Riskieren wir heute einen etwas längern Blick in die Zukunft. Sehen können wir nichts (zum Glück), aber zum Erstellen einer Prognose ist das unumgänglich.
Wie man den öffentlichen Darstellungen und der Presse entnehmen kann, erfasst die globale Rezession immer mehr Volkswirtschaften. Über die Chart-Galerie und deren Erklärungen auf Markt-Daten.de konnte man im Vorfeld sich auf diese höchst professionelle Art und Aufbereitung über die genannte Website vorbereiten. Deswegen hier ein ganz großes Lob und Danke an die „Chefin“ von Markt-Daten.de Cordula von allen „angeschlossenen Schreiberlingen“.
Man sollte sich hierzu in Erinnerung rufen, dass das globale Wirtschaftswachstum sich reduziert hat, aber trotzdem gesteigert wurde/wird. Kein Stillstand, sondern geringere Wachstumsraten.
Den kritischen Darstellungen zur aktuellen globalen Marktphase möchte ich mich nicht entziehen, aber was wir als Händler wissen sollten ist, dass das deckungsgleiche Bild neutral betrachtet werden muss. Denn meiner Meinung ist eine Prognose, welche aus Meinungen und Wünschen besteht, immer als Ganzes anzusehen. Was der eine als negativ betrachtet, muss der andere positiv erkennen. Sonst würden keine Handelsgeschäfte zustande kommen. Weiter unten äußere ich mich kurz dazu. Also nutzen wir die „schwarzen, oft als negativ“ Interpretierten Zahlen und versuchen ein Kaufargument für bestimmte Anlageklassen zu finden. Oder Verkaufsargumente.
Bevor wir uns der Geldpolitik zuwenden betrachten wir beiliegend den starken Einbruch der Industrieproduktion in den USA selbst. In Euroland, auch in Deutschland sieht es nicht besser aus. Die Konjunktur bricht in allen Industriestaaten ein. Das ist uns bekannt.
Die „dritte Welle Realwirtschaft“ ist in ihren vollen Zügen zu vernehmen.

Logischer Weise müssen die Arbeitslosenquoten steigen. Wie wir dem folgenden Chart entnehmen können steigen die Arbeitslosenquoten mit Eintritt einer Rezession deutlich an. Es gibt Prognosen von Volkswirten, welche in den USA eine Quote von 9 –10% für wahrscheinlich halten.

Wie kann es nun weitergehen?
Eigene Interpretationen versuchen wir beiseite zu legen und konzentrieren uns auf die Zeichen des Marktes.
Im Sommer 2007 gab es schon hysterische Meinungen, die eine Hyperinflation auf die meisten Industriestaaten zukommen sahen. Es ist genau das Gegenteil eingetreten. Die Welt befindet sich im Umfeld fallender Preise und somit immer noch einem deflationären Umfeld. Auf Markt-Daten.de wurden hier rechtzeitig sehr klare Richtungen aufgezeigt. „Verraten“ hat uns der Markt die Lösung aber, in dem „ER“ nicht die langfristigen Renditen ausgewählter Staatsanleihen zum Ende des Jahres 2007 anstiegen ließ.
Aber was jetzt? Nun werden Vergleiche mit der großen Depression/Wirtschaftkrise und der verheerenden Deflation in den USA nach dem Aktiencrash „1929“ „gezogen“. Die Meinungen sind sehr eindeutig und passen ins aktuelle Bild. Uns heute nicht…………………….
Im folgenden versuche ich das nachfolgend und „kurz“ darzulegen.
Wie man dem folgenden Chart entnehmen kann ist die amerikanische Notenbank und alle Verantwortlichen im Bereich Geldpolitik dermaßen expansiv ausgerichtet, das wir für dieses Ereignis keine Grundlage als Vergleich im Rückspiegel ansetzen können. Diese Dimension gab es noch nie, das solche Vergrößerungen von Geldmengen und dadurch Emissionen stattgefunden haben.

