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Entlassungen an der Wall Street im Aufwärtstrend

Auch ohne die jüngsten Umwälzungen der Finanzbranche, bewegten sich die Entlassungsankündigungen bereits auf ein neues Rekordhoch hin.

TabelleIn 2008 wurden bislang 102.957 Entlassungsankündigungen notiert, ohne die noch zu erwartenden bei Lehman Brothers, Merrill Lynch usw. Dies sind bereits geringfügig mehr als die 102.758 im Vergleichszeitraum 2007.

In den vergangenen Jahren wurden folgende Daten für die Finanzbranche erfasst:

1997    37.159
1998    62.366
1999    60.834
2000    55.272
2001  116.647
2002    89.210
2003    51.784
2004    97.945
2005    50.503
2006    50.327
2007  153.105

Nebenstehend findet sich eine Aufstellung bezüglich der einzelnen Bankinstitute.

Bislang lag Citigroup mit komfortablerem Vorsprung vorne.

KID Konjunktur-Indikator Deutschland im September

Schwierige Zeiten …

… sowohl für die Markt- als auch für die Konjunktur-Prognose.
Politische Eingriffe ins natürliche Marktgeschehen schaffen stets Unordnung und bergen das Risiko einer zunächst relativ unkalkulierbaren Weiterentwicklung aufgrund allgemeiner Verunsicherung. An einem solchen Punkt befinden wir uns derzeit, weshalb sämtliche “Signale” momentan mit größter Vorsicht zu genießen sind, egal aus welcher markttechnischen Richtung sie stammen. Dies gilt (leider) heute auch für den KID. Ganz typisches Beispiel war der eintägige “Aufbruch nach oben” in den großen Aktienindices nach der Ankündigung, Freddie Mac und Fanny Mae (zunächst für ein Jahr) unter staatliche Verwaltung zu stellen. Bereits drei Sitzungen später war davon mehr als nichts mehr übrig, die großen Indices unterschritten sogar wieder die Tiefstände der Vorwoche. Vergnügliche Stunden zwar für Kurzfrist-Trader, verbranntes Geld aber für Positionshändler und Hedger sowie verwirrende Entwicklung für den Rest der Welt.

KID im September

weiterlesen …..

US Arbeitsmarktbericht – Rezession und kein Ende in Sicht

Der Arbeitsmarkt in den USA wankt beachtlich. Die Augustdaten unterstreichen, dass sich die US Volkswirtschaft in einer Rezession befindet und dass die anfängliche Schwäche des Immobiliensektors auf diverse Wirtschaftszweige übergegriffen hat.

Aber im einzelnen.

WachstumsrateNeugeschaffene Stellen / Stellenabbau:

Im August ging der Stellenabbau mit -84.000 Stellen den achten Monat in Folge munter weiter. Die beiden Vormonate wurden von je -51.000 auf -100.000 und -60.000 nach unten revidiert. Durch das ‘Net Birth/Death Model’ wurden noch einmal 125 Tsd. Stellen hinzugerechnet.

In 2008 wurden monatlich 76.000 Stellen vernichtet; insgesamt waren es 605.000 Stellen. Das ‘Net Birth/Death Model’ schönt die Statistik in diesem Jahr bereits durch +689.000 Stellen.

Im nebenstehendem Chart ist die jährliche Wachstumsrate der Stellenveränderung abgebildet. Mit -0,2% liegt sie nun eindeutig im negativen Terrain. In den zurückliegenden knapp 60 Jahren ging dies unweigerlich mit einer Rezession einher – insgesamt neunmal. Nicht nur dass, da eine Umkehr noch nicht beobachtet wurde, ist ein Rezessionsende nicht in Sicht.

Wir werden diesen Chart – neben einigen anderen – weiter verfolgen.

ArbeitslosenquoteArbeitslosenquote:

Mit offiziellen 6,1% notierte die Arbeitslosenquote auf dem höchsten Niveau seit September 2003 (ebenfalls 6,1%). Im Vormonat wurden noch 5,7% gesehen.

Interessanter ist da aber schon die alternative U6-Quote, die saisonbereinigt mit 10,7% ein 14-Jahreshoch markierte (zuvor 10,3%). Die U6-Quote ist mit ‘unserer’ Arbeitslosenquote eher vergleichbar.

