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US Verbrauchervertrauen – US Arbeitsmarkt

Das gestern veröffentlichte Verbrauchervertrauen nach Lesart des Conference Boards für den April notierte bei 62,3, auf dem niedrigsten Niveau (mit Ausnahme des März 2003) seit Oktober 1993. Die Erwartungskomponente konnte sich zwar marginal von 49,4 auf 50,1 verbessern, der Index, der die momentane Konjunkturlage wiedergibt, rutschte von 90,6 auf 80,7.
Dabei markierte das Verbrauchersentiment der Uni Michigan ebenfalls für den April den tiefsten Stand seit 26 Jahren.

Die Verbraucher werden u.a. nach ihrer Einschätzung zum Arbeitsmarkt befragt. Für die aktuelle Situation bewerten 27,9% nach 24,5% im März den Arbeitsmarkt als schwierig (’Jobs Hard to get’), während der Anteil der Optimisten schwindet. Nach 19,2% im Vormonat sehen 16,6% ein ausreichendes Stellenangebot (’Jobs Plentiful’).

Die Wachstumsrate der Wahrnehmung der optimistischen Arbeitsmarktlage korreliert lt. angefügtem Chart mit der Wachstumsrate des Beschäftigtenanzahl ausserhalb des Landwirtschaftssektors. Prognosen, die für den April mit rückläufigen Werten rechnen, erscheinen nachvollziehbar.

Chart: US Verbrauchertrauen - US Arbeitsmarkt

US Hauspreise mit zunehmender Fallgeschwindigkeit / Zwangsversteigerungen legen zu

Der Case-Shiller-Index Composite-20 hat im Februar für die 20 grössten US Metropolen um -12,7% ggü. dem Vorjahresmonat nachgegeben. Der etwas weniger breitgefächerte Index Composite-10 befindet sich nunmehr -13,6% unter Vorjahresniveau. Beide Wachstumsraten sind selbstredend die grössten negativen Ausschläge in der bisherigen Datenhistorie seit 1987 (Composite-10) resp. 2000 (Composite-20).

Die regionale Aufschlüsselung wird von folgender Tabelle wiedergegeben. Kalifornien, Arizona, Nevada und Florida sind weiterhin die Brennpunkte

Tabelle CSI

Desweiteren wurden heute Zahlen zu Zwangsvollstreckungen im März bzw. 1. Quartal 2008 bekannt gegeben.
Realtytrac.com meldete für das erste Quartal Zwangssversteigerungen in den USA bei 649.917. Dies sind dann 112% über dem Vorjahresstand bzw. +23% ggü. dem vierten Quartal 2007. Der Bericht zeigt, dass im abgelaufenen Quartal einer von 194 US Haushalten betroffen war. Die regionale Häufung weist erneut die Gebiete aus, in denen der Immobilienmarkt zuvor heiss gelaufen war.

Von Zwangsversteigerungen besonders betroffen sind in unten stehender Karte die roten Counties. Dort sind eine Zwangsversteigerung auf 10 bis 99 Haushalte beobachtet worden.

Zwangsversteigerungen

Quelle – realtytrac.com

Heute bietet sich noch ein Chart mit den monatlich gemeldeten Zwangsversteigerungen (Säulen, linke Skala) und der jährlichen Wachstumsrate der Hauspreise (Linie, re.) an. Erstere steigen, während letztere weiter fallen.

CSI vs. Zwangsversteigerungen

Moody’s Economy.com Survey of Business Confidence – forcierte Talfahrt

In den vergangenen Wochen notierte der globale Konjunkturindikator jeweils auf einem neuen Allzeittief. In der Woche zum 25.4. trübte sich die globale Stimmung zunehmend ein, der Indikator gab 2,2 Punkte von 6,4 auf 4,2 Punkte ab. Die USA, Kanada und Europa weisen schrumpfende Volkswirtschaften auf, während die asiatischen und lateinamerikanischen unter dem eigenen Potential wachsen.

