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Gewinnschätzungen rückläufig

Zurückgehende Gewinnschätzungen bilden den Hintergrund für die Kursabschläge an den Aktienmärkten.

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Helmut Wüllenweber

US-Einzelhandel: maues Weihnachtsgeschäft

Der International Council of Shopping Centers (ICSC) meldete gestern Abend die Umsatzdaten für die US-Ladenketten. Demnach wuchs der Umsatz im Weihnachtsgeschäft (= die Monaten November und Dezember) lediglich um +2,2% zum Vorjahr. Der niedrigste Wert seit 2002, damals +0,5% J/J.
Die Verbraucher hätten nach preiswerten Waren Ausschau gehalten, dies habe dann insbesondere bei Bekleidungsgeschäften zu Rabattaktionen geführt.

Legt man die offiziell gemeldete, jährliche Inflationsrate von zuletzt 4,3% im November zugrunde, dann ist das Geschäft real rückläufig; steigende Energiepreise und ein kollabierender Immobilienmarkt fordern ihren Tribut.

Im Bild die prozentualen Veränderungen des Weihnachtsgeschäftes der letzten 22 Jahre:

US-Einzelhandel

Steuersenkungen für den amerikanischen Verbraucher

In Reaktion auf die Krise am US Immobilien- und Kreditmarkt plant Georg Walker Bush nach Auskunft von Regierungsmitarbeitern in Washington eine Steuererstattung von rund 500 Dollar für Privatleute und erweiterte Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmensinvestitionen.

Der amerikanische Verbraucher konnte sich bereits im Jahr 2001 über solche Steuergeschenke der Bush Administration freuen.

Nach Buschs Amtsantritt wurde zur Bekämpfung der Rezession in den Vereinigten Staaten von Amerika eine Senkung des Eingangssteuersatzes in der Einkommensteuer von 15 auf 10 Prozent beschlossen.

Als Vorschuss auf die beschlossenen Steuersenkung verschickte daraufhin das Finanzministerium innerhalb von drei Monaten Schecks von 300 bis 600 Dollar an zwei Drittel aller amerikanischen Konsumentenhaushalte.

Man stelle sich eine solche Vorgehensweise in Deutschland vor: Herr Steinbrück übersendet Steuersenkungs-Schecks an die Bundesbürger. Verwendungszweck: Zum alsbaldigen Konsum bestimmt. Verfalldatum zum 31. Dezember 2008 in Anlehnung an die Konsumschecks für Rentner, die dereinst die japanische Regierung unters Volk gebracht hat.

Die Diskussionen bezüglich eines amerikanischen Konjunkturpaketes stehen noch am Anfang, so daß es als unwahrscheinlich gilt, daß vor Ende 2008 Beschlüsse gefasst werden.

Helmut Wüllenweber

US-Rezession (II): Stimmungen

Der ISM-Index kam letzte Woche dann mit 47,7 oder dem tiefsten Stand seit ca. 4 1/2 Jahren ein. Eigentlich keine Überraschung, wenn man die wöchentlichen Frühindikatoren des ECRI verfolgt
Zudem reiht sich die Stimmung der US-Einkaufsmanager nahtlos ins übrige konjunkturelle Umfeld ein.

Im Einzelnen jetzt mehrere Charts – zunächst die nachgebende Stimmung der US-Verbraucher, dokumentiert vom Conference Board und der Universität Michigan; zuletzt bei 88,6 resp. 75,5.

US Verbraucher-Sentiment

Der UBS Optimism Index der US Investoren, definitionsmässig sind dies US-Haushalte mit einem Investitionsvermögen >10.000 USD. Lt. UBS hält diese Gruppe mehr als 80% der Finanzvermögen, zeigt sich für 75% der Einkommen verantwortlich und ist zu 2/3 am privaten Konsum beteiligt.
Der Index hat im Verlauf des letzten Jahres deutlich nachgegeben.

UBS Optimism Index der US Investoren

Zu den Unternehmen, da ist zunächst der schon erwähnte nationale Einkaufsmanagerindex des ISM:

nationale Einkaufsmanagerindex des ISM

Das National Federation of Iindependent Business (NFIB) erhebt seit 1985 diverse Einschätzungen zur Konjunktur unter den US-Kleinunternehmen; definitionsmässig haben diese bis zu 40 Angestellte. Als ‘Small Business Economic Trends’ wird u.a. der Gesamtindex ‘Optimism’ publiziert. Dieser hat seit dem Hoch im November 2004 sukzessive abgegeben und befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren.

