteile (-20,8%/-33,2%) und die Pensionsfondsbeteiligungen (-11,9%/-22,4%). Einzig die Spareinlagen legten zu, +2,8% im Vorquartal und + 4,8% zum Vorjahresquartal.

Jährliche WachstumsratenErstmals seit Bestehen der vierteljährlichen Datenreihe (1952) sind die Verbindlichkeiten auf Jahresbasis rückläufig, um -0,6%. Den Großteil der Verbindlichkeiten machen Hypotheken mit 10,45 Bill. USD oder 73% der Gesamtverschuldung aus. Rechts nebenstehend sind die jährlichen Wachstumsraten der Hypothekenkredite wie der Konsumentenkredite abgebildet.

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Der Anteil des Immobilienbesitzes, den die US Haushalte ihr  Eigen nennen, hat sich weiter reduziert. Zuletzt lag der Anteil bei 43,0%. Bevor sich im Herbst 2005 die Dynamik im US Immobilienmarkt abschwächte, befand sich der Prozentsatz bei 58,7%. Sukzessive hat sich der Bankenanteil auf nahezu 60 Prozent erhöht.

Im Bild der langfristige Verlauf:

Owners’ equity as percentage of household real estate

Die langfristige Entwicklung des Immobilienvermögens zum Bruttoinlandsprodukt bzw. Einkommen impliziert einen weiteren Rückgang der Immobilienpreise.

Das Immobilienvermögen/Bruttoinlandsprodukt hat sich bereits von maximal 166,3% auf zuletzt 129,1% reduziert; der langfristige Durchschnitt liegt allerdings bei 102,3%, während die lineare Trendlinie bereits unterschritten wurde. Das Immobilienvermögen im Verhältnis zum frei zur Verfügung stehenden Einkommen beläuft sich aktuell auf 172,1%, ein deutlicher Rückgang von dem Allzeithoch bei 229,7%. Auch hier wurde die lineare Trendlinie unterboten und der langfristige Mittelwert bei 142,2% ist noch ein Stück entfernt.

Letzteres ist nachfolgend dargestellt:

Immobilienvermögen/Einkommen

Zuletzt ein Chart, der ebenfalls weiteren Korrekturbedarf impliziert bzw. ein längerfristiges Konsolidieren der Haushaltslage der US Verbraucher. Die Gesamtverschuldung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt wie zum Einkommen hat sich seit den Allzeithochs vor einem Jahr gering reduziert, von 102,1% auf 100,3% resp. von 138,4% auf 133,7%, aber das Zauberwort heißt weiterhin “Deleveraging” und ist damit das Gebot der Stunde.

Gesamtverschuldung / Einkommen

In Kürze dann weiteres zur US Verschuldung im Ausland.

Zum Frühstück…

Credit Crunch

… nicht bekömmlich.

Die Fed in Aktion – Infusion für die Kapitalmärkte

Die amerikanische Notenbank hat bei ihrer gestrigen Tagung zunächst festgestellt, dass die US Volkswirtschaft weiter schrumpft, die eigenen Exporte eingebrochen sind, da sich einige Handelspartner ebenfalls in einer Rezession befänden.

Um die Erholung der Konjunktur voranzutreiben, wurde einstimmig beschlossen mit weiteren 750 Mrd. USD hypothekenbesicherte Anleihen aufzukaufen. Zusätzliche 300 Mrd. USD sollen dazu verwendet werden langfristige US Staatsanleihen zu erwerben.

Aus der Presseerklärung der Fed:

To provide greater support to mortgage lending and housing markets, the Committee decided today to increase the size of the Federal Reserve’s balance sheet further by purchasing up to an additional $750 billion of agency mortgage-backed securities, bringing its total purchases of these securities to up to $1.25 trillion this year, and to increase its purchases of agency debt this year by up to $100 billion to a total of up to $200 billion.  Moreover, to help improve conditions in private credit markets, the Committee decided to purchase up to $300 billion of longer-term Treasury securities over the next six months.