“Global business confidence took a decided turn for the worse in April. It is now consistent with a global economy that is nearing recession. According to the survey, the U.S., Canadian and European economies are contracting, while the Asian and South American economies are growing below potential. Both hiring intentions and equipment investment are notably weakening, as is the strength of sales. Businesses’ assessments of current conditions continue to hit new record lows. The only positive is that pricing pressures have not risen commensurately with the surge in oil and other commodity prices.”

Moody's Economy.com Survey of Business Confidence

Quelle: Moody’s Economy.com

Crash Confidence Index

Eine Auswertung der monatlichen Umfrage des Internationalen Zentrums für Finanzwissenschaft an der Managementschule Yale ergibt, daß relativ wenige institutionelle Investoren aus den Vereinigten Staaten von Amerika einen Aktienmarktcrash in den nächsten sechs Monaten befürchten. Damit bewegt sich der März Umfragewert nahe seinem langfristigen Durchschnittswert.

yaleconf01.gif

Historisch betrachtet ergaben sich günstige Einstiegspunkte in den amerikanischen Aktienmarkt, wenn der Anteil der professionellen Anleger, die einen Crash in naher Zukunft ausschließen, unter 25 Prozent gesunken ist.

http://icf.som.yale.edu/confidence.index/index.shtml

Helmut Wüllenweber

Wöchentliche Verbrauchervertrauen weiter schwach

Nachdem der Benzinpreis die vergangene Woche mit einem Anstieg von 12 USCents die Galone bei 3,508 USD/Gal. ein neues Allzeithoch notierte, sank der wöchentliche Verbrauchervertrauensindex des ABC News Money Magazine um einen weiteren Punkt auf -40. Dies ist das tiefste Niveau seit dem Juli 1993.
Der Index wird seit Dezember 1985 erhoben und hat lt. ABC News Money Magazine in 1164 Befragungen nur 83-mal -40 oder tiefer gesehen.

Consumer Comfort Index

Zu dem längerfristigem Chart noch die Aufschlüsselung hinsichtlich der politischen Anschauung. So war insbesondere der Vertrauensverlust unter den Republikanern ausschlaggebend für den Rückgang ab Beginn 2007.

Der Gesamtindex gab in der Zeit 37 Punkte von -3 bis -40 Punkte ab, unter den Republikaner waren 52 Punkte weniger zu verzeichnen (von 39 auf -13). Der Abschlag unter den Demokraten liegt bei 26 Punkten (von -27 auf -53) und bei Unabhängigen bei 25 Punkten (von -15 auf -40).

Consumer Comfort Index

Quelle – Originalpublikation

Remarks by Chairman Alan Greenspan

Schuldner, die durch Zinsanpassungen auf ihre Hypothekendarlehen in die Insolvenz getrieben werden, stellen bekanntlich eines der Kernprobleme  im amerikanischen Hypothekenmarkt dar.

Alan Greenspan äußerte sich bereits am 23.02.2004 zum Thema Immobilienfinanzierung mit langfristiger Zinsfestschreibung im Vergleich zu Darlehen mit variabler Zinskondition.

American consumers might benefit if lenders provided greater mortgage product alternatives to the traditional fixed-rate mortgage. To the degree that households are driven by fears of payment shocks but are willing to manage their own interest rate risks, the traditional fixed-rate mortgage may be an expensive method of financing a home. Recent research within the Federal Reserve suggests that many homeowners might have saved tens of thousands of dollars had they held adjustable-rate mortgages rather than fixed-rate mortgages during the past decade, though this would not have been the case, of course, had interest rates trended sharply upward.”

http://www.federalreserve.gov/boardDocs/speeches/2004/20040223/default.htm

Helmut Wüllenweber

KID Konjunktur-Indikator-Deutschland im April

Outlook stable….