Beide Quoten sind im Chart rechts gegenübergestellt.

Ein weiterer Parameter des US Arbeitsmarktes, der bereits frühzeitig in letztem Jahr die Alarmglocken hat schellen lassen, ist die jährliche Wachstumsrate der aggregierten Arbeitszeit.

Mit einem zyklischen Hoch im Januar 2006 gibt diese seither sukzessive nach. Der Augustwert von -0,6% zum Vorjahr ist das tiefste Niveau seit Ende 2003. Auch hier warten wir auf eine Umkehr bevor man über ein Rezessionsende diskutieren kann.

Das Bild dazu

US Autoverkäufe im August marginal erholt

Die Umsätze im US Autoverkauf erholten sich lt. AutoData im August leicht von dem 16-Jahrestief bei annualisierten 12,55 Mio. Einheiten auf 13,72 Mio. Einheiten. Dies sind dann aber auf annualisierter Basis -15,5%.

US AutoverkäufeIm rechtsstehenden Chart sind die Verkaufsdaten seit 1990 abgebildet.

Die US Autobauer verbuchten erneut die grössten Verluste. Im Vergleich der bisherigen Umsätze für 2008 mit dem entsprechenden Zeitintervall 2007, notierten General Motors Abschläge von -18,1%, Ford von -15,6% und Chrysler von -24,2%. Japans grösster Autobauer, mittlerweile die Nr. 2 auf dem US Markt sah noch -7,8%. Allerdings schlägt sich Japans Nr. 2, Honda, bisher in 2008 beachtlich. Nach einem leichten Zuwachs von 1,7% wurde Chrysler als Nr.4 auf dem US Markt verdrängt.

Und wie machten sich die deutschen Autohersteller?

Für die Umsätze bisher in 2008 im Vergleich zu 2007 ergaben sich für die Volkswagengruppe -0,4%, BMW -2,4% und für Mercedes-Benz +0,4%. Lediglich Porsche sieht sich mit zweistelligen Verlusten (-17,0%) konfrontiert.

Die Übersicht in tabellarischer Form:

Tabelle

US Bauausgaben: keine Ruhe im Einfamilienhäusermarkt

Puh, wie schlag ich jetzt die Brücke von Rothko zu so etwas Profanem wie die den US Bauausgaben, insbesondere da ich im beigefügten Chart einen gewissen Interpretationsbedarf sehe ;-)

Der Markt für Einfamilienhäuser verschlechtert sich zusehends.

US BauausgabenZunächst zu den Gesamtausgaben; unspektakulär sanken diese zum Juni zwar um 0,6%, doch der Vormonatswert wurde von -0,4% auf +0,3% nach oben revidiert. Die Erwartungen eines Rückgangs von -0,4% im Juli wurden somit nicht enttäuscht. Die Veränderung auf Jahresbasis lag bei -4,8%.

Private, gewerbliche wie öffentliche Bauausgaben halten den Markt am Leben. Die Ausgaben für Wohnimmobilien fallen weiter, dabei die für Einfamilienhäuser mit zunehmender Geschwindigkeit. Die Jahresrate für erstere scheint sich bei um die -28% die letzten Monate stabil zu halten, während sich letztere im Jahresvergleich im freien Fall befindet und das absolute Tief bei -40,9% markierte.

Weil es so beeindruckend ist, rechts oben befindet sich der Chart mit den Bauausgaben für Einfamilienhäuser mit der jährlichen Veränderungsrate (dunkelblaue Linie) und den nominalen Ausgaben in Mrd. USD auf das Jahr hochgerechnet.

US BauausgabenIn den 90iger Jahren lag der Anteil der Einfamilienhäuser an den Gesamtausgaben grob in der Spanne von 25 – 30%. Zunehmend stieg dieser im Rahmen des Immobilienbooms und der damit verbundenen Spekulationen auf maximal 39,8% im November 2005. Die geplatzte Immobilienblase liess den Markt für Einfamilienhäuser kollabieren. Zuletzt lag deren Anteil am Gesamtmarkt bei lediglich 17,0%.

Der dazugehörige Chart soll nicht fehlen – rechts.