Presseerklärung

Diese Art der Kapitalspritzen im internationalen Vergleich (Fed, EZB, BoE); indiziert seit Anfang 2007:

In Korrelation zum Bruttoinlandsprodukt ergibt sich folgendes Bild:

Noch nicht enthalten sind die gestrigen Infusionen; so dürften die Fed-”Zuwendungen” ein Viertel  des Bruttoinlandsproduktes betragen.

US Verbraucher: der Pessimismus schwindet

Monatlich befragt das ABC News Money Magazine die US Verbraucher hinsichtlich ihrer Konjunkturerwartung. Notiert wird lediglich die Einschätzung einer besseren oder schlechteren Erwartungshaltung.

Dabei fällt auf, dass insbesondere die pessimistische Konjunkturerwartung in den letzten Monaten dahinschwand. Noch im Oktober letzten Jahres erwarteten 82% der Befragten eine weitere Konjunktureintrübung, im März waren es jetzt 48%. Weniger waren es zuletzt mit 46% im April 2007.

Der Anteil der Befragten, der ein besseres Konjunkturklima erwartet, stabilisierte sich und befindet sich aktuell bei 14%.

Der Chart ab 2001 impliziert eine Top- bzw. Bodenbildung:

Konjunkturerwartungen

Zeitgleich wurde heute der wöchentliche Consumer Comfort Index mit -47 (-48) publiziert; zum einen deutet sich auch hier eine Bodenbildung an, zum anderen notiert Index jetzt deutlich über dem Allzeittief bei -54 von Ende Januar 2009 . Alle drei Komponenten haben sich in den letzten Wochen erholt. Die Einschätzung der Konjunktur bei -88 (-90), der eigenen finanziellen Situation -4 (-4) und der Bereitschaft Anschaffungen zu tätigen bei -50 (-50) – in Klammern jeweils die Vorwochenstände.

Der Consumer Comfort Index seit 1986 mit den US Rezessionen:

Consumer Comfort Index

Quelle – PDF

Trostloser Welthandel

Im Januar diesen Jahres bot der Frachtverkehr vor Singapur ein trostloses Bild:

trostloser Frachtverkehr vor Singapur

Die Beladung der abgebildeten Containerschiffe entspricht dem eingebrochenen Welthandel.

Erstmals seit 1982 erwartet die Weltbank für 2009 mit -2,1% einen rückläufigen globalen Handel (*) nachgeschätzten +6,2% für 2008. Das globale Handelsvolumen ist auf dem besten Weg den größten Rückgang seit 80 Jahren zu notieren. Die größten Kontraktionen werden im ostasiatischen Handel erwartet.

Die bisher veröffentlichten Daten unterstreichen die Einschätzung. Das Exportvolumen schrumpft zweistellig zum Vorjahr; Deutschland publizierte -18,4% (Jan.), die USA -16,4% (Jan.), Japan -45,7% (Jan.) und China -25,7% (Feb.). Diese vier Staaten alleine machten nach dem jüngsten CIA Factbook im Jahr 2008 gut 30% des weltweiten Exporthandels aus. Die prognostizierten -2,1% könnten bei weitem unterboten werden.

In der Übersicht aus dem Weltbank-Bericht Global Economic Prospects 2009 die Wachstumsraten für das reale Bruttoinlandsprodukt wie der Exporte. Erwartet wird der starken Einbruch in den Industrieländern, während die Schwellenländer reduziert weiterwachsen sollen.

Tabelle

Links (Weltbank):

Die entsprechenden Frachtratenindizes kollabierten bereits. Der ‘Howe Robinson Container Index‘ bildet die Charterraten von Containerschiffen mit den gängigen Größenklassen ab. Seit Mitte letzten Jahres befindet sich die jährliche Wachstumsrate bereits in negativem Terrain. Der Index wie auch die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr sind unten stehend abgebildet:

Der Index hat allerdings bereits seit 2005 kräftig abgegeben.