Im Vergleich „1929“ konnte oder wollte die damalige US Notenbank keine expansive Geldpolitik vollziehen. Alleine durch den Goldstandard konnte nicht „unendlich“ Notenbankgeld getauscht werden. Dadurch entstand eine „echte“ Kreditklemme und die Unternehmen mussten reihenweise Insolvenz anmelden. Ja und heute?
Genau, es sind Milliarden von Dollars und Euros emittiert wurden und finden keinen Weg in die Wirtschaft (Gütermärkte) und/oder in die Vermögensmärkte. Durch die aktuelle Vertrauenskrise wird also scheinbar nicht genügend Notenbankgeld „weitergereicht“, sondern wieder (zum großen Teil) zurück bei den jeweiligen nationalen Notenbank angelegt. Dafür gibt es zwar nur mickrige Zinsen, aber die Angst regiert den Verstand und somit das Handeln.
Verrückt oder einfach eine Krise? Schauen wir genauer hin………………….
Weltweit fallen die Leitzinsen. Im nachfolgenden Chart sehen Sie den US Leitzinssatz seit 1982.

Betrachtet man die FedFunds, diskontieren die Markteilnehmer aktuell einen Notenbankzins deutlich <1%, also nahe 0% ein.
Latest Observations:
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Date
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2008-12-06
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2008-12-07
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2008-12-08
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2008-12-09
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2008-12-10
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Value
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0.12
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0.12
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0.12
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0.13
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0.11
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Das würde bedeuten, das die Zinsen auch in Euroland weiter stark sinken. Die SNB (Schweizernationalbank) hat den Zins auf 0,5% gesenkt. Der Weg für die EZB ist „geebnet“.
Aaaaaaaaaaaber………………… was hat uns der Markt schon wieder verraten?
Betrachten wir die nächsten Charts. Die folgenden Gedanken können wir auf Deutschland/Euroland ebenfalls übertragen.
Die Anleihekäufer sind schon lange im Kaufrausch und hatten keine „böse“ Inflation kommen sehen. Die Masse an Käufern hatte also recht. Liegt eben nicht immer falsch. Geht das überhaupt? Verdeutlichen wir uns, das Käufer von kurzfristigen Staatspapieren (hier 3 Monate Laufzeit) keine Rendite erhalten. Nach der mickrigen Inflationsrate ist die Rendite negativ.

Die Angst ist so groß, das nur noch Geld (eben dieses) beim Staat angelegt wird, auch wenn es nicht opportun ist. Hauptsache Sicherheit, Sicherheit. Genau diese Situation gab es schon einmal. Auf der Zeitachse können die Ereignisse (1934-1948) selbst abgelesen werden.
Ebenfalls die Renditen für 10 jährige US Staatsanleihen generieren neue Jahrzehntetiefs. Somit zieht die Geldpolitik eigentlich „nur“ nach, denn der Markt hat die Richtung vorgegeben. Der Markt hat die Ereignisse eindiskontiert. Die Markteilnehmer haben sich positioniert.
Wir erleben gerade das Ende des langfristigen Aufwärtstrends in langlaufenden Staatsanleihen. Besonders der Start von 1980 sollte sich nun dem Ende nähern. Was bedeutet das?
Garantiert ist auf diesem Zinsniveau nur eins:
Die Zinsen müssen steigen!!! Da auch rechnerisch bei „Null“ ein Ende zu finden ist. Oder sollen die Anleger Zinsen bezahlen, um das Geld in Anleihen anlegen zu dürfen? Wohl kaum!