KID Konjunktur-Indikator-Deutschland

“Outlook stable” lautet das Rating für die deutsche Konjunktur aktuell und weiterhin. Im Berichtszeitraum war dabei zunächst ein “Watch negative”, danach ein “Watch positive” und schließlich der momentan wieder neutrale Ausblick zu sehen. Für die heutige Grafik ist daher erneut der blaue Seitwärtspfeil mit in die Watchlist aufgenommen worden. Die zwischenzeitlichen Schwankungen sowie ein Seitenblick auf den KID-Oszillator empfehlen jedoch nur das Fazit “labile Stabilität”.

Wie schon einmal 2004 sowie erneut um den Jahreswechsel 2006/2007 erleben wir eine ausgeprägte Seitwärtsphase im Indikator. Immerhin gab diese Anlaß, den langfristigen Abwärtstrendkanal B erneut genauer unter die Lupe zu nehmen und anschließend zu justieren. Betrachtet man das untere Extrem 2001 nach 9/11 als ausserhalb der normalen Bandbreite, liegen wir momentan und nun schon über mehrere Monate genau auf der Mitte dieses Bandes. Damit hat auch die relative Ratlosigkeit aus den Iden des März ein Ende und macht Platz für die Ideen des April.

weiterlesen….

Wie man die Krise mit 11 Milliarden $ lösen könnte

Schwere Krise nicht wahrscheinlich – aber auch nicht unmöglich

11.04.2008 Faz.net Der Makroökonom Harald Uhlig kritisiert im Interview mit der FAZ die Risiken einer Politik, die zwar den Banken hilft, aber neue Probleme schafft.
Wie es aussieht, gleiten die Vereinigten Staaten im ersten Halbjahr in eine Rezession. Fürchten Sie, dass es ein schwerer Einbruch sein wird?

Bislang sieht es nicht danach aus. Ich glaube hier Ben Bernanke, dem Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank Fed, dass die Rezession recht milde sein wird und sich die Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder erholt. Er hat sicherlich auch Grund zum Zweckoptimismus. Wenn er stattdessen sagte, dass die Banken alle einstürzen, dann würde er mit solchen Worten die Krise selbst verursachen. Es könnte allerdings sein, dass das Kartenhaus der Wall-Street-Banken doch noch einbricht. Die schlechten Nachrichten kommen ja nur tröpfchenweise heraus. Wer weiß, vielleicht haben die doch noch Leichen im Keller. Dann könnte es doch noch zu einem großen „Run“ auf die Banken kommen, und wir hätten eine schwere Krise. Das ist nicht wahrscheinlich, aber sicher nicht unmöglich.

Die Fed hat vor kurzem die Rettung der Investmentbank Bear Stearns durch einen Kredit über 30 Milliarden Dollar ermöglicht. Bernanke schätzt das „systemische Risiko“ höher ein als das Risiko von Fehlanreizen, wenn letztlich der Steuerzahler spekulative Pleitiers rettet . . .

Wahrscheinlich hat Bernanke seine Sache letztlich richtig gemacht. Er kennt die Details der involvierten Banken. Mich hat die Rettungsaktion aber dennoch erschreckt. Es ist nicht die Aufgabe der Fed, eine einzelne Bank, die sich verspekuliert hat, herauszuhauen. Wenn Bear Stearns den Bach runtergeht, dann sei’s drum. Bernanke muss große Angst gehabt haben, dass ein Bankrott von Bear Stearns einen „Run“ auf andere große Banken und eine Katastrophe an der Wall Street ausgelöst haben könnte.

Die Fed hat seit September die Leitzinsen von 5,25 Prozent auf 2,25 Prozent gesenkt. Hilft das der Wirtschaft?

Es hilft zunächst mal den Banken, die sich erheblich preiswerter refinanzieren können. Hilft es der Wirtschaft? Eher wenig, glaube ich. Meine Forschungen haben gezeigt, dass der Effekt dieser Zinssenkungen auf die Wirtschaft unklar ist. Eine Rezession kann man damit eher nicht verhindern.

Welche Folgen hat die starke Lockerung der Geldpolitik dann?

