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ISM – Index bricht ein

TabelleDer heute publizierte US Einkaufsmanagerindex ISM für das verarbeitende Gewerbe fiel um 6,4 Punkte auf 43,5, dem niedrigsten Stand seit Oktober 2001 (40,8). Ein größerer, monatlicher Rückgang wurde zuletzt im Januar 1984 mit -9,4 Punkten gesehen.

Ein Wert unter 50 Punkten weist auf ein schrumpfendes, verarbeitendes Gewerbe.

Die Tabelle rechts zeigt die einzelnen Subindexes des Einkaufsmanagerindex; so brachen die Auftragseingänge
um 9,5 Punkte, der Produktionsindex um 11,3 Punkte und der Beschäftigungsindex um 7,9 Punkte ein.

Der unterstehende Chart bildet den Einkaufsmanagerindex ISM seit 1990 ab:
ISM - Index

US Immobilienmarkt weiter unter Druck

Heute einige Immobiliendaten der letzten Tage:

MBA - Hypothekenanträgedie MBA Hypothekenanträge gaben die Woche zum 26.9. erneut weiter nach, notiert wurde ein Abschlag von -23,0% zur Vorwoche bei einem Indexstand von 455,4. Damit ist nahezu das Niveau von Ende August erreicht und die vor zwei Wochen beschriebene Explosion der Hypothekenanträge verflogen.

Bemerkenswert ist dabei das rückläufige Volumen der Anträge für Immobilienerwerb; der Index bewegt sich mit 304,8 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Februar 2002 – der dazugehörige Chart steht rechts.

Der Refinanzierungsindex gab die Woche um 34,7% nach und befindet sich nun bei 1333,9 Punkten.

US Bauausgaben - EinfamilienhäuserWeiter mit den Bauausgaben für den August; diese blieben zwar prozentual unverändert zum Vormonat, allerdings wurde der Juni wie auch der Juli nach unten revidiert (auf -0,2% resp. -1,4%). Die Jahresrate der Bauausgaben bewegt sich seit Dezember letzten Jahres in der Spanne von -5,1% bis -6,4%, zuletzt bei -5,9%.

Bemerkenswert auch hier der darniederliegende Markt für Einfamilienhäuser; mit -41,1% wurde ein neues Allzeittief der Jahresrate markiert. Rückläufige Werte auf Monatsbasis finden sich kontinuierlich seit dem März 2006. Bereits seit dem November 2005 gibt der Anteil, den die Einfamilienhäuser an den Gesamt-Bauausgaben haben, erheblich nach – von 39,8% auf zuletzt 16,5%.

Case-Shiller-IndexDie S&P/Case-Shiller® Home Price Indices brachten für den Juli keine Erholung; allenfalls lässt sich eine abflauende Fallgeschwindigkeit postulieren.

Gegenüber dem Vorjahr gab der Composite-20 für 20 Metropolen um 16,3% nach, der Composite-10 fiel um -17,5% auf Jahresbasis.

Erneut gab es die größten Abschläge in Las Vegas mit -29,9%, gefolgt von Phoenix (-29,3%) und Miami (-28,2%). Dabei fiel auf, dass die Metropolen aus Florida ihre Allzeittiefs aus dem Vormonat verfehlten; deutet sich – zumindest in Florida – ein Boden an?

Eins, Zwei oder Drei? Regelwerk für US Bilanzakrobaten

In Vorbereitung der Auktionen von Problemkrediten und Schrottanleihen sowie der Bilanzierung im dritten Quartal, geben das amerikanische Fantasia Accounting Standards Board (FASB) und die US Börsenaufsicht SEC Interpretationshilfen bei der Bewertung von Bilanzposten, die im Zuge der Finanzkrise – vorübergehend – im Wert eingebüßt haben.

Es wäre natürlich zu blöd gewesen, wenn man die Regel 157 – „bewerte Dein Anlagevermögen wenn möglich zu Marktpreisen“ – jetzt einfach wieder einkassiert hätte. Das wäre selbst den dümmsten Beobachtern der Wall Street aufgefallen und hätte nach Bilanzmanipulation gerochen. Nein, man muss nur den Interpretationsspielraum der Regeln etwas erweitern, das ist viel eleganter.

F: Wann soll zu Marktpreisen (z.B. market-to-Paulson) bilanziert werden?
A: Wenn Euch die Auktionsresultate preislich nicht ins Konzept passen, könnt Ihr die Auktionen als Notverkäufe deklarieren und weiterhin Preise in den Bilanzen veranschlagen, die Eurer Phantasie entspringen. Es obliegt Eurem Gusto.

Are transactions that are determined to be disorderly representative of fair value? When is a distressed (disorderly) sale indicative of fair value?

The results of disorderly transactions are not determinative when measuring fair value. The concept of a fair value measurement assumes an orderly transaction between market participants. An orderly transaction is one that involves market participants that are willing to transact and allows for adequate exposure to the market. Distressed or forced liquidation sales are not orderly transactions, and thus the fact that a transaction is distressed or forced should be considered when weighing the available evidence. Determining whether a particular transaction is forced or disorderly requires judgment.

F: Können Preise von Notverkäufen dennoch zur Bewertung herangezogen werden, falls wir uns davon einen Vorteil versprechen?
A: Selbstverständlich, wenn Ihr Euch einen Vorteil damit verschaffen könnt, ist es erlaubt. Ihr habt freie Hand.

Can transactions in an inactive market affect fair value measurements?

Yes. A quoted market price in an active market for the identical asset is most representative of fair value and thus is required to be used (generally without adjustment). Transactions in inactive markets may be inputs when measuring fair value, but would likely not be determinative. If they are orderly, transactions should be considered in management’s estimate of fair value. However, if prices in an inactive market do not reflect current prices for the same or similar assets, adjustments may be necessary to arrive at fair value.

A significant increase in the spread between the amount sellers are “asking” and the price that buyers are “bidding,” or the presence of a relatively small number of “bidding” parties, are indicators that should be considered in determining whether a market is inactive. The determination of whether a market is active or not requires judgment.

http://www.sec.gov/news/press/2008/2008-234.htm

Helmut Wüllenweber