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Rohöl jetzt schon kaufen?

Betrachten wir die Preise in Euro ist eine deutliche Anpassung der Markteilnehmer auf die “umfangreichen” Rezessionen in Asien, Europa und USA noch gar nicht erfolgt. So der subjektive Eindruck beim betrachten des OilPreises in Euro.

Auch sollte man eventuelle politische Motivationen nicht unterschätzen die Preise so weit “zu drücken”, das “bestimmte” Exportländer wieder geschwächt werden können.

Thomas Wegner

7 Kommentare

1 newstrader - 19.11.2008 um 11:45

Meiner Meinung nach sind die Erwartungen an eine sich abschwächende Konjunktur bei den Marktteilnehmern im Ölmarkt sehr wohl verankert. Dies zeigt sich z.B. an den Nettopositionen der spekulativen Handelsadressen, deren Shortposition sowohl relativ als auch absolut so groß ist wie seit 3 Jahren nicht mehr. Ich würde sogar von einer “Spekulation auf die Weltrezession” sprechen!

Jedoch sehe ich darin derzeit noch keine Kontra-Indikation für die Entwicklung des Preises. Meiner persönlichen Einschätzung nach liegt das “faire” Preisniveau für Öl im Bereich der Förderkosten für die teuersten derzeit betriebenen Quellen. Nach übereinstimmenden Schätzungen mehrer Analysten sind dies derzeit die kanadischen Ölsandförderprojekte, mit Nettoproduktionskosten von ca. 30 bis 35 USD pro Fass. Nehmen wir optimistisch an es seien in der jüngsten Boomphase auch relativ unrentable Quellen im Bereich von $45/bbl an den Start gegangen. Dann würde ich daraus schließen wollen daß Öl aktuell kein Kauf sein kann, solange diese Quellen noch immer Gewinne abwerfen. Ich würde also Öl nicht über $45/bbl kaufen.

Allerdings würde ich Öl derzeit auch nicht mehr verkaufen. Nach einem Rückgang von 41% gegenüber Vorjahr, 45% gegenüber Jahresbeginn und einem Rückgang von 62% gegenüber dem Hoch, gibt es nun keinen Grund mehr Öl zu shorten. Das Chance/Risiko-Verhältnis ist einfach zu ungünstig. Wer Öl heute short verkauft müßte einen technischen Risikopuffer von vielleicht 40 bis 50 Prozent akzeptieren, für einen möglichen Profit von vielleicht 20 oder 30 Prozent.

Den politischen Druck auf den Ölpreis halte ich für fragwürdig. Einerseits sind die ölproduzierenden Länder (ex Rußland) derzeit ein gefragter Geschäftpartner, wenn es darum geht ins Wanken geratene Unternehmen zu retten. Die Investitionskraft dieser Länder, bzw. ihrer Staatsfonds, ist heute hochwillkommen – auch wenn dies vor einem halben Jahr noch ganz anders gesehen wurde.
Des weiteren hat sich gezeigt daß politische Interventionen, selbst von der OPEC, nicht in der Lage waren den Ölpreis zu stabilisieren. Niemand war dazu in der Lage als der Preis gestiegen ist, und niemand ist jetzt dazu in der Lage wo der Preis fällt. Die Liquidität die in der heutigen Zeit in den Markt fließt, und auch wieder abgezogen werden kann, ist derart groß daß regulierende Maßnahmen (wie z.B. Förderkürzungen oder Ausweitungen) nicht länger als einen Tag zur Kenntnis genommen werden.

Weiterhin negativ wirkt sich die Abhängigkeit der ölexportierenden Länder vom Ölpreisniveau aus. Länder die in ihren Haushaltsplanungen von weitaus höheren Kursen ausgingen, müssen ihre entgangenen Einnahmen durch eine Erhöhung der effektiven Fördermenge kompensieren. Oder wahlweise ihre Staatshaushalte zusammenstreichen oder die Neuverschuldung ausweiten, was jedoch keine favorisierte Lösung ist. Zumindest eine Angebotsdrosselung ist aus diesem Grund trotz anderslautender politischer Entscheidungen eher unwahrscheinlich.

