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sentix-Konjunkturindex, März – Neunter Rückgang in Folge!

Der sentix-Konjunkturindex für den März ist erschienen

  • Der sentix-Konjunkturindex für Euroland ist auch im März 2008 zum neunten Male in Folge (!) auf 0,4 Punkte gesunken. Dies ist der niedrigste Wert seit Juli 2005.
  • Entgegen der Indikationen des ifo Index geht die Lagebeurteilung erneut deutlich zurück und notiert mit 22,25 auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2005. Auch die Erwartungen geben weiter nach (-19,25) und befinden sich weiter auf einem Allzeit-Tief (seit sentix-Start 2003).
  • Beide Anlegergruppen teilen diese Einschätzung.
  • Die US-Konjunkturerwartungen verharren auf weiter sehr schwachem Niveau! Es zeigen sich noch keinerlei Hoffnungsschimmer auf bessere Zeiten.
  • Mit Ausnahme Lateinamerikas gehen alle regionalen Indizes zurück, das „GlobalAggregate“ fällt auf -1,5, ebenfalls ein Allzeit-Tief.

zur weiteren Analyse

Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems

Bereits im Juni des vergangenen Jahres äußerte Morgan Stanley die Einschätzung, daß bei Finanzderivaten die größte spekulative Blase in der Wirtschaftsgeschichte entstehen könnte. Damit sei das internationale Finanzsystem anfällig für Veränderungen in der Risikobereitschaft der Investoren und somit auch für eine plötzliche Auflösung der kreditfinanzierten Positionen geworden.

Diese Einschätzung von Morgan Stanley war korrekt und manifestiert sich aktuell in der Sorge der amerikanischen Bankenaufsicht, daß durch zunehmende Verluste bei Krediten und Hypothekenanlagen die Stabilität des amerikanischen Bankensystems bedroht werden könnte. Gefährdete Banken werden zu Aufnahme von Kapital aufgefordert.

Die in Amsterdam börsennotierte Carlyle Capital Corporation (CCC) meldet am 06.03.08, daß die Liquidität der Gesellschaft durch Margin Calls der Kredit gebenden Banken ernsthaft in Gefahr sei. CCC investiert mit 32-fachem Schuldenhebel seine 670 Mio Euro Eigenkapital in 21,7 Mrd Dollar Hypothekenanleihen (agency bonds) von Fannie Mae und Freddie Mac und ist in diese Schieflage geraten, weil die Risikoprämien selbst dieser vermeintlich sicheren Papiere auf den höchsten Stand seit 20 Jahren gestiegen sind.

Die FAZ titelt daraufhin am 8.03.08: „Hedge-Fonds geraten in den Strudel der Finanzkrise“ und zitiert Jochen Felsenheimer, Leiter Kreditstrategie der Großbank Unicredit. „Die Banken haben lange mit “Margin Calls” gezögert, aber wenn der Preisverfall so stark ist wie jetzt, können die Banken nicht mehr abwarten. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Banken im großen Stil von Hedge-Fonds höhere Sicherheiten verlangen werden. Dies könnte viele der häufig extrem hoch verschuldeten Anlagegesellschaften in eine Krise stürzen. Diese Gefahr bewegt die Märkte derzeit – es ist eine systemische Gefahr. Wir sind mitten in der schlimmsten Bankenkrise seit 1929. Der Preisverfall greift auf immer mehr Marktsegmente über”.

Der neue Konzernchef von Merrill Lynch John Thain meldete sich gestern zu Wort. Nach Ansicht von Merrill ist die vom US-Hypothekenmarkt ausgehende Kreditkrise nicht überwunden, sondern springt sogar auf andere Bereiche über. “Ausgehend von den schlecht benoteten Immobiliendarlehen hat sie sich auf die Autokredite, die Gemeindekredite und ganz allgemein den Markt für Handelskredite ausgebreitet”. Immer mehr Darlehen würden in den USA nicht bedient. Die Folge sei eine “sehr ausgeprägte Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit”. Als Ursache der Kreditkrise nannte Thain eine “Liquiditätsblase”, weil eine lange Phase niedriger Zinsen zur exzessiven Kreditvergabe verleitet habe.

Es sieht so aus, als ob die Hedge-Fonds-Industrie vor der größten Herausforderung seit der Russland-Krise im Jahr 1998 steht.

Helmut Wüllenweber

‘Fed underrates inflation’ – Interview mit John Williams

John Williams von ShadowStats.com wird von CNNmoney zur Inflation und M3 interviewt.

Quintessenz: – die offiziell publizierte Inflationsrate fällt deutlich zu gering aus. Wäre die Berechnungsgrundlage nicht umgestellt worden, hätten die USA jetzt ein Inflationsniveau vergleichbar mit dem der 80iger Jahre.
- die Geldmenge M3 befände sich lt. John Williams Berechnungen auf Rekordniveau, dies sei ein Indiz einer steigenden Inflation.
- die USA werden mindestens eine Rezession erleben.

Hier clicken und einen Umweg nehmen oder auf das Bild clicken um zum Interview zu gelangen.

Greg Hunter and John Williams on screen

Quelle – ShadowStats.com