Wenn die Fed den Geldhahn aufdreht, wird die Währung abgewertet. Wir sehen schon jetzt, dass der Wechselkurs des Dollar stark nachgegeben hat. Mittelfristig bildet sich ein ziemliches Inflationsproblem. Um die Banken zu retten, belegt die Fed alle, die Dollar in der Tasche haben, mit einer Inflationssteuer. Und die riesigen Geldmengen, die jetzt auf dem Markt sind, müssen wieder abgesaugt werden.

Die ausgewiesene Inflationsrate liegt in Amerika deutlich über 4 Prozent. Haben die Währungshüter das aus dem Auge verloren?

Es gibt einen großen Unterschied zwischen Amerika und dem Euro-Raum: Die Europäische Zentralbank hat das Mandat, die Preise stabil zu halten, aber die Fed hat das nicht. Bernanke hat zwar bei seiner Ernennung versucht, die Senatoren zu überzeugen, dass die Fed langfristig vor allem die Inflation steuern sollte. Aber beschlossen wurde es nicht.

Könnte es in Amerika zu einer Stagflation kommen, also einer stagnierenden Wirtschaft bei zugleich hoher Inflation?

Wir werden in den kommenden Monaten erleben, dass die Wirtschaft stagniert oder schrumpft und die Inflation bei 4 bis 5 Prozent liegt. Das könnte man Stagflation nennen.

Regierung und Kongress haben ein großes Konjunkturprogramm aufgelegt, um Konsum und Investitionen zu stimulieren. Man nimmt dafür hohe Defizite in Kauf. Wird diese Politik helfen?

Ich habe große Zweifel. Solche Konjunkturprogramme sind wie „Strom aus der Steckdose“ – der muss ja irgendwo produziert werden. Das Geld, das die Regierung den Leuten gibt, muss sie ihnen an anderer Stelle später wieder abnehmen. Man verlagert die Lasten in die Zukunft. Hohe Schuldenlasten müssen irgendwann zurückgezahlt werden, und das belastet die Wirtschaft schon jetzt. Möglicherweise haben auch die hohen Ausgaben durch den Irak-Krieg zur gegenwärtigen Misere beigetragen.

Wie stark trifft die Rezession in den Vereinigten Staaten den Euro-Raum?

Der europäische Konjunkturzyklus ist flacher als der amerikanische. Ich erwarte nicht, dass die amerikanische Rezession stark durchschlagen wird. Hinzu kommt, dass viele Investoren jetzt ihr Augenmerk auf Europa richten, denn Europa erscheint im Vergleich zu Amerika als die gesunde Ökonomie. Die Wirtschaftszahlen in Deutschland sehen wunderbar aus.

Teilen Sie also die These, dass sich Europa von Amerika konjunkturell abkoppeln kann?

Der Großteil des europäischen Wirtschaftsgeschehens passiert innerhalb Europas. Außerdem exportieren die Europäer auch kräftig nach Asien. Sicher, auch die asiatischen Wirtschaften werden unter der amerikanischen Rezession leiden. Es gibt zwar so etwas wie eine Weltkonjunktur, doch der Effekt für Europa wird milde sein.

Der Euro-Wechselkurs beunruhigt viele deutsche Exporteure. Schadet das sehr?

Der hohe Wechselkurs hat immer zwei Seiten: Er mag schlecht sein für die Exporteure, aber er ist gut für die Importeure. Die EZB hat das Mandat zur Wahrung der Preisstabilität. Im Moment hilft der hohe Euro-Wechselkurs, weil er den Inflationsdruck vermindert.

Ergänzung: Eine Rezession in den Vereinigten Staaten von Amerika, mit einem Anteil am Weltbruttosozialprodukt von 28 Prozent, gilt mittlerweile als sehr wahrscheinlich. Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands im Überblick:

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Helmut Wüllenweber

Nachlese 7. – 11. April 2008

Ein Wochenüberblick mit dem Anspruch der Unvollständigkeit ;-)
Ergänzungen werden gerne entgegengenommen.

