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US Baubeginne/Baugenehmigungen – Daten irreführend

Die Nachrichtenticker meldeten gestern die Baubeginne mit einem monatlichen Anstieg von +9,1% und die der Baugenehmigungen mit +11,6%.

Auf den ersten Blick schaut alles nach einer Wende im US Bausektor aus. Die Wahrnehmung der Bauunternehmer sollte getrogen haben?

Tabelle
Neubaubeginne im Juni

Im Einzelnen lassen sich die Neubaubeginne lt.nebenstehener Tabelle aufschlüsseln (bei den Baugenehmigungen sieht es entsprechend aus). Alleinig die Häuser mit mehr als 5 Einheiten im Nordosten waren mit sagenhaften +102,6% für diesen Anstieg verantwortlich.

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Wer aber jetzt einen unerwarteten Bauboom erwartet, der wird enttäuscht; New York City hat lediglich die Kodes der Baubranche geändert.

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Northeast multifamily activity showed the largest gains. New York City enacted a new set of construction codes effective for permits authorized as of July 1, 2008. In June, there was a large increase in building permits issued for multifamily residential buildings in New York City. Excluding the Northeast multifamily data, there was a 0.7% increase in permit authorizations and a 4.0% decrease in housing starts in June 2008.

Quelle: Bureau of Census

Weils so beeindruckend ist, die Baubeginne im Nordosten – Dank Änderung der Bezeichnung auf einem 28-Jahrehoch. Ein Schelm, der Böses dabei denkt ….. ;-)

Stimmung der US-Bauunternehmer trübt weiter ein

Der Sentiment-Indikator der Baubranche, der NAHB Housing Market Index (NABH HMI), fällt im Juli um zwei Punkte auf ein neues Allzeittief bei 16 Punkten.
Alle drei Komponenten markieren zudem ebenfalls Rekordtiefstände.

  • die Einschätzung ‘Einfamilienhäuser, gegenwärtig’ fiel von 17 auf 16
  • die Einschätzung ‘Einfamilienhäuser, in sechs Monaten’ sank um vier Punkte auf 23
  • der Subindex, der das Käuferinteresse wiedergibt, fiel ebenfalls um vier Punkte auf 12.
Quelle

Zeitgleich läuft die Lobby-Arbeit auf Hochtouren. Kostenfreie Anrufe beim jeweiligen Kongressabgeordneten werden offeriert. Die NAHB befürwortet die Verabschiedung eines Gesetzes, das u.a. erstmaligen Hausbesitzern Steuervergünstigungen gewährt.

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A housing stimulus bill now being considered in Congress would provide a temporary tax credit of up to $8,000 for first-time home buyers, helping to stimulate sales, reduce the inventory of unsold homes on the market, stabilize house prices and arrest the rapid deterioration of mortgage credit quality.

Wieder mal den Abverkauf der Aktien des S&P Homebuilding Index (-82% seit dem ATH) und der NAHB HMI:

Inflation Not The Problem

Auf ein besonderes Vergnügen hat John Mauldin diese Woche in seinem ‘Outside the Box’ hingewiesen – ein Interview / Gespräch mit James Montier und Albert Edwards, beide ehemals bei der Dredsner Kleinwort Wasserstein und inzwischen bei der Societe Generale.

Kritisch werden die Märkte / globale Konjunktur / Kreditkrise / Preisbewegungen etc. betrachtet.

Daraus der folgende Cartoon ;-)

zum Vergrössern auf das Bild clicken

Der Link zu - Inflation Not The Problem , auf englisch, aber trotzdem ein MUST READ.

ZEW-Konjunkturerwartungen auf ein Allzeittief gefallen

Die Erwartungen der befragten Konjunkturanalysten zeigten im laufenden Juli deutlich eingetrübt, so dass der ZEW-Index 11,5 Punkte tiefer auf -63,9 geschickt wurde. Das vorherige Allzeittief von -62,2 aus dem Dezember 1992 wurde dabei unterboten.

Das ZEW-Institut schreibt dazu:

Der niedrige Stand der Konjunkturerwartungen spiegelt die erhöhten weltweiten Konjunkturrisiken wider. Der hohe Ölpreis, der starke Euro, die Krise in den USA, die Leitzinserhöhung der EZB und eine schwache inländische Konsumnachfrage dürften die deutschen Unternehmen in den kommenden sechs Monaten belasten. Das schwierige Umfeld zeigt sich unter anderem in den wiederholt rückläufigen Auftragseingängen der Unternehmen. Angesichts des Auftragseinbruchs beim bislang starken Maschinenbau sind die Erwartungen der Experten nun auch für diese Branche deutlich gefallen.