2 ThomasW - 19.11.2008 um 16:41

Newstrader, danke für Deinen Kommentar:-) Das mag schon stimmen. Interessant wird nun/aber, in wie fern die Kosten für Kraftstoffe und Heizöl in Deutschland fallen. Sollten wir einen längeren Abschwung auf volkswirtschaftlicher Ebene erhalten, dürften Preise von < 1,00 €/L bezogen auf das z.B. Benzin in Deutschland zukommen.

Das wäre die Preisregion um 2001, also 1,00 €/L.

Durch das “Schielen” auf die Kraftstoffpreise wäre eine Prognose auf fallende Ölpreise in Euro (in Dollar dann wahrscheinlich auch) zu vermuten. Wenn auf politischer Ebene keine Steuersenkungsprogramme eröffnet werden, könnten über diesen Weg Unternehmen und private Haushalte sich weiter entlasten.

Langfristig ist der dominate Rohölpreisanstieg (hier in USD) um das “spekulative Kapital” bereinigt?


Noch eine Unterstützung meiner Darstellung mit einem aktuellen Beispiel von heute. Ganz so schlimm sehe ich es nicht, aber kurze Erwartungen könnten weiter eingearbeitet werden:

Consumer Prices in U.S. Decline 1%, Most on Record
Nov. 19 (Bloomberg) — The cost of living in the U.S. fell by the most on record as fuel costs plummeted and retailers used discounts for cars and clothing to entice consumers hobbled by job losses and sinking home values.
Consumer prices plunged 1 percent last month, more than forecast and the most since records began in 1947, after being unchanged the prior month, the Labor Department said in Washington. Excluding food and energy, so-called core prices unexpectedly fell for the first time since 1982.
Today’s report signals deflation, or a prolonged slide in prices, may become another hazard facing Federal Reserve Chairman Ben S. Bernanke and President-elect Barack Obama. Deflation could worsen what some economists already call the deepest recession in decades, by making debts harder to pay off and countering the impact of Fed interest-rate cuts.
“We are moving into an environment where prices are falling across the board,” David Resler, chief economist at Nomura Securities International Inc. in New York, said in an interview with Bloomberg Television. “That is going to continue. Deflation is spreading across the economy.”

3 ThomasW - 05.12.2008 um 16:38

Folgende Pressenotiz hat die Bundesbank am 05.12.08 veröffentlicht:

“Preisentwicklung

Die Teuerung auf der Verbraucherstufe wird wegen Preiskorrekturen bei Energieträgern
und Nahrungsmitteln zunächst weiter deutlich nachlassen. DieJahresrate des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) könnte sich um die Jahresmitte 2009 bis auf weniger als 0,5 % reduzieren oder sogar negativ werden.

Ab Herbst 2009 wird die HVPI-Jahresrate aber wieder ansteigen,wenn die Basiseffekte auslaufen und sich die höheren Lohnkosten vermehrt bemerkbar machen. Im Jahresdurchschnitt ist danach mit einem Preisanstieg von 0,8 % für 2009 und 1,4 % für 2010 zu rechnen. Mit deflationären Effekten,
wie zum Teil befürchtet, ist aus heutiger Sicht nicht zu rechnen.”

Der Preisdruck an den Vermögensmärkten, besonders Aktien und Rohstoffe sollte noch anhalten.

4 ThomasW - 18.12.2008 um 8:20

Der Crude Oil Future befindet sich aktuell im 6ten Verlustmonat in Folge.

5 Helmut - 18.12.2008 um 14:19

Da Rohöl bekanntlich auf 200 Dollar steigen wird, ist jetzt ein günstiger Kaufzeitpunkt. Man kann die erste Tankerladung ordern. :-)

Bei einer Preissteigerung von 9,92 % Prozent in den nächsten 17 Jahren, wären ausgehend von 40 Dollar/Fass im Jahr 2025 besagte 200 Dollar zu bezahlen.

6 Cordula - 18.12.2008 um 15:15

Bei der aktuell extremen Contango-Situation ordern wir eine Tankerladung, lassen den Tanker bei den kollabierten Frachtraten auf den Ozeanen verweilen und verkaufen später das Öl ;-)

im Bild die Terminstrukturkurve des Crude Oils von letztem Freitag:

7 niaz - 10.09.2009 um 9:59

Sehr gehrte Damen und Herren

Ich suche nach Adressen von große Firmen die Rohöl (Erdöl) In große mengen kaufen von Ausland.

MFG

Niaz

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