In aller Kürze:

  • US Benzinpreise auf Rekordniveau
  • Moody’s Economy.com Survey of Business Confidence im stabilen Abwärtstrend
  • SBET – Small Business Economic Trends, eingetrübte Stimmung der US Kleinunternehmer
  • US Immobilienmarkt weiter belastet – Pending Home Sales rückläufig
  • Import- wie Exportpreise auf ATH (Historie seit 1990)
  • US-Verbrauchersentiment im Sinkflug
  • deutsche Grosshandelspreise im Höhenflug
  • IMF in Aktion

US Benzinpreise
Mit 3,332 USD/Gallone notierte der Benzinpreis im US Einzelhandel auf einem Rekordstand. Das waren dann 53,0 UScents/Gal. oder 18,9% über dem Vorjahresniveau. Lt. dem Einzelhandel ist dieses hohe Preisniveau mit verantwortlich für die rückläufigen Umsätze.

Die Preisentwicklung seit 2000:

Benzinpreis im US Einzelhandel

Moody’s Economy.com Survey of Business Confidence
A number of notable record lows were set in the business confidence survey during the first week of April, including U.S. business confidence, sales strength, assessment of current conditions, and sentiment in the financial services industry.
Der Index notiert bei 7,5 nach 7,9 in der Vorwoche.
Quelle: Moody’s Economy.com

Moody's Economy.com Survey of Business Confidence

SBET – Small Business Economic Trends
Die Vereinigung der US Kleinunternehmer (Beschäftigtenanzahl bis 40) meldet ihren Gesamtindex ‘Optimism’ im März auf Allzeittief. Die Stimmung hinsichtlich der US-Konjunktur hatte seit 1986 keine tieferen Werte gezeigt. Trotz allgegenwärtiger Medienpräsenz, werden keine Kreditprobleme wahrgenommen:

For the 8th straight month since the Federal Reserve declared the existence of a “credit crunch”, no evidence of credit problems has appeared on Main Street. It is a Wall Street issue.

Quelle: NFIB

Im Bild der Gesamtindex:

SBET - Small Business Economic Trends

US Immobilienmarkt – Pending Home Sales
Die Immobilienmaklervereinigung National Association of Realtors (NAR) meldete für den Februar weiter rückläufige Vorverträge für Immobilienverkäufe. Der zugehörige Index ‚Pending Homes Sales’ sank um 1,9% im Monatsvergleich oder -21,4% zum Vorjahr. Der Westen zeigt Erholungstendenzen; dafür verliert der zweitgrösste Markt im Süden um -30,3% ggü. Februar 2007.

Pending Home Sales

Import- wie Exportpreise auf ATH
Im abgelaufenen März lagen die Importpreise 2,8% über denen des Vormonats und 14,8% zum Vorjahresmonat. Der Ölpreisanstieg (+60,0% J/J) schlägt sich hier nieder; ohne Rohöl- und Mineralölprodukte notierten die Importpreise nur noch eine Jahresrate von +5,4%.
Die Exportpreise befinden aufgrund gestiegener Agrarpreise (+33,4% J/J) ebenfalls auf dem höchsten Niveau seit Beginn der Datenreihe 1990.

Charts

US-Verbrauchersentiment Uni Michigan
Der Index des Verbrauchervertrauens der Uni Michigan gab weitere 6,3 Punkte ab und befindet sich nun bei 63,2, dem tiefsten Stand seit März 1982.
Dabei sank der Index, der die aktuelle Situation wiederspiegelt, von 84,2 auf 78,4 – niedrigstes Niveau seit Januar 1983. Die Zukunftserwartungen haben ebenfalls nachgegeben, von 60,1 auf 53,4.
Die Preiserwartung auf Sicht eines Jahres markiert mit 4,8% das höchste Niveau seit knapp 18 Jahren.

Der Gesamtindex:

deutsche Grosshandelspreise
Der Index der Großhandelsverkaufspreise lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2008 um 7,1% über dem Vorjahresstand. Dies war die höchste Jahresteuerungsrate seit Februar 1982 (+ 8,5%). Im Februar 2008 und im Januar 2008 hatte die Jahresveränderungsrate + 6,0% beziehungsweise + 6,6% betragen.