Quelle der Bauausgaben: Census Bureau

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Zahlenwerke als Dramen: Ökonomie zwischen Kunst und Wirklichkeit

Die Hamburger Kunsthalle zeigt aktuell Bilder von Mark Rothko, der zu einer Gruppe amerikanischer Künstler gehört, die das Wesen und die Gestalt der abstrakten Malerei von Grund auf verändert haben. Es war das erste Mal in der Geschichte der Kunst, dass eine Gruppe amerikanischer Künstler als Bewegung von internationaler Bedeutung anerkannt wurde.

Amerika steht offensichtlich unter dem Einfluss der Gruppe von Malern, die als abstrakte Expressionisten bezeichnet werden. Diese, auch als „New York School“ bekannt, betrachteten sich selbst als Nachfolger europäischer Avantgardekünstler, auf der Suche nach einer Vereinigung von Surrealismus und Abstraktion.

Dieser Beitrag schlägt die Brücke zwischen der Kunst von Mark Rothko und der amerikanischen Ökonomie, um zu einem erweiterten Verständnis im Bereich der statistischen Darstellung der amerikanischen Volkswirtschaft, Bilanzierungsmethoden und Bonitätsmorphologie in Ratingagenturen und Investmentbanken beizutragen.

Mit dem gedanklichen Konzept eines vollständigen Bruchs mit der Kunst der Vergangenheit, die nichts mehr mit den konventionellen Techniken und Motiven (langweiliges Abbilden volkswirtschaftlicher Entwicklungen, Darstellung der finanziellen Situation eines Unternehmens) zu tun hat, kann versucht werden, die Geheimnisse, die in amerikanischen Statistiken und Bilanzen lauern, zu ergründen.

Das Verständnis der Mitarbeiter in Regierungsbehörden, Ratingagenturen und Rationalisten an der Wall Street als mythomorphische Abstraktionisten, deren Arbeit über die reine Abstraktion von der wirtschaftlichen Realität hinaus geht, wird die Rezeption amerikanischer Zahlenwerke, die bisher außerhalb unseres Erfahrungsbereichs liegen, erleichtern.

In einem Fünf-Punkte-Programm, dass in der New York Times veröffentlicht wurde, gaben Künstler wie Marc Rothko und Adolph Gottlieb ihre Überzeugungen wieder:

„Für uns ist die Kunst [Konzernbilanzierung, Ratingprozess, volkswirtschaftliche Gesamtrechnung etc.] ein Abenteuer, das uns in eine unbekannte Welt entführt. Diese Welt der Imagination ist der Phantasie überlassen und steht in krassem Gegensatz zu allgemeinen Denken des Menschen. Unsere Aufgabe als Künstler (Mitarbeiter des BEA usw.) ist es, die Menschen dazu zu bringen, die Welt so zu sehen, wie wir sie sehen, und nicht, wie sie sie sehen.“

Helmut Wüllenweber

US – BIP, nächste Runde für die Lachnummer

Die Veröffentlichung des US-Bruttoinlandsproduktes bedarf noch einer Nachbetrachtung; eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Daten ist wohl überflüssig, nichtsdestotrotz kann man die Absurditäten zusammenfassen.

Nach einem Anstieg von +0,9% annualisiert zum Vorquartal im ersten Quartal wurde die erste Schätzung des Bruttoinlandsproduktes von +1,9% auf +3,3% nach oben revidiert. Rückläufige Importe, gestiegene Exporten wie private Ausgaben sollen für den Anstieg im zweiten Quartal ausschlaggend gewesen sein. 85% der Revision von zusätzlichen 1,4% gehen auf das Konto der aufwärts gerichteten Revisionen der Exporte und der privaten Lagerhaltung wie der Importrevision nach unten.

Im Barron’s findet Alan Abelson allerlei Merkwürdigkeiten in der jüngsten Veröffentlichung des US-Bruttoinlandsproduktes.

Auszüge:

GDP, IN COMMON PARLANCE, stands for gross domestic product, or the aggregate value of all the goods and services produced on these blessed shores. Or, at least, that’s what it used to mean in those long-gone days of yore, when life was simpler and government statistics credible. These days, alas, those initials more typically signify “gross deceptive pap.”