“Die aktuellen Vorfälle bei den US-Hypothekenfinanzierern zeigen, dass die Finanzkrise noch lange nicht ausgestanden ist. Verständlicherweise verstärkt dies die Sorgen der Finanzmarktexperten um die konjunkturelle Entwicklung für das nächste Jahr in Deutschland. Presseberichte, nach denen die Quartalswachstumrate im zweiten Quartal negativ ausfällt, mögen die Stimmung zusätzlich belastet haben,” kommentiert ZEW-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz.

Der Index, der die aktuelle Lage einschätzte, gab um 20,6 Punkte auf 17,0 Punkte nach.

Im Bild nachfolgend die ZEW-Konjunkturerwartungen:

ZEW Index

Markt-Sentiment – Woche 7. – 11.7.2008

Auf Bloomberg war letzte Woche zu lesen, dass sich die Stimmung unter den Börsenbriefschreibern auf dem tiefsten Punkt seit dem Juli 1994 befindet. Der Anteil der bullischen Verfasser fiel lt. Investors Intelligence von 31,9% auf nur noch 27,4%. Während der Anteil der bärischen Schreiber die fünfte Woche in Folge zulegte – nun von 44,7% auf 47,3%, dem höchsten Niveau seit September 1998.
Die Differenz Bulls-Bears notiert mit 19,9 Punkten auf dem grössten Stand seit 1994.

Dargestellt das Bulls-Bears Ratio:

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Bildquelle: MARKET HARMONICS

Die Stimmung der privaten Anleger hat sich lt. American Association of Individual Investors in letzten Wochen zwar auch eingetrübt. Das Anfang März diesen Jahres markierte Tief wurde allerdings jetzt noch nicht wieder erlangt. So reduzierte sich der Anteil der bullischen Investoren von 23,9% auf 22,2%; der der bärschen Investoren kletterte von 52,1% auf 55,2%.

Dargestellt ist nachfolgend der gleitende 4-Wochenschnitt des ‘AAII Bulls / (Bulls + Bears) – Indexes’ vs. S&P500:

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zum vergrössern auf den Chart clicken

Ergänzungen werden gerne zugefügt.

Wertpapierkredite gering erholt

Im Mai stiegen die Wertpapierkredite an der NYSE um +5,0% oder 14,76 Mrd. USD zum April auf 310,31 Mrd. USD. In 2008 hat sich das Volumen der Kreditrahmen bisher um 18,02 Mrd. USD reduziert.

Auf Jahresbasis sind die Wertpapierkredite mit erhöhtem Tempo weiter rückläufig. Nach -7,1% im Vormonat nun um -12,1%.
Die Wertpapierkrediten im Verhältnis zum frei zur Verfügung stehenden Einkommen der US Amerikaner sind marginal von 2,79% auf 2,78% gesunken. (Die Einkommen unterliegen einer regelmässigen Revision).
Gemessen an der Marktkapitalisierung der NYSE belaufen sich die ‘Margin Debts’ auf 2,06% – im April waren es 2,02%.

Die Charts sind aktualisiert —> Wertpapierkredite

US Handelsbilanz – Öl bestimmt die Richtung

Gestern wurde die US Aussenhandelsbilanz veröffentlicht. Das Defizit kam im Mai mit -59,79 Mrd. USD unter dem revidierten Vormonatswert von -60,5 Mrd. USD (zuvor: -60,91 Mrd. USD) wie auch unter den Konsensschätzungen von -62,1 Mrd. USD ein.
Auf hohem Niveau stabilisiert sich das Aussenhandelsbilanzdefizit. Importe wie auch Exporte wachsen mit einer zweistelligen, jährlichen Rate; +12,5% resp. +17,8%.

Angesichts steigender Preise für Mineralöl und seiner Produkte werfen wir einen Blick auf deren Einfluss auf die Handelsbilanz der Güter und Waren.

Der folgende Chart bildet die Gesamtbilanz der Güter (blaue Linie), die des Mineralöls (grüne Fläche) und die der Güter ohne Öl (hellblaue Fläche) ab. Die Lücke gesamt – kumm. Fläche ergibt sich durch Anpassungen.