Besonders stark stiegen die Preise mit Getreide, Saaten und Futtermitteln (+ 52,0%). Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren um 23,5% teurer als im Vorjahr. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze verteuerten sich auf Großhandelsebene um 13,2%.

Für feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse wurde im März 2008 gegenüber dem Vorjahr 18,8% mehr bezahlt. Die Preise für Erze, Eisen, Stahl, Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug stiegen um 5,0%. Büromaschinen und -einrichtungen kosteten dagegen weniger als im März 2007 (– 12,7%).

Quelle: Destatis

IMF

Der IMF war die Woche recht aktiv.

  • 12,5% der Goldbestände oder gut 400 Tonnen sollen in den nächsten Jahren veräussert werden, um den eigenen Haushalt gegen zu finanzieren.
  • In seinem halbjährlichem ‚World Economic Outlook’ hat der IMF die globalen Wachstumsaussichten nach unten geschraubt. (3,7% nach 4,2% im Januar). In den USA wird eine milde Rezession erwartet.

Wachstumsraten im Überblick:

Wachstumsraten

Weiter wurde ‚Global Financial Stability Report’ publiziert.

Der IMF schätzt die Verluste im Rahmen der US Immobilienkrise per März 2008 auf 945 Mrd. USD. Die folgende Tabelle gibt die Aufschlüsselung wieder.

tabelle

Ein Interview von Jim Puplava mit John Williams (Executive Editor, Shadow Government Statistics).
Dieser diskutiert eine hyperinflationäre Depression 2010 in den USA.

Financial Sense Newshour

Publication of Gold Survey, 2008

London, Apr 08 2008

Fourth Quarter 2007 Strength in Investment Expected to be Sustained in 2008, Pushing Gold to Fresh Records but End Game Possibilities Now In Sight

GFMS launched Gold Survey 2008 today, the 41st edition of their authoritative annual survey of the world gold market, at events in London, Toronto and Johannesburg. The following details some of the highlights of the survey from the briefing given at the London launch by Philip Klapwijk, chairman of the independent precious metals research consultancy.

The possibility that gold could again rally strongly and post fresh highs was a key theme of the presentation surrounding the survey’s launch. As Klapwijk commented, “we weren’t at all surprised that the market saw a hefty correction in the last few weeks, as the speed of the earlier gains looked a little unsustainable. However, we don’t think current hesitancy means it’s game over for the rally. Many of the drivers behind this investor push after all – dollar weakness, skeletons in banks’ closets – are still very much with us. But quite where it’ll top out is a difficult call – maybe $1,100 is achievable this year but $1,200 plus could be going a bit far”.

Part reason that the consultancy warns against “irrational exuberance” is their concern over the rapidly widening gap between mine production and jewellery demand, the main home for the metal, as this could jump from under 100 to around 500 tonnes this year, with the report suggesting that longer term equilibrium prices could be closer to the $600 mark.

The Gold Survey sets out how during 2007 it was the interplay between investors and the jewellery sector that largely determined the course that prices took. Investment was certainly seen as the chief instigator of the rally from September onwards as capital flowed into such homes as exchange traded funds (ETFs), allocated metal accounts and the futures markets. The consultancy feels that the nature of many of these destinations was useful in highlighting one of the key drivers behind this increase, namely a desire for wealth preservation, with Klapwijk adding “we’ve seen confidence in banks take a severe hit. And more than a few have questioned the solidity of conventional assets in the face of a US recession, resurgent inflation and so on”. Other supportive factors that the report highlights included dollar weakness, lower interest rates, geopolitical turmoil and rising oil prices.