THE ASTUTE ECONOMY-WATCHER for Merrill Lynch, David Rosenberg, also strongly advises digesting the suspect GDP report with a “very large grain of salt.” Among other things, he casts a skeptical eye on how the report treats the decline in corporate profits. (We won’t keep you in suspense: The answer is: “gingerly.”)
More specifically, he notes, “national-account corporate profits declined at a 9.2% rate in the second quarter.” For domestic industries, he goes on, profits are down 14.4% year over year.
But according to the GDP report, domestic nonfinancial profits fell at a much sharper 22% annual rate. The reason the drop in total corporate earnings was limited to 9.2% was that, David relates, profits in the financial sector, so claims the report, surged — get this — at a 27% annual rate.

His wonderfully eloquent comment:

“Are you kidding me?”

Quelle: Sizing Up Sarah

Der BIP-Deflator, also die Inflationsrate, die der Berechnung des inflationsbereinigten (=realen) Bruttoinlandsprodukte zugrunde liegt, bleibt eine Kritikquelle. Je niedriger diese veranschlagt wird, umso grösser das reale Wachstum.

BIP-DeflatorGrund genug diesen BIP-Deflator im Chart abzubilden.

Die annualisierte Inflationsrate von +1,2% wird im zweiten Quartal folgend beeinflusst:

  1. priv. Verbrauch +2,93%
  2. Anlageinvestitionen +0,17%
  3. Änderung der Lagerhaltung -0,06%
  4. Exporte +1,37%
  5. Importe -4,56%
  6. Staatsausgaben +1,34%

Im Klartext, die hohen Ölpreise, die sich in den Importen wiederspiegeln, reduzieren den BIP-Deflator und erhöhen somit die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes. In der Historie der Datenreihe ist dies der grösste Prozentsatz, der je bedingt durch die Importe abgezogen wurde (rote Säulen).

Ob wir allerdings bei jetzt sinkenden Ölpreisen einen höheren BIP-Deflator und geringeres Wachstum sehen?

Wie verhält sich die BIP-Inflation zu den Erzeuger- und Verbraucherpreisen?

Verwendet wurden jeweils die Veränderungen zum Vorjahr, beim BIP-Deflator auf Quartalsbasis, ansonsten auf Monatsbasis.

Erstaunliche Ergebnisse, so ergeben sich für

BIP-Inflation – tiefster Stand seit dem vierten Quartal 2002
Erzeugerpreise – höchster Stand seit 27 Jahren
Verbraucherpreisen – höchster Stand seit 17 Jahren

Der Chart dazu

BIP-Deflator

Automobile sales in Japan -14,9% in August

 TOKYO, Sept 1 (Reuters) - Automobile sales in Japan,
excluding 660cc minivehicles, slumped 14.9 percent in August from
a year earlier to 193,902 vehicles, the Japan Automobile Dealers
Association said on Monday.
 There were two fewer selling days compared with the
year-earlier month.
 Pressure also came from unusually strong sales a year ago
when registrations spilled over from the previous month, when
production at all automakers was disrupted by an earthquake in
northeastern Japan.
 "Although there was some impact from the earthquake, there's
no change in the trend of weakening demand," a JADA official
said.
 "We're watching carefully to see whether the recent price
hikes announced by some automakers would further prevent a
recovery."
 Sales for August fell short of 200,000 vehicles for the first
time in 37 years, and was a little over half of their peak in
1990 of 356,000 units.
 Top-ranked Toyota Motor Corp (7203.T: Quote, Profile, Research, Stock Buzz) recorded an 18.9
percent decline in August, with the Lexus brand sinking 44
percent. 

Britischer Geldmarkt nicht erholt

Die Bank of England veröffentlichte heute die Darlehenssumme, die sich Banken untereinander leihen – die U.K. Resident Banks GBP Loans.

Das Volumen liegt mit 204,8 Mrd. GBP 67,8% unter dem des Vorjahres von 635,2 Mrd. GBP. Mit 656,0 Mrd. GBP wurde das Rekordhoch im Februar 2007 notiert.

Nebenstehender Chart zeigt, dass man seit dem Einbruch im August letzten Jahres allenfalls von einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau sprechen kann. Eine Erholung schaut anders aus.

weiteres:

U.K. Interbank Lending Fell 68% in July From Year Ago

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