Aussenhandelsbilanz

Zuletzt notierte das Güterdefizit bei -72,48 Mrd. USD; während das für Mineralöl bei -33,15 Mrd. USD und das für Güter ex Öl bei -38,02 Mrd. USD lag. Der Anteil der Mineralölprodukte hat in den letzten Jahren sukzessive zugenommen; nahezu die Hälfte des Defizites wird vom Öl bestimmt – im Mai waren es 46%.

Der zweite Chart zeigt die Entwicklung des Mineralölanteils an der Güterbilanz wie auch der Importölpreis. Letzterer wird immer deutlich unter den Terminmarkt- oder Spotmarktpreisen ausgewiesen, im Mai bei 106,28 USD/Barrel.

Aussenhandelsbilanz

Mit weiter steigenden Energiepreisen ist kaum eine Reduktion des Aussenhandelsdefizites zu erzielen.

und wieder mal Benzinpreise …

Benzinpreise überall auf Rekordniveau können einfach nicht übersehen werden. Wir würdigen sie wieder eines Blickes.

Im abgelaufenen Monat lagen die durchschnittlichen Preise für Normalbenzin lt. der Shell AG bei 1,5317 €/L bzw. für 1,4986 €/L für Dieselkraftstoff. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 17,2 €Cents oder 12,7% für Normalbenzin resp. 35,3 €Cents oder 30,8% für Diesel mehr. In diesem Jahr mussten Normalbenzinfahrer Anstiege von 16,2 €Cents /L (11,8%) und Dieselfahrer von 20,9 €Cents/L (16,2%) verkraften.

Der Überblick:

Benzinpreis in Deutschland

Deutlicher sind die Zuwächse auf dem US-Markt. Der US Verbraucher hat seit Jahresbeginn 1,06 USD/Gal. oder 34,8% mehr für den Benzinpreis zu verkraften. Der Benzinpreis im Einzelhandel notierte die abgelaufene Woche bei 4,114 USD/Gal.; das nunmehr 15. Allzeithoch in Folge! Die jährliche Wachstumsrate befindet sich bei 38,0%; der Preis liegt 1,1133 USD/Gal. höher als vor Jahresfrist.

Bereits im Juni publizierte die New York Times nachfolgende Charts, links die geographische Verteilung der Benzinpreise mit landesweiten Höchstständen in Kalifornien.

Bedeutender ist da schon die Belastung, die der Verbraucher gemessen an seinem Einkommen, schultern muss (rechter Chart). Der höchste Anteil liegt da in Wilcox County, Alabama, mit einem Anteil der Benzinkosten von 16,0% am Einkommen.

zum vergrössern auf den Chart clicken

Bildquelle – New York TIMES

Deutsche Industrieproduktion geht im Mai in die Knie

Statt des von Analysten erwarteten Anstiegs um +0,4% gab die Produktionsproduktion lt. Statistischem Bundesamt um -2,4% im Monatsvergleich nach. Der grösste monatlicher Rückgang seit dem August 1997 (-2,7%); mit verantwortlich sollen zwei Brückentage gewesen sein.
Die Indexwerte seit Januar diesen Jahres wurden tendenziell nach unten revidiert, die vormonatliche Veränderung ergab dann allerdings eine Aufwärtsrevision von -0,8% auf -0,2%.
Die Produktion im Mai lag nur noch 0,8% über der des Vorjahres; im April hatte die Jahresrate bei +5,0% gelegen – siehe auch den beigefügten Chart.

Aus der Presseerklärung:

Einen deutlichen Rückgang um 2,6 % hatte zuletzt die Industrieproduktion zu verzeichnen. Die Erzeugung im Bauhauptgewerbe nahm dagegen um 1,1% zu.
Im Zweimonatsvergleich (April/Mai gegenüber Februar/März) ging die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe um 1,8 % zurück. Die Produktion im Bauhauptgewerbe verringerte sich dabei kräftig um 9,7%. Der industrielle Ausstoß nahm um 1,8 % ab. Deutlich schwächer entwickelte sich im Bereich der Industrie die Erzeugung bei den Vorleistungs- und den Konsumgüterproduzenten (-2,2 % bzw. -3,2 %). Leicht rückläufig war die Investitionsgüterproduktion (-0,4 %).
Ihren Vorjahresstand überschritt die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe im April/Mai arbeitstäglich bereinigt weiter spürbar (+2,8 %).