One perhaps surprising statistic was that GFMS’ measure of western investment, implied net investment, fell markedly last year. This decline the report chiefly ascribes to the heavy profit taking and stop loss selling, chiefly in the over-the-counter (OTC) market, that was witnessed in the first half and, in particular, the second quarter. Klapwijk commented, “much of the blame for this lies at the door of the rally failing at $700 several times, events such as June’s bond market crisis and talk of higher central bank sales”.

The consultancy believes that the main reason the price merely trod water, rather than actively falling, in the first half last year was in turn the resilience of the jewellery sector. This was thought to have shrugged off high prices due to robust GDP growth in many developing world countries, stable prices, especially in local currency terms, and anticipatory buying in advance of an expected return of price strength. The possibility of higher future prices in conjunction with subdued local prices also affected the physical market as GFMS believe that these were some of the key reasons why scrap supply fell last year, as potential sellers held back. It was also apparent that much of the loosely held stock had been shaken out during the April-May 2006 price spike.

A final area thought to have had a material impact on prices was producer de-hedging as this rose somewhat unexpectedly and reached a record level. Klapwijk added, “timing was important here – the majority of this de-hedging was seen in the first half last year, or just when investors bailing out could have put the price into a tailspin”. Mine production was also thought to have contributed to price strength at the margin, perhaps more so through sentiment as strikes, safety issues and ultimately this year power shortages disrupted South African output.

Official sector sales, however, were thought on balance to have been a negative factor for the gold price, with the report noting a 30% increase in net sales last year, chiefly as sales by signatories to the Central Bank Gold Agreement (CBGA) returned to ‘normal’. Sentiment was also thought significant here as the absolute level of sales reached could perhaps be viewed as unexceptional on a historical basis but unexpected Spanish sales and news of future Swiss disposals upset investors. Klapwijk noted here, “it was remarkable seeing how sentiment changed during the year – after their earlier wobble, investors just brushed aside stories this February of possible IMF gold sales”.

The statistical highlights of the report are:
Supply Highlights
Global mine production fell by a slight 0.4% in 2007 to an eleven year low. Africa saw the heaviest regional drop at 29 tonnes (chiefly due to South Africa) while output in North America and Latin America also fell (largely thanks to US and Peruvian losses). In contrast, Asia saw gains, centred on Indonesia and China, with the latter becoming the world’s leading gold producer in 2007.

Global cash costs in US$ terms rose 25% in 2007, partly through producers undertaking development and waste stripping work.

Net official sector sales grew by 30% in 2007 to just over 480 tonnes, chiefly as a result of CBGA sales returning to ‘normal’ after a subdued 2006. Outside the Agreement, central banks became net purchasers for the first time in over a decade. Central bank lending saw a further decline last year, mainly due to low lease rates although counterparty risk concerns also featured.

Scrap fell by 15% in 2007, largely as a result of price expectations (as some sellers held off hoping for yet higher prices), price gains in non-dollar terms at times being quite muted for some and comparisons being made against record 2006 volumes.

Demand Highlights
Jewellery demand recorded very different results during 2007 as the first half saw year-on-year growth of 22% and the second half a drop of 9%, with the fourth quarter particularly weak. This left the full year up 5% at just over 2,400 tonnes. In terms excluding scrap, full year fabrication rose by 10%. Much of the swings were driven by the price and its impact on demand in India, with Chinese offtake in contrast seeing gains in all quarters. The Middle East also saw gains whereas Italy and south east Asia’s exporters saw losses, in part as a result of a slump in US consumption. Other fabrication rose slightly to 671 tonnes, chiefly due to higher coin minting plus modest gains for electronics and other industrial & decorative while dental demand fell.

Implied net investment last year fell noticeably to just under 160 tonnes as disinvestment in the OTC market, chiefly in the first half, countered much of the substantial inflows into other areas such as physical metal, ETFs and futures, mainly in the fourth quarter. The market was again dominated by institutional players and high net worth individuals, with demand from retail players limited. Initial lethargy was principally due to the failure of the rally to breach $700 on a number of occasions, risk aversion at times proving hostile to commodities and periods of dollar strength, whereas fourth quarter enthusiasm was largely due to the sub-prime crisis, concerns over financial institutions’ stability, lower interest rates, a weaker dollar and higher energy prices. Bar hoarding was flat last year as losses in East Asia (centred on Japanese selling) balanced gains elsewhere.

