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Economy-Cheerleader unterwegs – zum US BIP

Der Besuch der Bloombergseite verursachte heute kräftiges Augenreiben.

Edward Lazear, Vorsitzender des Wirtschaftsrates, der das Weisse Haus berät, wähnt die US Konjunktur auf dem richtigen Pfad. Gleichzeitig lassen sich zwei Ökonomen über die Ausweitung und Tiefe der aktuell laufenden US Rezession aus.

Bloomberg-Screenshot

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Hoffnung schöpft der Herr Professor aus dem Immobiliensektor; diesen sieht er geringer schwinden. Das Tempo des Niedergangs soll sich verlangsamt haben.

Darauf lässt sich nur ein ‘Teils-Teils’ erwidern.

Doch im Einzelnen; folgende Tabelle gibt die Immobilieninvestitionen des Bruttoinlandsproduktes wieder – revidiert wurde ab einschliesslich 2005.

BIP Tabelle

Wie sich unschlüssig erkennen lässt, die Revision war kräftig nach unten gerichtet. Nach US-amerikanischer Lesart wird nun die Veränderung zum Vorquartal auf ein Jahr (=annualisiert) berechnet. Und siehe da, nur noch -15,6% nach zuvor -25,1%. Fertig war die Suggestion.

Jetzt schauen wir noch mit europäischen Augen – hier ist es üblich prozentuale Veränderungen zum Vorjahrquartal oder Vorquartal zu verwenden. Die Berechnung zum Vorjahresquartal ist in den beiden Spalten rechts dargestellt. -22,2% im zweiten Quartal nach -21,3% zuvor.

Danach hat der Rückgang der Immobilieninvestitionen eine Beschleunigung erfahren!

Netter Versuch Herr Berater …

Der Bloombergbesuch hatte einen Anlass – Lesetipp:

U.S. Recession May Have Begun in Last Quarter of 2007

The U.S. economy may have slipped into a recession in the last three months of 2007 as
consumer spending slowed more than previously estimated and the housing slump worsened, revised government figures indicated.

Conundrum: Preisindex des US Bruttoinlandsprodukts ist rückläufig

Im folgenden Schaubild ist der Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Verbraucherpreisindex und dem Preisindex des Bruttoinlandsprodukts in den USA dargestellt. Wenig überraschend zeigt sich, daß die beiden Preisindices in den letzten Jahrzehnten ist der Tendenz gleichgerichtet waren. In der jüngeren Historie jedoch driften die angezeigten Preisveränderungsraten auseinander.

Seit Oktober letzten Jahres liegen in den Vereinigten Staaten von Amerika die Steigerungsraten der Verbraucher- und Erzeugerpreise jeweils oberhalb von 3 bzw. 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das BEA verzeichnet in seinen Statistiken entgegen alle Vernunft eine rückläufige Preisentwicklung in der amerikanischen Volkswirtschaft.

Die Erkenntnis, daß sich die Preisentwicklung in den USA seit dem vierten Quartal 2007 beschleunigt und nicht verlangsamt hat, ist offensichtlich noch nicht bis in das für die volkswirtschftliche Gesamtrechnung zuständige Bureau of Economic Analysis durchgedrungen.

Eine Analyse des nominalen Bruttoinlandsprodukts und der Preisentwicklung in den USA legen den Schluss nahe, daß die US Wirtschaft seit dem vierten Quartal real, d.h. inflationsbereinigt nicht mehr wächst. Der Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität hat sich seit Beginn diesen Jahres beschleunigt fortgesetzt. Seit Januar diesen Jahres gehen Arbeitsplätze verloren, seit Februar geht die Industrieproduktion zurück.