Presseerklärung - Statistisches Bundesamt

Deutsche Industrieproduktion

Die am Freitag veröffentlichten Auftragseingänge der Industrie wiesen bereits Schwächezeichen auf; der sechste monatliche Rückgang in Folge mit einer jährlichen Wachstumsrate bei +0,2% J/J auf dem niedrigsten Niveau seit drei Jahren.

Letztere hier im Bild mit dem IFO-Index:

sentix-Konjunkturindex Juli

Der sentix-Konjunkturindex für den Juli ist veröffenticht worden:

Rezessionsängste auf breiter Front!

Juli-Daten der sentix Konjunkturindizes brechen nach dem Versuch einer Zwischenstabilisierung der Vormonate auf allen Fronten ein.

  • Gesamtindex fällt um 14.50 Punkte auf einen Indexstand von -9,3 Punkten. Dies ist die stärkste negative Veränderung seit Indexerhebung und der niedrigste Wert seit Juni 2005.
  • Starker Rückgang in den Erwartungen auf ein Allzeittief bei -28,25 Punkten
  • Lagebeurteilung fällt dynamisch auf nur noch 11,75 Punkte (niedrigster Wert seit November 2005)!
  • Global Indizes ebenfalls im Sinkflug

Die vollständige Analyse als pdf-Dokument.

Die laufende Rezession hinterläßt Spuren am US Arbeitsmarkt

Im ersten Halbjahr wurden in der amerikanischen Volkswirtschaft in jedem Monat Arbeitsplätze abgebaut.

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Helmut Wüllenweber

DAX – Geburtstagstorte liegt schwer im Magen

DAX Geburtstagstorte
20 Jahre DAX

Der ‘Deutsche Aktien Index’ (DAX) begeht heute seinen 20-jährigen Geburtstag. Gefeiert wird in Frankfurt kräftig. Angesichts der diesjährigen Performance dürften sich einige Partygäste an der Irish-Coffee-Buttercreme-Torte verschluckt haben.

Hat der Index doch zuletzt im Juni einen Abschlag von 9,6% verbucht, notierte er 20,4% unter dem Jahresendstand. Der diesjährige Januar wie auch Juni wiesen das schlechteste Ergebnis auf, was die jeweiligen Monaten in der Historie boten. Die Aussage gilt auch immer noch, wenn man den DAX bis 1960 zurück berechnet.

Im folgenden Bild die monatliche Performance jeweils für die einzelnen Monate, das Jahr 2008 ist hellbllau dargestellt:

DAX Performance

Die Deutsche Börse AG meint:
Der Top-Index DAX der Deutschen Börse wird 20. Hoch soll er leben!
Fakten finden sich in einer Brochure der Deutsche Börse AG (pdf)

  • Einführung am 1. Juli 1988 bei einem Stand von 1.163 Punkten.
  • Basisdatum ist der 30. Dezember 1987, der Basiswert beträgt 1.000 Punkte.
  • Der DAX bildet das Segment der Bluechips ab, die im Prime Standard zugelassen sind. Er enthält die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an derFrankfurter Wertpapierbörse.
  • Einmal jährlich im September wird die Zusammensetzung überprüft
  • Der DAX wird als Performanceindex berechnet
  • Der DAX ist kapitalgewichtet
  • Als Real-time Index wurde der DAX zunächst alle 60 Sekunden, dann alle 15 Sekunden und wird seit Januar 2006 im Sekundentakt neu berechnet.
  • Für die Aufnahme in den Index qualifizieren sich solche Unternehmen, die ihren juristischen oder operativen Sitz in Deutschland haben oder die einen Schwerpunkt des Handelsumsatzes an der Frankfurter Wertpapierbörse und ihren Hauptsitz in einem EU oder EFTA Staat haben. Zusätzlich müssen die Unternehmen im Prime Standard notiert sein.
  • Im Jahr 2007 erreichte das Handelsvolumen mit DAX® Futures und Options 12,8 € Mrd. Das ist weltweit der drittgrößte Wert nach S&P 500 und DJ EURO STOXX 50 (Quelle: Börsenplätze)
  • Das tägliche Handelvolumen der 30 DAX-Aktien beträgt rund 7,6 € Mrd. (Zeitraum: 1. Juni 2007 – 31. Mai 2008).

Das Allzeithoch wurde am 13.7.2007 intraday bei 8151,37 markiert; der heutige Abschlag von 102,38 Punkten verursacht nur Partystimmung bei Baissiers.

Auf boerse.ARD.de findet sich eine nette DAX-Chronik