Producer de-hedging proved surprisingly strong in 2007, rising 9% to reach a record of almost 450 tonnes due to a wave of book eliminations and partial buy-backs. The bulk of activity took place in the first half. By year-end, the global producer hedge book stood at little more than 800 tonnes in delta-adjusted terms.

www.gfms.co.uk

Börsengewinne – wie gewonnen, so zerronnen

Nein, es ist nicht die Rede von einem weiteren, verlustreichen Tag an den Finanzmärkten im Schlepptau der Kreditkrise.

Wie BBCnews gestern berichteten verlor ein indischer Händler all seine zur Alterssicherung angehäuften Spekulationsgewinne. Bargeld und Wertpapiere wähnte er sicher aufbewahrt in einem Schliessfach der Indischen Zentralbank. Nur leider beherbergten diese Schliessfächer auch Termiten, die sich genüsslich an den vorhandenen Papieren labten.

Trader

Quelle: Termites feast on trader’s money

Inflation der Enrons ?

Hundreds of US companies keep trillions of dollars in debt in off-balance-sheet subsidiaries and partnerships, skirting the consolidation rules of FASB 94, FASB 125 and FASB 140. If a company creates an SPE, a legal structure, with a 3% minimal equity infusion, is does not have to consolidate the transaction under SEC and FASB rules. Banks arrange many of the devices and are big users themselves. JP Morgan revealed in the Enron bankruptcy that it had nearly $1 billion in potential liabilities stemming from a single 49%-owned Channel Islands entity called Mahonia that traded with Enron. Dell Computer had a joint venture with Tyco called Dell Financial Services (DFS) that originated $2.5 billion in customer financing, mentioned only as a footnote to Dell’s accounts. Dell owned 70% of DFS, but did not control it and therefore could keep DFS debts off its own balance sheet.

To move assets off its books, a company typically sells them to an SPE, funding the purchase by borrowing cash from institutional investors. As a sweetener to protect investors, many SPEs incorporate triggers that require the parent to repay loans or give them new securities if its stock falls below a certain price or credit-rating agencies downgrade its debt or other triggering events. However, the International Accounting Standards Board (IASB) resisted this type of treatment. Under pending European Union legislation, all listed companies in the EU had to report under IASB by 2005, except those that report under US GAAP, which would have to move to IASB by 2007.

http://www.atimes.com/atimes/Global_Economy/Il01Dj02.html

Rohöl auf Allzeithoch! 1980 wurde überflügelt!

Nein, die letzten Jahre habe ich nicht verschlafen ;-)

Nominal wurde das alte Hoch, auf Monatsbasis bei 39,50 USD/Barrel aus dem April-Juli 1980, bereits im Mai 2004 genommen. Aber während der Ölhausse der vergangenen Jahre wurde immer wieder eingeworfen, dass der Ölpreis unter Berücksichtigung der Inflation die Stände aus 1980 noch nicht wieder erreicht hat.

Nun, auch dieser Zustand gehört der Vergangenheit an. Legt man die US-Preise vom Februar 2008 zugrunde, dann ergibt sich ein Hoch von 103,79 im April 1980, das mit den 105,56 des abgelaufenen Monats getoppt wurde.

Hier im Bild der nominale (türkiss) und inflationsbereinigte (blau) Ölpreis:

nominale und inflationsbereinigte Ölpreis

BLS Arbeitslosenzahlen für März sind ebenfalls reine Fantasie

Das BLS (Bureau for Labored Statistics) hat im März in seinem sogenannten Net Brith/Death Model eine Zunahme der Arbeitsplätze im Bausektor von 28000 Jobs und 6000 Finanzsektor unterstellt. Irgendwie erinnert mich das an die Planerfüllungszahlen der DDR …

Tabelle