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Nachlese 7. – 11. April 2008

Ein Wochenüberblick mit dem Anspruch der Unvollständigkeit ;-)
Ergänzungen werden gerne entgegengenommen.

In aller Kürze:

  • US Benzinpreise auf Rekordniveau
  • Moody’s Economy.com Survey of Business Confidence im stabilen Abwärtstrend
  • SBET – Small Business Economic Trends, eingetrübte Stimmung der US Kleinunternehmer
  • US Immobilienmarkt weiter belastet – Pending Home Sales rückläufig
  • Import- wie Exportpreise auf ATH (Historie seit 1990)
  • US-Verbrauchersentiment im Sinkflug
  • deutsche Grosshandelspreise im Höhenflug
  • IMF in Aktion

US Benzinpreise
Mit 3,332 USD/Gallone notierte der Benzinpreis im US Einzelhandel auf einem Rekordstand. Das waren dann 53,0 UScents/Gal. oder 18,9% über dem Vorjahresniveau. Lt. dem Einzelhandel ist dieses hohe Preisniveau mit verantwortlich für die rückläufigen Umsätze.

Die Preisentwicklung seit 2000:

Benzinpreis im US Einzelhandel

Moody’s Economy.com Survey of Business Confidence
A number of notable record lows were set in the business confidence survey during the first week of April, including U.S. business confidence, sales strength, assessment of current conditions, and sentiment in the financial services industry.
Der Index notiert bei 7,5 nach 7,9 in der Vorwoche.
Quelle: Moody’s Economy.com

Moody's Economy.com Survey of Business Confidence

SBET – Small Business Economic Trends
Die Vereinigung der US Kleinunternehmer (Beschäftigtenanzahl bis 40) meldet ihren Gesamtindex ‘Optimism’ im März auf Allzeittief. Die Stimmung hinsichtlich der US-Konjunktur hatte seit 1986 keine tieferen Werte gezeigt. Trotz allgegenwärtiger Medienpräsenz, werden keine Kreditprobleme wahrgenommen:

For the 8th straight month since the Federal Reserve declared the existence of a “credit crunch”, no evidence of credit problems has appeared on Main Street. It is a Wall Street issue.

Quelle: NFIB

Im Bild der Gesamtindex:

SBET - Small Business Economic Trends

US Immobilienmarkt – Pending Home Sales
Die Immobilienmaklervereinigung National Association of Realtors (NAR) meldete für den Februar weiter rückläufige Vorverträge für Immobilienverkäufe. Der zugehörige Index ‚Pending Homes Sales’ sank um 1,9% im Monatsvergleich oder -21,4% zum Vorjahr. Der Westen zeigt Erholungstendenzen; dafür verliert der zweitgrösste Markt im Süden um -30,3% ggü. Februar 2007.

Pending Home Sales

Import- wie Exportpreise auf ATH
Im abgelaufenen März lagen die Importpreise 2,8% über denen des Vormonats und 14,8% zum Vorjahresmonat. Der Ölpreisanstieg (+60,0% J/J) schlägt sich hier nieder; ohne Rohöl- und Mineralölprodukte notierten die Importpreise nur noch eine Jahresrate von +5,4%.
Die Exportpreise befinden aufgrund gestiegener Agrarpreise (+33,4% J/J) ebenfalls auf dem höchsten Niveau seit Beginn der Datenreihe 1990.

Charts

US-Verbrauchersentiment Uni Michigan
Der Index des Verbrauchervertrauens der Uni Michigan gab weitere 6,3 Punkte ab und befindet sich nun bei 63,2, dem tiefsten Stand seit März 1982.
Dabei sank der Index, der die aktuelle Situation wiederspiegelt, von 84,2 auf 78,4 – niedrigstes Niveau seit Januar 1983. Die Zukunftserwartungen haben ebenfalls nachgegeben, von 60,1 auf 53,4.
Die Preiserwartung auf Sicht eines Jahres markiert mit 4,8% das höchste Niveau seit knapp 18 Jahren.

Der Gesamtindex:

deutsche Grosshandelspreise
Der Index der Großhandelsverkaufspreise lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2008 um 7,1% über dem Vorjahresstand. Dies war die höchste Jahresteuerungsrate seit Februar 1982 (+ 8,5%). Im Februar 2008 und im Januar 2008 hatte die Jahresveränderungsrate + 6,0% beziehungsweise + 6,6% betragen.

Besonders stark stiegen die Preise mit Getreide, Saaten und Futtermitteln (+ 52,0%). Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren um 23,5% teurer als im Vorjahr. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze verteuerten sich auf Großhandelsebene um 13,2%.

Für feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse wurde im März 2008 gegenüber dem Vorjahr 18,8% mehr bezahlt. Die Preise für Erze, Eisen, Stahl, Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug stiegen um 5,0%. Büromaschinen und -einrichtungen kosteten dagegen weniger als im März 2007 (– 12,7%).

Quelle: Destatis

IMF

Der IMF war die Woche recht aktiv.

  • 12,5% der Goldbestände oder gut 400 Tonnen sollen in den nächsten Jahren veräussert werden, um den eigenen Haushalt gegen zu finanzieren.
  • In seinem halbjährlichem ‚World Economic Outlook’ hat der IMF die globalen Wachstumsaussichten nach unten geschraubt. (3,7% nach 4,2% im Januar). In den USA wird eine milde Rezession erwartet.

Wachstumsraten im Überblick:

Wachstumsraten

Weiter wurde ‚Global Financial Stability Report’ publiziert.

Der IMF schätzt die Verluste im Rahmen der US Immobilienkrise per März 2008 auf 945 Mrd. USD. Die folgende Tabelle gibt die Aufschlüsselung wieder.

tabelle

Ein Interview von Jim Puplava mit John Williams (Executive Editor, Shadow Government Statistics).
Dieser diskutiert eine hyperinflationäre Depression 2010 in den USA.

Financial Sense Newshour