'Small Business Economic Trends'

Auf einen weiteren Stimmungsindikator im Unternehmenssektor hat Helmut weiter unten bereits hingewiesen (Pessimismus unter den US Finanzvorständen weitet sich aus); CFOs sollten in einem Unternehmen mit die ersten sein, die konjunkturelle Abwärtstrends bemerken. Umfragen unter diesen sind somit von besonderem Interesse.

Die kollabierten Stimmungsindikatoren der Baubranche waren an dieser Stelle zuletzt am 18.12.2007 Thema (NAHB Housing Market Index – gemischte Stimmung der US Bauunternehmer)

Alles in allem wirken steigende Energiepreise, sinkende Immobilienpreise, eine sich zugespitzte Kreditkrise zermürbend auf unterschiedliche Gruppen der US-Gesellschaft.

Pessimismus unter den US Finanzvorständen weitet sich aus

Die quartalsmäßig durchgeführte Umfrage unter den CFOs amerikanischer Unternehmen, die am 5. Dezember von der Duke Universität veröffentlicht wurde, ergab:

- 40 Prozent der Finanzvorstände glauben, daß der US Wirtschaft im Jahr 2008 eine Rezession bevorsteht.

- Ein Drittel der befragten Firmen ist direkt von der Kreditkrise negativ betroffen (19 % der Firmen mit AAA- Rating, 38 % der AA oder A Firmen und circa 50 % der Firmen mit einem BBB- oder schlechteren Rating).

- Die Hälfte der betroffenen Firmen erfährt eine Verteuerung der Kreditkosten sowie einen erschwerten Zugang zu Fremdkapital.

- 76 Prozent der Firmen berichten, daß die Zinssenkungen durch die FED den Firmen nicht geholfen haben!

In der Grafik sieht man den Anteil der Finanzvorstände, die gegenüber dem Vorquartal optimistischer bzw. pessimistischer in die Zukunft blicken.

Quelle:

www.cfosurvey.org

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Helmut Wüllenweber

66,000 der 18.000 neuen Jobs vom birth/death model

Die heutigen Arbeitslosenzahlen scheinen noch mehr als üblich geschönt worden zu sein, 2000 Jobs mehr als im Dez 2006 wurden “geschaffen”. Mit näher rückendem Wahltermin werden das vermutlich immer mehr werden ….

Öl auf 100 USD!

Die Meldung, dass der nächstliegende New Yorker Terminkontrakt für leichtes Rohöl die 100 USD-Marke intraday am 2.1.2008 kurz erklommen hatte, darf nicht fehlen. Der Handel schloss dann bei 99,61 USD.
Innerhalb des letzten Jahres verdoppelte sich somit der Rohölpreis in USD.

Wie gestaltet sich aber der rasante Rohölanstieg in Euro?

Bedingt durch die anhaltende Dollarschwäche legte der Rohölpreis von knapp 40 Euro vor Jahresfrist auf knapp 68 Euro gestern zu.

Im Chart die Gegenüberstellung:

Öl auf 100 USD!

US-Rezession (I): ECRI Wachstumsrate der Frühindikatoren auf Rezessionskurs

Es wird allmählich Zeit, dass das Economic Cycle Research Institute (ECRI) offen von einer Rezession spricht. Die Frühindikatoren des Institutes wiesen per 21.12.2007 eine 6-Monatswachstumsrate von -5,2 aus. Lt. Lakshman Achuthan, dem managing director vom ECRI, darf man das Kind bei einem negativen Wachstum von -5 bis -6 beim Namen benennen.

Seit gut fünf Jahren wurden ähnlich schlechte Werte nicht mehr gesehen; im Bild der Verlauf seit 1968:

ECRI-Frühindikatoren Wachstumsrate

Die ECRI-Wachstumskurve zusammen mit dem ISM-Index, dem nationalen Einkaufsmanagerindex der USA, lässt für die Veröffentlichung des ISM-Indexes heute Nachmittag reichlich Platz für negative Überraschungen:

ECRI-Wachstumsrate und ISM-Index