Seit diesem Zeitpunkt überragte die Wachstumsrate der Schiffsflotte die Wachstumsrate des globalen Handels.

Der Chart seit 2000 ist rechts dargestellt.

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Nicht besser ist es dem Baltic Dry Index (BDI) ergangen; zum Absturz des Index hatten wir einen Beitrag Ende Oktober 2008 (Frachtraten – Baltic Dry Index kollabiert). Dieser repräsentiert die Frachtraten für Schüttgüter (Getreide, Eisenerz, Kohle).

Von den Tiefständen zum Jahreswechsel hat sich der Index allmählich kräftig erholt; bis zur letzten Notierung am 13. März bei 2122 hat sich der Index nahezu verdreifacht.

Nachfolgend sind die jährlichen Wachstumsraten des BDI und die des globalen Handelsvolumen dargestellt:

BDI vs. Handelsvolumen

KID Konjunktur-Indikator Deutschland im März 2009

Häschen in der Grube

Sehr viel überraschend Neues gab es im Berichtszeitraum ohnehin nicht – dafür aber überwiegend recht Erfreuliches. Das Feuerwerk der Stimmungswende setzte sich unvermindert fort. Selbst die medialen “Meinungsbildner” kamen nun nicht mehr umhin, von einer “überraschenden Aufhellung” oder sogar dem “Licht am Ende des Tunnels” zu sprechen, wie an dieser Stelle schon seit Wochen angekündigt wurde. Somit herrscht auch hier ein kleines Meinungs-Gewitter, bei dem zumeist rückwärts orientierte pessimistische Ansichten mit aufkeimender Hoffnung auf eine weltwirtschaftliche Besserung in der zweiten Jahreshälfte zusammentreffen. Ob zunächst nur temporäre Zwischenerholung oder grundlegende Wende, lässt sich momentan nun wirklich noch nicht treffsicher beurteilen, und es spielt zunächst auch keine große Rolle, solange es real aufwärts geht – außer vielleicht beim fragilen Weltbild der Untergangs-Propheten.

Den Auftakt lieferte der ZEW-Index mit seinem vierten Anstieg in Folge. Nach dem Doppelboden bei -63.9 im Juli und -63.0 im Oktober 2008 schoss der Index im Februar um frühlingshafte 25.2 Punkte nach oben und erreichte mit -5.8 praktisch wieder fast die Null-Linie – Rückkehr zur Normalität. Zwei Tage später lieferte der TCB US-Leading-Indicator “überraschend” seinen zweiten Anstieg in Folge und kletterte mit 0.4 Punkten auf 99.5 fast wieder auf den Oktoberwert von 2008. Auch der ECRI WLI Frühindikator stieg nach langer Talfahrt erstmals wieder an (105.1 nach 104.8), der Jahr/Jahr-Vergleich zeigt zudem längst eine klar einsetzende Bodenbildung. Dafür spricht auch, dass das absolute Tief von 104.7 vom 10. März 1995 nicht unterschritten wurde. “There had been a stabilization since mid-december,” kommentiert ECRI-Chef Lakshman Achuthan, “when these leading indices begin to start rising, that will be a very clear and, as importantly, a very objective sign of a recovery!”.

KID Konjunktur-Indikator Deutschland im März 2009

hier bitte weiterlesen…

Industrieproduktion im internationalen Vergleich

Das statistische Bundesamt publizierte heute die Daten zu Industrieproduktion im Januar 2009. Im Vergleich zum Vormonat sank diese “außerordentlich kräftig” um 7,5 Prozent. Seit der Wiedervereinigung wurde kein vergleichbarer monatlicher Rückgang gesehen. Den fünften Monat infolge sank die Produktion im produzierenden Gewerbe, sodass sich auf arbeitstäglich- und saisonbereinigter Basis ein Abfall von -19,2% im Jahresvergleich zeigt.
Laut Destatis kam es bei den Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten zu den stärksten Rückgängen, -8,1% resp. -12,3%.