Das obere Chart „Spread 3M/10J“ zeigt nochmals die inverse Zinsstrukturkurve. Das bedeutet, der Renditeaufschlag im kurzfristigen Bereich ist größer als in langfristigen Zinsanlagen. Um Null (also gleiche Rendite) oder größer Null wurden immer schwierige, konjunkturelle Phasen eingeleitet. So auch die aktuelle Phase.
Die Öffentlichkeit und Politik diskutiert fleißig über das Eintreten und die Dimension der laufenden Rezession, dabei hat der Markt dies schon lange „verarbeitet“. Die inverse Zinsstruktur hat sich sichtbar und deutlich umgekehrt. Der Aufschwung kann kommen!!! Natürlich sind noch viele Probleme zu bewältigen, aber nicht wir wünschen uns etwas, sondern sollten auf den Markt schauen. Er zeigt uns den Weg.
Wann beginnt die Inflation? Genau, wenn die Renditen steigen und nicht eher. Der Zeitpunkt ist nah. Im folgenden habe ich Ihnen das Gegenstück zum Anleihemarkt angelegt.
Die durchschnittliche Abwärtsbewegung betrug im amerikanischen Aktienindex S&P500 16,1 Monate. Dies brachte einen Verlust von -31,40% im Durchschnitt.
Der aktuelle Abwärtstrend beträgt ca. 13 Monate und erzeugte bis jetzt einen Kursverlust von ca. –49%. Die nachvollziehbaren Werte der folgenden 2 Tabellen „geistern“ überall herum und diese habe ich zur Veranschaulichung einfach „übernommen“.


Zusammenfassung:
Sollten sich die oben dargelegten Gedanken als richtig erweisen, steht den Aktienmärkten ein gigantischer Aufwärtstrend bevor. Denn die Notenbanken und Geschäftsbanken sind keine Sozialstationen. Wo wird das ganze Geld wohl investiert werden? Genau, in die Vermögensmärkte. Besonders in Aktien und später im Rohstoffsektor.
Quatsch nicht, sag was………………
Also, die Notenbanken pumpen kein Geld in den Markt. Wenn das so sein sollte, wäre Ihr Geld wertlos. Die Notenbanken haben kein Geld zu verschenken/zu verpumpen. Sie tauscht „Ihr“ Notenbankgeld gegen Vermögenswerte wie Anleihen, Aktien, Währungen, Immobilien ein.
Nun hat die Notenbank die Vermögenswerte in der Bilanz. Die amerikanische Notenbank hat im Jahr 2008 ihre Bilanzsumme verdoppelt. Im Gegenzug erhalten die Kreditinstitute und auch andere Unternehmen Notenbankgeld. Wann kann dieses Geschäft nur im Gewinn getauscht werden?
Die Notenbanken tauschen Ihr Notenbankgeld wieder zurück gegen die entgegengenommenen Vermögenswerte wie oben angesprochen.
Die Banken und Unternehmen, welche Notenbankgeld erhalten haben werden bald beginnen am Markt Vermögenswerte noch stärker aufzukaufen. Gekauft wird ja schon fleißig. Aber noch stehen zu viele Verkäufer gegenüber, so das die Preise in den meisten Anlageklassen „noch“ fallen.
Das ist die zukünftige Inflationierung der Aktien -. Immobilien und Rohstoffmärkte. Die Preise sollten dann massiv steigen, da kaum Angebot vorhanden ist. Diese Märkte sind ja alle „Tod“. Die Welt dreht sich nicht mehr weiter und ich „lege mal lieber für 0%“ mein Geld an.
Besonders wird vergessen, das jeden Tag genau so viele Käufer wie Verkäufer am Handelstag agieren. Nur die gleiche Zahl auf beiden Seiten kann ein Geschäft abschließen. Wenn der Dax sich um –5% verbilligt, wollten einfach mehr Anleger verkaufen als Käufer bereitstanden.
„Flüchten“ können die Anleger nicht aus Aktien, nur der einzelne kann verkaufen. Und dafür bedarf es einen Käufer. Wer wird das wohl sein und woher kommt das Geld?
Und denken wir weiter? Wenn dreht sich das Sentiment wieder? Wenn werden die heutigen Käufer wohl wieder verkaufen wollen? An welchen Marken müssen die Indizes im Dax z.B. dann stehen, damit „die“ Abnehmer in den Markt gelockt werden? 10000 oder 15000 Punkte? Im Dow Jones bei 20000 oder 30000 Punkte? Wie hoch muss das BIP sein, und, und, und…..?
Abschlussdarstellung einer möglichen Meinungsbildung, die Repräsentativ für einen Käufer steht:
Die Inflationierung wird kommen und zwar gewaltig. Nicht weil ich mir das wünsche, sondern weil ich der Meinung bin, so die Spuren des Marktes lesen zu können. Der Markt wird das Ergebnis in Zukunft präsentieren. Thomas Wegner