Der internationale Vergleich bietet ein ähnlich desolates Bild; jeweils im verarbeitenden Gewerbe fiel die Industrieproduktion im Januar zum Vormonat in Japan um -10,0% und in den USA um -2,6%. Es zeigen sich hier jährliche Veränderungsraten von -33,0% in Japan und -13,0% in den USA.

Im Bild jeweils die Industrieproduktion (in % J/J):

Industrieproduktion im internationalen Vergleich

Zinscharts – Vorschläge?

Die Rubrik Charts – Zinsen ist aktuell in Planung; da bietet es sich an, bei den potenziellen Lesern nachzufragen, was gewünscht wird.

Es werden noch gerne Vorschläge/Wünsche entgegengenommen. Mehrfach ist nach Charts zu Umlaufrenditen gefragt worden, ist vermerkt worden ;-)

Es kann sicherlich nicht alles berücksichtigt werden, aber zumindest es ist eine Form der Mitgestaltung, also nur zu.

viele Grüße
Cordula

Schwimmübungen

Am Wochenende meldeten sich die Weltbank wie auch die asiatische Entwicklungsbank (ADB) zu Wort.

Für das Treffen der G20-Staaten am nächsten Wochenende hat die Weltbank ein Papier fertig gestellt mit dem Titel “Swimming Against the Tide: How Developing Countries Are Coping with the Global Crisis”.

Konstatiert wird für das vierte Quartal 2008 eine Kontraktion der globalen Industrieproduktion von -20% (dabei Industrieländer -23%, Schwellenländer -15%). Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wird ein negatives, globales Bruttoinlandsprodukt erwartet. Der Welthandel soll dabei den größten Rückgang seit 80 Jahren erfahren, mit den größten Verlusten in Fernost, eine Kombination aus sinkenden Volumina, Preisen und Währungsabwertung.

Für die Industrieländer wie die Weltbank eine Finanzierungslücke von 200 bis 700 Mrd. USD. Prognostiziert wird eine drastisch steigende Ausgabe von Staatsanleihen durch die Industrieländer.
Für die Schwellenländer wird ein geringerer Kapitalzustrom die nächsten 7 bis 8 Jahre erwartet, der zu niedrigeren Investitionen und einem langsameren Wachstum führen dürfte.

The financial crisis will have long-term implications for developing countries.
Sovereign debt issuance by high-income countries is set to increase dramatically, crowding out many developing country issuers (private and public). Many institutions that have provided financial intermediation for developing country clients have virtually disappeared. Developing countries are likely to face higher spreads, and lower capital flows than over the past 7-8 years, leading to weaker investment and slower growth in the future.

Crisis Reveals Growing Finance Gaps for Developing Countries

Das potenzielle Ausfallrisiko nicht bedienter EM-Bonds, das bei Banken aus Industrieländern liegt, zeigt folgender Chart. Zu Grunde gelegt wurden Daten der Bank of International Settlement (BIS) aus dem Juni 2008. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt ist die Verstrickung österreichischer Banken am größten.

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Die asiatische Entwicklungsbank veröffentlichte heute eine Studie zum Vermögensverlust vornehmlich der asiatischen und lateinamerikanischen Schwellenländer. Insgesamt wird der globalen Vermögensverlust für das letzte Jahr mit 50 Billionen USD veranschlagt.
In den asiatischen Schwellenländer wurden in 2008 9,6 Billionen USD vernichtet, bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt waren dies 108,8%. Die Löwenanteil machten die implodierenden Aktienmärkte aus.

Eine Übersicht aus der Studie:

Tabelle

Quelle: Global Financial Market Losses Reach $50 Trillion, Says Study

Studie: Global Financial Turmoil and Emerging Market Economies: Major Contagion and a Shocking Loss of Wealth?
(das Laden dauert eine Weile; den Server hat es niedergestreckt).